Die Pläne der Sparkasse, das Eisenbahnerübernachtungshaus am Groner Tor abzureißen und an dessen Stelle ein Parkhaus zu errichten, sind nicht akzeptabel.
Das Wohnhaus liegt zwischen dem neuen Sparkassen-Komplex am Groner Tor und den Bahngleisen. Lange Jahre wohnten darin Studierende. Auf dem Grundstück stehen die letzten Bäume an der Groner Landstraße. Wie kürzlich bekannt wurde, soll dort ein Parkhaus errichtet werden, auch für die Mitarbeiter im neuen Sparkassen-Gebäude am Groner Tor [Göttinger Tageblatt 04.04.2019].

Die Sparkasse hatte 2014 den Bau des nach Ansicht vieler Göttinger Bürger völlig überdimensionierten und ausgesprochen hässlichen Gebäudekomplexes mitsamt Tiefgarage im Eingangsbereich einer im 2. Weltkrieg unzerstört gebliebenen historischen Innenstadt damit begründet, dieses müsse zentral gebaut werden, damit Mitarbeiter ihre Arbeitsstelle gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können.
86 Tiefgaragen-Parkplätze wurden gebaut, hinzu kamen weitere 44 in der Tiefgarage des Freigeist-Hotels. Das Hotel wurde an dieser sensiblen Stelle ebenfalls mit dem Argument gebaut, ein Angebot fußläufig zum ICE-Halt und zentralen Busbahnhof zu schaffen. Kaum sind die Betriebe eröffnet, schon stellt sich heraus: zu wenig Parkplätze für zu viele Autos. Von den über 400 Bankangestellten kommt offenbar ein großer Teil täglich mit dem Pkw – ganz anders als vorher, und als die Bank vor dem umstrittenen Bau behauptet hatte.
Auch viele Kunden sind nach dem Umzug an den Bahnhof offenbar auf das Auto umgestiegen.
Die drohende Klimakatastrophe bekommt man nicht dadurch in den Griff, dass man den motorisierten Individualverkehr Jahr für Jahr immer attraktiver macht. Die Sparkasse als Unternehmen der öffentlichen Hand sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und das umsetzen, was heutzutage angesagt wäre: Bereitstellen von kostenlosen ÖPNV-Tickets an ihre Mitarbeiter und effektive Bewirtschaftung ihres eigenen Parkraums in der Tiefgarage – auch für die Kunden.
Zudem bestehen ausreichend freie Stellplatzkapazitäten in dem seinerzeit von der Sparkasse mitfinanzierten Bauprojekt gegenüber, unter dem Wohnbaukomplex der Groner Landstraße 9a.

Die Piraten hatten schon 2014 als einzige Partei die von Anfang an intransparente Sparkassen-Planung am Groner Tor abgelehnt – unter anderem weil nicht alle Karten auf den Tisch gelegt worden waren. Scheibchenweise kommen nun weitere Expansionspläne ans Licht.
Ihrer Verantwortung für die Stadt sollte die Sparkasse dadurch gerecht werden, dass sie den im Eisenbahnerhaus vorhandenen bezahlbaren Wohnraum für Studierende oder Geflüchtete erhält und für Wohnzwecke verlässlich zur Verfügung stellt. Göttingen braucht Wohnungen, nicht mehr Parkhäuser.

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