In Rahmen des Auslegungsverfahrens der beiden Bebauungspläne in Grone „Am Rehbach“ und „Südlich der B 3„, in denen es um die Aufstockung der Mietshäuser der Adler Real Estate geht, wird von Seiten der Göttinger Piraten gefordert, die Zahl der Vollgeschosse dort nicht zu erhöhen, wo dies zur Erhöhung der Mietpreise und der Nebenkosten führen kann. Ab einer bestimmten Höhe ist der Einbau von Fahrstühlen Pflicht, die Kosten müssen alle Mieter im Haus tragen.
Entsprechende Einwände gegen beide Bebauungspläne („Am Rehbach“ und „Südlich der B 3„) sind von Ratsmitglied Francisco Welter-Schultes (PIRATEN) an die Stadt übermittelt worden.

Die Aufstockung wird dazu führen, dass neue Wohungen gebaut werden können. Dies ist ein Vorteil, da Wohnungen gebraucht werden.
Sie wird aber auch dazu führen, dass bestehender Wohnraum durch den Einbau von Fahrstühlen verteuert wird und Wohnraum im bezahlbaren Segment in teuren Wohnraum konvertiert wird. Dies ist ein Nachteil, denn bezahlbarer Wohnraum (unter 7 EUR/qm) geht dadurch verloren.
Wenn man genau hinsieht, dann wird in Göttingen nicht pauschal Wohnraum benötigt, sondern Wohnraum im unteren Preissegment. Konvertiert man letzteren in teuren Wohnraum, dann erhöht ich der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum noch weiter und das Problem verschärft sich noch mehr.

Die Piraten widersprechen damit dem immer wieder von der SPD geäußerten Argument, Wohnraum um jeden Preis werde benötigt.
In der Abwägung sollte so entschieden werden, dass jegliche Maßnahme, die eine Erhöhung von Mieten und Nebenkosten nach sich zieht, vermieden wird.

Mit jedem neuen Bau von Geschosswohnungen werden nach dem Wohnraumvertrag anderswo in näherer Zukunft sowieso nur 30 % der Wohnungen bezahlbar und 70 % teuer sein. Es werden jedoch viel mehr bezahlbare als teure Wohnungen benötigt. Für die durch die Aufstockung auf über 4 Stockwerke neu entstehenden teuren Wohnungen besteht daher kein Bedarf.

Ebenso widersprechen die Piraten auch der von der CDU im vergangenen Bauausschuss am 7.2.2019 geäußerten Ansicht, der Einbau von Fahrstühlen sei grundsätzlich und in jedem Mietshaus begrüßenswert. Die Sachlage sollte vielmehr für jedes Haus einzeln betrachtet werden. Die Mieter sollten nicht bevormundet werden, sondern sie sollten selbst entscheiden können, ob sie lieber einen Fahrstuhl mit den entsprechenden Betriebskosten eingebaut sehen möchten, oder ob sie lieber Treppen steigen und dafür niedrigere Mieten zahlen möchten.

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