Kommunalpolitik Göttingen

Herausforderung China

Auf Einladung der Stiftung „Leben und Umwelt“ fand am 14.05.2012 im Alten Rathaus ein Podiumsgespräch mit dem Titel „Herausforderung China“ statt. Eingeladen waren Katrin Altmeyer (Asien Abteilung der Heinrich Böll Stiftung), Prof. Axel Schneider (Ostasien Seminar Uni Göttingen), Viola von Cramon (MdB Bündnis90/Die Grünen), Markus Löning (Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung) und Kai Müller (International Campaign for Tibet). Das Grußwort sprach Wolfgang Meyer (OB der Stadt Göttingen).

Seit 2010 pflegt die Stadt Göttingen eine Kooperation mit der Stadt Nanjing. Angesichts der Menschenrechtslage in China wurde die Unterzeichnung der Kooperation von uns durchaus kritisch gesehen. Sie wurde von uns befürwortet, jedoch kam es uns auf die Ausgestaltung der Kooperation an.

Der OB Meyer stellte in seinem Grußwort die Frage, wie man die Menschenrechtsverletzungen mit einer Kooperation  in Einklang bringen könne? Die Kontakte beschränkten sich zur Zeit auf einen Schüleraustausch, der vom Hainberg Gymnasium organisiert werde. Im Herbst solle ein Austausch einer Göttinger Jazz-Band mit einer Jazz-Band aus Nanjing stattfinden. Leider sei der OB von Nanjing einer Einladung nach Göttingen noch nicht nachgekommen. Er wies auf den Widerspruch hin, Kulturkontakte kritisch zu sehen, jedoch gerne Wirtschaftskontakte zu pflegen. Einen Ausbau der Beziehungen sehe er nur langfristig in Form von kleinen Schritten. Dazu forderte er zur Mitarbeit auf. Positiv sah er die Vielzahl der Chinesischen Studenten an der Universität Göttingen. Die chinesischen Studenten würden das hier Kennengelernte zurück nach China tragen und somit dort zum Wandel beitragen.

Die Gesprächsteilnehmer beleuchteten die Lage in China aus verschiedenen Sichtweisen – aus dem Erleben vor Ort, aus wissenschaftlicher Sicht, aus politischer Sicht, sowie in Bezug zu Tibet. Es würde den Rahmen sprengen, die Fülle der Informationen hier im Detail darzustellen.

Als Fazit der Veranstaltunng bleibt, dass man das Bild über China differenzierter betrachten müsse als bisher. Strebe man eine Veränderung in China an, so bliebe, wie Markus Löning es ausdrückte, der mühevolle Weg des „Wandels durch Annäherung“.

 

3 Kommentare zu “Herausforderung China

  1. Andreas

    Wandel durch Annäherung ist keine Einbahnstraße. Es wird dann auch chinesischer in Göttingen. In politischer Sicht bin ich gespannt, wie das aussehen könnte. Danke für den Bericht!

    • Der OB Meyer sagte auch, dass die größte Gruppe der ausländischen Studenten aus China käme. Wäre evtl. interessant zu schauen, ob diese Aussage so stimmt und wie an dieser Stelle die Entwicklung ist.

  2. Alatriste

    Stimmt. Zum 31.12.2011 gab es 2.848 ausländische Studenten, wovon Chinesen mit 382 Studenten (=13,4%) die mit Abstand größte Gruppe darstellen. Auf Platz 2 die Türkei (153) und Polen (134) auf der 3.

    Quelle: Fachdienst Statistik und Wahlen der Stadt Göttingen

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