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Ein Kommentar zur Bildungsreform für Hartz 4-Kinder

Sehr geehrte Frau Ministerin von der Leyen!


Sie haben sich entschlossen das Bildungpaket nachzubessern.
Dies ist ein begrüßenswertes wie notwendiges Vorhaben.
Dazu hätten wir gerne gewusst, ob Sie Briefe an Eltern von 2,5 Millionen betroffenen Kinder verschicken wollen, die bei den Sozialämtern bereits geführt werden [1]?
Wenn diese Personen einen gesetzlichen Anspruch auf das Bildungpaket haben und bereits von Amtswegen bekannt sind, weshalb können diese die entsprechenden Beträge nicht unbürokratisch überwiesen bekommen? Kommt der Vorschlag vielleicht von zu weit links…

Die betriebene Informationskampagne mutet wie Steuergeldverschwendung an. Mehrere Millionen Euro wurden z.B. aufgewendet für Kino- und Plakatwerbung [2] und damit nur 2% der potentiellen Empfänger erreicht.
Frau Arbeitsministerin, Sie sollten, wenn wir der Süddeutschen Zeitung folgen wollen, „[…] prüfen, ob […] ein Hilfsangebot als Bring- oder als Holschuld definiert“ wird [3].
Psychologie spielt vielleicht eine Rolle bei dem Verhalten von HARTZ 4-Empfängern.

An anderer Stelle wurde bereits nahegelegt, dass Sie in gutbürgerlicher Pose doch letztlich nur mit Aktionen Bildungsbürgern politischen Aktivismus präsentieren [4].
Sie müssen sich eingestehen, dass Sie die Familien nicht erreichen mit diesem Gesetz.
Auch eine Verlängerung der Frist, bis zu der nachträgliche Anträge möglich sind, wird das Ruder nicht mehr herumreißen.

Das ganze Verfahren hätten Sie sich auch sparen können, wenn Sie sich entschlossen hätten, das Paket direkt den Schulen und Vereinen zugute kommen zu lassen. Denn dadurch werden die sozialen Einrichtungen in die Lage versetzt, die Betroffenen aufzunehmen und zu betreuen.
Ein Runder Tisch [5] wird kaum mehr bringen als die kritische Diskussion, die die Einführung Ihres Gesetzes schon gebracht hat, weiter zu befeuern: Das Für und Wider ist bereits niedergeschrieben.
Dafür aber können Sie es schaffen, dass Sie nicht als Schuldige an einem wirkungslosen Gesetz geradestehen müssen.
Verstehen Sie uns nicht falsch. Viele Parteien an einer Initiative partizipieren zu lassen liegt uns am Herzen. Lassen Sie aber bei einem Scheitern nicht verlauten, dass hier zu viele Köche den Reform-Brei verdorben haben. Denn das geschah auf Ihre Veranlassung hin.

Viel Erfolg,
DE

Hintergrund:

[4]

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3 Kommentare zu “Ein Kommentar zur Bildungsreform für Hartz 4-Kinder

  1. Mehr Geld an die Leistungsberechtigten kommt nicht bei denen an, die Bildung brauchen. Das Geld geht an die Eltern und nicht an die Kinder. Statt Bildungsangebote anzunehmen, werden -wenn überhaupt- Nientendos, Playstations, Flachbild-LCDs oder das neueste Smartphone gekauft. Der Wunsch der Hartz-IV-Empfänger nach Gehaltserhöhung in allen Ehren. Wer glaubt, mehr Geld an die Eltern führt zu mehr Bildung bei den Kindern, zeigt, dass er von der Realität dieser Millieus noch nicht viel erlebt hat. Vermutlich entstammt der Verfasser dem Bildungsbürgertun und ist elitären Linksideologien aufgesessen.

  2. Davon ausgehend das es sich bei dem Vorkommentar nicht um Erich aus GÖ sondern um einen Quertreiber aus Osterode handelt: Ein jähes Ende würde das Hetzen gegen Menschen finden wenn ein bedingunsloses Grundeinkommen eingeführt würde.

    Mit Vorurteilen und Unterstellungen gegenüber SGB2 – Leistungsempfänger geht es nicht weiter.

    Uli

    P.S.: Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.

    Piratenpartei Programm Präambel

  3. Ha Ha, ihr seid richtig lustig! Im Brief eine angebliche Steuerverschwendung brandmarken und sich anschließend mit dem Stichwort „Grundeinkommen“ ins abseits manövrieren. Einkommen für Faulheit. Klar, die neue Freiheit aber in Wirklichkeit eine sehr viel größere Steuerverschwendung.

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