Bildungspolitik Martin Rieth Pressemitteilung Stadtratsfraktion

PIRATEN fordern barrierefreies Bestellsystem für Schulessen

Zum zweiten Schulhalbjahr 2015 wurde an den Göttinger Schulmensen ein neues Online-Bestellsystem eingeführt, während gleichzeitig die Möglichkeit, auf Papier zu bestellen, eingestellt wurde. Um online zu bestellen, ist es zwingend nötig, Adobe Flash Player zu installieren. Diese Software weist jedoch derart gravierende Sicherheitslücken auf, dass sogar das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schon mehrmals empfohlen hat, diese Anwendung von allen Computern vollständig zu deinstallieren.

Die PIRATEN haben für den Schulausschuss am kommenden Donnerstag, den 26. Februar, einen Antrag eingereicht. Ziel ist es, das neu eingeführte Bestellsystem durch eines zu ersetzen, das auf gängigen Browsern gefahrlos und barrierefrei funktioniert. Bis zur Umsetzung des Antrages soll das bisherige Papier-System parallel angeboten werden.

Eltern und Schüler sollten darin gefördert werden, aufmerksam und nicht sorglos mit dem Internet umzugehen. Hinweise auf Sicherheitslücken sind ernst zu nehmen. Ein Bestellsystem darf nicht darauf aufbauen, solche Hinweise zu missachten.

Die angebotene Alternative für Eltern und Kinder, die Rechner der jeweiligen Schulbibliothek zu nutzen, erscheint den PIRATEN weltfremd und fragwürdig.

Quelle: Wikimedia Commons

»Wir akzeptieren nicht, dass Sicherheitsempfehlungen des BSI umgangen werden müssen, um Essen für das eigene Kind bestellen zu können. Diese Software ist konzeptionell darauf ausgelegt, persönliche Daten auszuspähen und an große Konzerne zu übermitteln. Allein schon deshalb darf diese nicht verpflichtend sein«, betont Martin Rieth, IT-Experte der PIRATEN-Ratsfraktion.

Auch die Einrichtungsgebühr von 5 Euro, die automatisch abgebucht wird, stellen die Piraten in Frage. »Wenn man ein neues System einführt, um Kosten zu sparen, dann muss die Dienstleistung billiger werden und nicht teurer«, ergänzt Martin Rieth.

Im Antrag der Fraktion wird zudem darauf hingewiesen, dass das Verstecken von zusätzlichen Kosten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, so wie es hier praktiziert wird, wahrscheinlich rechtswidrig ist und Abmahnungen zur Folge haben kann.

 

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