Protokolle der Ratsfraktion

Protokoll des Dialogforums „Flüchtlingswohnheim Nonnenstieg“ am 08.02.2016

Ort: Flüchtlingswohnheim Nonnenstieg, Nonnenstieg 72

Beginn:         19 Uhr

Ende:             21 Uhr

1. Begrüßung

Herr Lieske begrüßt in Vertretung von Frau Schlapeit-Beck alle Anwesenden

2. Vorstellung der Mitglieder des Dialogforums

Vertreten im Dialogforum sind Mitglieder folgender Gremien, Unternehmen und Vereine:

CDU-FDP- Gruppe (Frau Oldenburg)

SPD-Ratsfraktion (Frau Tekindor-Freyjer)

Bündnis90/Die Grünen (Frau Piepkorn)

ALG-Ratsfraktion (Herr Humke)

Piraten-Ratsfraktion (Herr Ramaswamy)

Bonveno Gemeinnützige GmbH

Migrationszentrum

Initiative Willkommen Flüchtlinge

Nonnenstieg-Bürgerinitiative

Theodor-Heuss-Gymnasium

Hölty-Schule

Bauherr IWF Herr Bourzou Rafi-Elizei (EBR)

3.Wahl einer/s Vorsitzenden und einer/s stellvertretenden Vorsitzenden

Frau Sürmann (Paulusgemeinde) wird zur Vorsitzenden gewählt.

Als Vertreterin wird Frau Oldenburg (CDU/FDP-Gruppe) gewählt

Frau Sürmann übernimmt ab jetzt den Vorsitz der Sitzung

 

4. Bericht zur Situation der Flüchtlingsunterbringung

Herr Lieske stellt die Situation der Flüchtlingsunterbringung mit einer

Flüchtlingssituation Bildschirmpräsentation vor.Die Flüchtlingsstatistik werde wöchentlich fortgeschrieben. Es sei von steigenden Zahlen auszugehen. Momentan sind 1265 Flüchtlinge in Unterkünften betreut, wobei die Menschen, die per Amtshilfe zugewiesen wurden, und in der Turnhalle auf den Zietenterrassen untergebracht sind, nicht mitgezählt würden. Bis Ende des Quartals seien noch 1181 Flüchtlinge unterzubringen, was eine Herausforderung sei. Die Zahl der Jugendlichen und Kinder steige an. Momentan rechne man mit ca. 40 Kindern pro Jahrgang und damit plane man in Bezug auf Schule und Kitas. Die meisten Flüchtenden seien in den Altersklassen 20 bis 60 Jahre. Die Stadt stehe in ständigem Kontakt mit dem Bamf und dem Ministerpräsidenten. Bei der Geschlechterverteilung überwiegen die männlichen Migranten deutlich. Vor allem kämen die Menschen aus Syrien, Irak, Afghanistan, Sudan, Serbien und Montenegro. Die Prognose für die Verfügbarkeit von Flüchtlingsunterkünften ist problematisch. Es werde schon nachgebaut, doch sei fraglich, ob das ausreiche. Man habe bereits die Belegung in den Unterkünften erhöht, so seien beispielsweise für das Heim am Nonnenstieg nun 200 statt ursprünglich 150 geplant.

Was die Verteilung der Unterkünfte im gesamten Stadtgebiet angehe, sei man sich bewusst dass es eine Massierung westlich der Bahnlinie gebe, aber die Stadt stelle sich der Aufgabe. Man sei nicht glücklich mit der großen Halle im Gewerbegebiet, welche 400 Menschen unterbringen soll, jedoch sei die Wahl nicht mehr groß.

Herr Lieske verweist auf eine neue Webseite der Stadt Göttingen https://www.fluechtlingshilfe-goettingen.de/

Ehemalige Stadtangestellte haben diese erstellt und pflegen sie ehrenamtlich. Ziel der Seite sei es Menschen die Sachen oder Zeit spenden möchten die richtigen Anlaufstellen zu vermitteln. Auch könne man hier zunächst ermitteln welche Dinge überhaupt benötigt werden und wo.

Eine Bürgerin fragt, ob die verschiedenen Unterbringungen auch genutzt werden um bei Konflikten Nationalitäten voneinander zu trennen.

Herr Lieske bejaht dies und verweist auf das Weiße Haus in Grone. Dort seien alles Menschen aus dem Sudan untergebracht und das klappe sehr gut.

Ein Bürger fragt, ob die Zahlen auch online einsehbar seien.

Herr Lieske bietet ihm zunächst das Papier-Exemplar an.

Frau Oldenburg regt an, die Präsentation dem Protokoll anzuhängen, was allseits begrüßt wird.

Ein Bürger fragt weshalb so viele Flüchtlinge aus Serbien darunter seien. Seiner Kenntnis nach habe man Serbien zu einem sicheren Herkunftsland erklärt.

Herr Lieske erwidert, dass es nicht die Aufgabe der Stadt sei, darüber zu befinden. „Wenn Menschen da sind, müssen wir uns kümmern.“ Das sei dann ein Prozess, ein Asylverfahren in dem über Bleiberecht entschieden würde. Zunächst ginge es jedoch darum, die Menschen unterzubringen.

Ein anderer Bürger fragt nach der „Problemgruppe“ der unbegleiteten Minderjährigen und wie man damit umgehe.

Herr Lieske möchte diese Gruppe lieber eine „besondere“ Gruppe nennen. In Göttingen hätte man mit der Jungendhilfe Südniedersachsen einen starken Partner gefunden, die sicher der jungen Menschen sehr gut annehme. Das sei sogar deutschlandweit vorbildhaft. Der Landkreis sei hiervon stärker betroffen. Die meisten männlichen Jugendlichen seien in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Die Mädchen seien in Familien untergebracht.

5. Bericht des Betreibers „bonveno“ zur Situation im Flüchtlingswohnheim

Frau Abutalebi stellt sich als neue Leiterin des Flüchtlingswohnheims vor. Sie sei erst seit einer Woche hier und sei dabei sich einzuarbeiten mit der guten Unterstützung von Frau Hiller, die diese Arbeit bisher geleistet habe. Sie möchte sich zunächst für das Engagement aller bedanken. Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer haben hervorragende Unterstützung geleistet, es gab viele Spenden. Dankenswerterweise  habe sie noch ihre Vorgängerin Frau Hiller als Verstärkung.

Im Moment lebten 213 Bewohner im Flüchtlingsheim davon 125 Männer, 57 Kinder und 31 Frauen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Libanon, Eritrea und der russischen Föderation. Ab 1. Februar wurden eine volle und eine halbe Stelle zusätzlich geschaffen. Unter den Mitarbeitern gebe es nun auch eine Erzieherin und eine Stelle mit 15 Stunden für Arztbesuche, was sehr wichtig sei. Drei Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge wurden geschaffen zur Unterstützung des Hausmeisters und zur Reinigung. Gewünscht sein eine weitere Arbeitsgelegenheit für eine arabische Psychologin. Für jeden Flur gebe es einen Flursprecher, was wichtig für den Reinigungsplan und auch allen anderen Konflikten sei. Alle schulpflichtigen Kinder seien eingeschult worden und neue Plätze werden zur Verfügung gehalten. Seit Januar gebe es auch einen Frauentreff nur für die Bewohnerinnen.

Herr Bonder fügt hinzu, dass weitere sechs Vollzeitstellen geplant seien und zwei Bundesfreiwilligendienstler hinzukommen werden. Ein halbe Stelle für sozialpädagogische Betreuung werde es ab März geben.

Herr Humke fragt, ob es einen runden Tisch geben werde und wie die Zusammenarbeit mit den freiwilligen Initiativen geplant sei.

Frau Abutalebi möchte sich hier daran orientieren wie es bisher von Frau Hiller gehandhabt wurde.

Herr Bonder sieht keine unbedingte Notwendigkeit für einen runden Tisch wie es ihn auf den Zietenterrassen gibt. Es bestehe ein guter Kontakt durch die Anwohnersprechstunde. Es sei auch eine Mitarbeiterin mit 10 Stunden wöchentlich für die Zusammenarbeit mit den Initiativen abgestellt.

Herr Humke hakt nach ob dennoch Offenheit dafür bestünde.

Herr Bonder erwidert, mehr als die angesetzten Arbeitsstunden könne man für den Bereich nicht aufbringen.

Frau Piepkorn fragt, ob es richtig sei, das jetzt schon 213 Personen im Haus leben. Zunächst hatte es ja geheißen, die Belegung mit bis zu 200 sei lediglich geplant.

Herr Bonder bestätigt die Zahl und ergänzt dies sei keine Überbelegung sondern eine überplanmässige Belegung, die aber kein Problem darstelle, da das Haus ausreichend Platz böte.

Frau Oldenburg fragt nach inhaltlichen Anliegen der Flursprecher, ob beispielsweise mehr Sprachkurse oder ähnliches gefordert würde.

Frau Hiller erwidert, es ginge bei den Gesprächen eher um Alltagsproblem, wie das Benutzen der Waschmaschinen etc. Es sei aber wichtig engen Kontakt zu halten, um Konflikte so früh wie möglich zu lösen.

Frau Tekindor-Freyjer fragt, inwieweit noch Bedarf an Dolmetschern fehlt, bzw. welche Sprachen benötigt werden.

Frau Abutalebi verweist auf das „gemischte“ Mitarbeiterteam, welches glücklicherweise Sprachwissen in parsisch und arabisch böte. Jedoch freue man sich auch über weitere arabisch sprechende Helfer.

Ein Bürger fragt Frau Abutalebi, wie ihr Kontakt zu den Initiativen sei.

Frau Abutalebi weist darauf hin, dass sie erst seit einer Woche ihre Arbeit aufgenommen habe. Sie hat sich vorgenommen einen regelmäßigen Kontakt zu halten, muss sich aber zunächst einarbeiten.

Herr Rafi-Elizei berichtet, dass er selber oft im Haus gewesen sei und einen guten Kontakt beobachtet hätte.

 

6. Bericht der Initiative Willkommen Flüchtlinge IWF

Herr Kelm berichtet und beginnt mit einem Dank an alle Unterstützer. Die Willkommenskultur sei keineswegs am Ende sondern lebe und verändere sich mit den Gegebenheiten und verändere auch die Helfenden selber. Die Initiative habe inzwischen über 200 Menschen willkommen geheißen mit einem Frühstück, einem Hygienebeutel für jeden Ankommenden, Süßigkeiten für die Kinder. Man habe bei der Einschulung der Kinder mitgeholfen. Ein großes Freizeitangebot bestehe mittlerweile für die Bewohner: Spiel-, Strick-, Theatergruppen und vieles mehr. Man sei von der Phase der Begrüßung nun dabei, mit zu helfen, dass die Menschen sich hier einleben können. Zur Schul- und Ausbildungssituation sei eine Veranstaltungsreihe im Kollegium Albertinum angedacht. Es gäbe aber noch einige weitere Vorschläge wie etwa das Einrichten einer 30-Zone für den Nonnenstieg. Es leben hier nun 200 Menschen, dabei auch kleine Kinder für die dies ein klarer Vorteil sein könne. Ein anderer Wunsch sei der nach mehr Barrierefreiheit für das Gebäude, dazu gehöre den Fahrstuhl wieder in Betrieb zu nehmen. Es gäbe Kinderwagen, schwangere Frauen und Rollstuhlfahrer. Wenn der Fahrstuhl nicht wieder betriebsbereit gemacht werden kann, müsse es andere Lösungen geben.

Auch sollte es mehr Gemeinschaftsräume geben und es sei ein Problem, dass die vorhandenen immer sehr früh abgeschlossen würden. Die Initiative möchte gerne ein Willkommensfest im Frühjahr veranstalten und hat bereits mit der Planung begonnen. Ein weiterer Wunsch sei ein Nachbarschaftscafe, Hierfür gäbe es Räume in einem Gebäude in der Ewaldstr. das der Wohnungsgenossenschaft gehöre. Man habe diese Räume bereits einmal gemietet, auf Dauer könne man diese aber finanziell nicht leisten. Über Unterstützung hierfür freue man sich. Geplant sei außerdem ein „Welcome-Diner“ für das man sich dann auf der Homepage der Initiative anmelden könne.

Dankenswerter Weise verfüge die Initiative nun über ein Büro, welches von freiwilligen Helfern inzwischen renoviert wurde. Dies verschaffe Unabhängigkeit. Es fehle noch ein Lagerraum für eine Kleiderkammer. Der geeignete Raum dafür stehe leider noch mit Möbeln voll. Man wolle eine eigene Kleiderkammer erhalten und lediglich Überschüsse an die zentrale Sammelstelle abgeben. Dies sei praktischer für Leute, die Spenden möchten aber nicht mobil seien.

Es sollten abschließbare Kühlschränke für das Heim geben, das würde vieles für die Bewohner erleichtern. Auch sollten Reinigungsmittel für Bad und Küche und Toilettenpapier gestellt werden. Ein Flüchtender mit Fünf Euro pro Tag könne das nicht leisten.

Man wünsche sich darüber hinaus eine bessere Kooperation mit bonveno. Bisher sei das Miteinander viel von Misstrauen geprägt. Für alles müsse man Listen ausfüllen, jeder einzelne Name müsste immer angegeben werden. Diesem Misstrauen stehe im Verhältnis dazu keiner Gegenleistung entgegen. Schon öfter habe die Initiative Vorschläge gemacht für ein monatliches Treffen beider Parteien, jedoch habe dies bisher nicht geklappt.

Weiterhin arbeite man daran die eigene Homepage zu verbessern.

Frau Abutalebi hofft auf eine gute Koordination, man müsse sich absprechen und gucken was von den vorgeschlagenen Dingen geht und was nicht. Frau Hiller habe hier teilweise rund um die Uhr gearbeitet. Eine Kleiderannahme sei durch das Personal nicht zusätzlich zu leisten.

Herr Bonder ergänzt, wenn die Initiative dies selber organisieren wolle, stehe dem nichts entgegen.

Frau Abutalebi fährt fort, dass die Listen für die verschiedenen Angebote einen Sinn haben, denn es gehe um die Sicherheit der Bewohner, für die bonveno die Verantwortung trage. Die Gemeinschaftsräume dauerhaft zu öffnen sei nicht möglich, man müsse für die Ordnung und Sauberkeit Sorge tragen, denn schließlich sollen sie weiterhin von allen genutzt werden können.

Herr Rafi-Elizei ist der Meinung, dass ein paar gute Vorschläge dabei seien, die Initiative solle aber auch nicht übertreiben. Die Mitarbeiter hatten ganz offensichtlich in den letzten Monaten keine Zeit sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Barrierefreiheit gebe es bereits wo es möglich gewesen sei. Die Inbetriebnahme des Lifts müsse man mit der Stadt besprechen. Für einen weiteren Gemeinschaftsraum wäre der ehemalige Kinosaal anzudenken, der aber energetische eine Katastrophe sei.

Herr Humke wünscht sich, dass die konstruktiven Vorschläge der Initiative aufgegriffen werden. Man müsse aber auf der anderen Seite sehen, dass dem Personal Grenzen gesetzt seien. Bei einer erweiterten Öffnung der Gemeinschaftsräume solle man die Initiative mit einbeziehen.

Frau Hiller betont, dass man bisher allen Wünschen gegenüber offen gewesen sei. Die Räume aufschließen sei kein Problem, solange ein Verantwortlicher für die Ordnung des Raumes da sei.

Frau Abutalebi betont, dass sie bisher einen guten Eindruck von der Zusammenarbeit habe.

Frau Oldenburg bestätigt die positive Erfahrung. Sie interessiere vor allem die Dinge, die man von Seiten der Politik ebnen könne. Es wäre schön, wenn die Bedingungen in allen Unterbringungen ähnlich gestaltet werden könnten.

Eine Bürgerin weist darauf hin, dass es momentan problematisch sei, dass kein großer Essensraum zur Verfügung stehe. Zweitens würde man gerne erfahren, wann denn das Mobiliar der Gothaer entfernt werde. Drittens gehe es bei den erwähnten Listen um die Verhältnismäßigkeit. Eine Ebene es besseren Austauschs sei angestrebt. Ein Treffen einmal im Monat wäre gut.

Frau Hiller wendet ein, dass man sicher nicht „Nein“ gesagt hätte, wenn man gefragt worden wäre.

Herr Bonder kritisiert den Misstrauensvorwurf. Bonveno sei verpflichtet Sicherheitsstandards zu erfüllen. Wer hier beispielsweise regelmäßigen Kontakt mit Kindern habe, muss ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, da stehe er auch voll hinter. Für ihn gäbe es da überhaupt keine Diskussionen: „Wir müssen wissen wer hier im Haus ist.“. In der Vergangenheit sei es geschehen, dass irgendjemand ein paar Kinder zusammengetrommelt habe und auf einmal wären sie verschwunden. Dann stellte sich heraus, dass man in einem Raum Gitarre mit ihnen spielte, was ja auch ok sei. Aber dies müsse auch klar kommuniziert werden. Weiterhin wurden Elektrogeräte an die Flüchtlinge verschenkt worden, die aber den Sicherheitsstandards für dieses Haus nicht entsprächen. Der Hausmeister überprüfe jedes Gerät einzeln und sei dafür kompetent. ER als Geschäftsführer würde jedenfalls kein Risiko aufnehmen wollen.

Herr Lieske ist für eine systematisierte Kooperation, heute solle aber nicht das „Klein, Klein“ besprochen werden, sondern die allgemeinen Dinge. Zu Frau Oldenburgs Wunsch, könne er leider nicht versprechen, dass nun an jedem Standort gleiche Bedingungen geschaffen werden können. Aber es werden sicher immer andere Lösungen gefunden werden.

Frau Oldenburg erklärt, ihr Wunsch habe sich nur auf die Spendenorganisation bezogen.

Ein Bürger meldet sich zu Wort und kritisiert die Äußerungen von Herrn Bonder. Man habe sicher nicht einfach Kinder zusammengetrommelt. Man böte Gitarrenunterricht an, der sehr gut ankomme und sei an besagtem Tag auf einen anderen Raum ausgewichen, um in Ruhe üben zu können. Auf einmal wurde das dann einfach „abgewürgt“.

Frau Sürmann bittet darum, nun nicht weiter die Kleinigkeiten zu besprechen. Die Gesprächsangebote von beiden Seiten seien da, und so könne man diese Dinge dann klären.

7. Mitteilungen und Anfragen

Es gibt keine Mitteilungen von Seiten der Verwaltung.

Frau Abutalebi betont, sie sehe da Gesprächsbedarf auch von der eigenen Seite. Sie bittet aber darum, sie erstmal „ankommen“ zu lassen. Auch sie spüre die große Verantwortung für die Menschen, die in dem Heim wohnen. Deshalb könne man die Regeln auch nicht einfach von irgendeiner Seite aufweichen. Den Dialogwunsch begrüßt sie sehr.

Eine Anwohnerin berichtet von dem „Höllenlärm“ der letzten Wochen verursacht durch Baumfällungen auf dem Grundstück des Heims, über das heute noch kein Wort gefallen sei. Man wisse nicht, warum dort Bäume gefällt und Gebüsch herausgenommen wurden. Das Entsetzen darüber sei jedoch groß.

Herr Lieske verliest aus einem Brief der Unteren Naturschutzbehörde, die die Arbeiten abgesegnet hat. Die Göttinger Baumschutzsatzung sei hier nicht betroffen, da es sich bei den gefällten Bäumen um Pappel und Weiden handelte. Die Bäume seien auf Grund mangelnder Standfestigkeit gefällt worden. Vier Ersatzpflanzungen seien angeordnet worden. Man dürfe nicht vergessen, dass das Gelände in Privatbesitz sei. Die Arbeiten sollen bis zum 29. abgeschlossen sein.

Die Anwohnerin möchte weiter über die Fällungen sprechen, die sie sehr kritisch sieht, jedoch wird eine weitere Wortmeldung nicht zugelassen.

Herr Rafi-Elizei verweist darauf, dass es in diesem Forum um andere Dinge gehe und man es nicht für das Einbringen von Partikularinteressen benutzen solle. Er bietet der Anwohnerin an, in seinem Büro darüber zu sprechen. Sie könne auch die Verwaltung anschreiben, das täte sie ja ohnehin jede Woche.

Die Anwohnerin möchte sich weiter äußern, doch Frau Sürmann schneidet ihr das Wort ab.

Herr Welter-Schultes fragt wie das Vorgehen sei, um eine 30er-Zone für den Nonnenstieg zu bekommen. Ob man einen Antrag im Ausschuss einreichen könne und wie da die Aussichten auf Erfolg seien

Herr Lieske bestätigt, dass dies die richtige Vorgehensweise sei. Seiner Meinung nach könnte dies Erfolg haben und grundsätzlich spreche nichts dagegen.

Herr Welter-Schultes nimmt noch einmal Bezug auf die Fällungen. Die Baumschutzsatzung sei doch sehr in Frage zu stellen, wenn sie nicht Pappeln und Obstbäume bzw. artenarmen Baumbestand mit einbezögen. Bereits im letzten Herbst hätte man ein Bürgerbegehren hierzu eingereicht.

Herr Lieske möchte das Thema beenden. Man könne einen Antrag zur Geschäftsordnung stellen. Dies seien sehr wohl wichtige Themen aber nicht hier und heute.

Eine Bürgerin erklärt die Info bezüglich Elektrogeräte wäre sehr wertvoll und fragt ob man eventuell zu spendende Geräte beim Hausmeister zur Überprüfung abgeben könne.

Herr Bonder bejaht das und verweist auf den Hausmeister der AWO der dafür einen Schein habe.

Frau Sürmann bittet darum, nun nicht mehr die „kleinen“ Dinge zu besprechen.

Ein Bürger beschwert sich, man habe den Eindruck, dass hier nicht auf der gleichen Ebene miteinander umgegangen würde wenn es um Hauptberufliche und Ehrenamtliche ginge.

Es wird erwidert, dass es in diesem Forum nicht um dieses Dinge gehe. Unruhe kommt auf. Von Seiten der Initiative äußert man Unverständnis, dies sei doch schließlich ein Dialogforum

Es sollen Termine für ein Treffen von bonveno und der Initiative verabredete werden.

Ein Bürger meldet sich zu Wort. ER sei als Flüchtlingshelfer in vielen Ländern unterwegs gewesen und möchte auf die Situation der Flüchtlinge in Syrien hinweisen. Auch mit Hinblick auf den zurückliegenden Jugoslawienkrieg, müsse man jetzt schon Aufbauarbeit in diesen Gebieten leisten. Es gäbe hoffentlich einen Tag nach dem Syrienkrieg und man dürfe die Menschen dort vor Ort nicht allein lassen. Es sei ein Medizinstandpunkt in Kobane direkt an der Grenze im Aufbau. Er bittet um Mithilfe dafür.

Eine Bürgerin fragt nach dem Miteinander der Flüchtlinge. Ob es Feindschaften gäbe zwischen Nationalitäten, Ethnien, Religionen. Wie werde für die Sicherheit der Frauen gesorgt.

Frau Hiller berichtet, es gäbe keine Konflikte politischer Natur, es gehe vielmehr um kleine Sachen, wenn es mal Streit gebe; Alltagsprobleme wie sie überall vorkommen, wo Menschen miteinander leben. Man versuche immer Vertrauen aufzubauen und zu vermitteln. Man führe Gespräche miteinander und versuche es zu regeln. Insgesamt, sei sie eigentlich erstaunt und glücklich darüber, wie gut das funktioniere, gemessen an der Anzahl der Bewohner und den Umständen unter denen sie herkamen.

Frau Prieß aus dem Forum berichtet von einer Geburtstagsfeier im Wohnheim zu der alle eingeladen gewesen seien. Ihr Eindruck sei, dass es im Heim sehr friedlich zugehe.

Herr Bonder möchte nochmal kurz auf die geäußerte Kritik eingehen. Seine Mitarbeiter seien in den letzten Wochen unglaublich gefordert gewesen. Die Stundenzettel seine teilweise jenseits der gesetzlich erlaubten Arbeitsstundenzahl gewesen. Man gebe sich Mühe und erwarte aber auch von der anderen Seite Rücksichtnahme.

Frau Abutalebi bittet darum ihr noch zwei Wochen Zeit zu geben für eine Einarbeitung, dann könne man regelmäßige Treffen vereinbaren.

Herr Bonder bietet bis Mitte März verbindlich ein Treffen an.

Ein Bürger wendet ein, man müsse noch festlegen, wer wen einlade.

Frau Abutalebi übernimmt gerne die erste Einladung. Die Einladungen können im Wechsel erfolgen.

3 Kommentare zu “Protokoll des Dialogforums „Flüchtlingswohnheim Nonnenstieg“ am 08.02.2016

  1. Frau Dr Suermann ist FDP Mitglied. Herr Bondel ist Herr Bonder (?) und in der SPD. Heisst Herr Ramaswamy nicht Krischke (?). Erhalten die ehemaligen Stadtangestellten nicht einen Vertrag, dann wäre die Tätigkeit nicht ehrenamtlich.

    • Vielen Dank für den Hinweis Herrn Bonders betreffend. Seine Name ist nun korrigiert. Die Personen sind in der Funktion erfasst, in der sie an dem Abend dort erschienen sind. Frau Suermann als Vertreterin der Paulus-Gemeinde und Herr Bonder für bonveno.

  2. Sehr schönes Protokoll, ganz wertvolles Dokument. Vielen Dank!

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