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Piraten widersprechen der SPD in ihrer Bewertung des Radschnellweges

Die Göttinger Piraten widersprechen der SPD in ihrer Einschätzung, der eRadschnellweg sei ein Erfolgsmodell, da er von vielen Fahrradfahrern genutzt werde. SPD-Mitglieder des Mobilitätsausschusses hatten in einer Presseerklärung herausgestellt, dass am Donnerstag den 6. Juli 2017 an der Zählstation am Bahnhof der fünfhunderttausendste Radfahrer in diesem Jahr erfasst worden war. Daraus hatte Karl Adam (SPD) hergeleitet, das in den E-Radschnellweg investierte Geld habe sich gelohnt und der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad werde erleichtert.

Die Piraten sehen diese Ansicht aus der Luft gegriffen und nicht durch die Zahlen bestätigt. Diese Zahl von 500.000 Fahrrädern am Bahnhof wurde im vergangenen Jahr bereits am 25. Juni erreicht, und lag am 6. Juli 2016 schon bei 536.000 [1]. Dies entspricht einem Rückgang des Radverkehrsaufkommens am Bahnhof von 7 % innerhalb nur eines Jahres.

»Man muss solche Zahlen im Verhältnis zu den Vorjahren betrachten, wenn man den Erfolg des Radschnellweges bewerten möchte. Gerade am Bahnhof beobachten wir seit Beginn der Erfassung Mitte 2015 massive Rückgänge im Radverkehrsaufkommen, die von der SPD ignoriert werden«, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Mobilitätsausschusses.
»Auch wir betrachten den Radschnellweg stellenweise als gute Investition, aber aus diesen Zahlen kann man einen Erfolg nicht herauslesen.«

Am Bahnhof wird der Radverkehr seit Juni 2015 durch die Zählanlage erfasst. In der zweiten Jahreshälfte 2015 wurden 557.084 Fahrräder gezählt, im selben Zeitraum 2016 waren es nur noch 471.089 Fahrräder — ein Rückgang von über 15 % [1]. Dieser Rückgang hat sich nun im ersten Halbjahr 2017 abgeschwächt, liegt aber mit minus 7 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2016 weiterhin erschreckend hoch.

Die Piraten kritisieren die SPD in ihrem Vorschlag, den eRadschnellweg zwischen Groner Tor und Rosdorfer Kreisel auf eine kurvenreiche, langsame und unattraktive Strecke durch das Wohnviertel Gartetalbahnhof-Leinestraße-Eisenbahnstraße zu legen, wo Radfahrer dreimal an gefährlichen Kreuzungen abbremsen müssen. Die Erwartung von Volker Grothey (SPD), die Weiterführung über diese Strecke werde ein Erfolg, können die Piraten nicht nachvollziehen.
Während man mit dem Rad über den Rosdorfer Weg nur zwei Minuten braucht, soll man nach dem Willen der SPD künftig durch das Wohnviertel freiwillig drei Minuten in Kauf nehmen.

»Die SPD redet sich die Welt schön und spricht von Erfolgen, die es nicht gibt und die durch diese Art Verkehrspolitik auch nicht zu erwarten sind. Geschwindigkeit ist im Radverkehr der entscheidende Faktor – Fahrräder müssen durch zielgerichtete Investitionen schneller durch die Stadt geführt werden und nicht langsamer«, so Welter-Schultes.

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