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Pressemitteilung: Piraten und Clubs gemeinsam gegen GEMA

Der Kreisverband Göttingen der  Piratenpartei unterstützt die Proteste von Clubbetreibern und Musikveranstaltern gegen die geplante Gebührenerhöhung der GEMA und ruft zum Unterzeichnen der Online-Petition gegen die Tarifreform auf.


In vielen Discotheken und Clubs überall in Deutschland wird sich am kommenden Samstag um 23:55 Uhr ungewohnte Stille ausbreiten, denn die Betreiber werden die Musik für fünf Minuten abschalten. Mit dieser Aktion sollen die Gäste auf die dramatischen Folgen der GEMA-Tarifreform hingewiesen und zur Teilnahme an der Online-Petition gegen die Reform animiert werden. „Die geplanten Gebührenerhöhungen in absurden Größenordnungen – 500 % im Durchschnitt, oft bis zu 1.200 %, in Einzelfällen sogar bis zu 2.600 % – bedrohen viele Clubs in ihrer Existenz“, erklärte Niels-Arne Münch, Fraktionsgeschäftsführer der Piraten im Stadtrat. Göttingen sei hier im besonderen Maße betroffen. Wegen der vielen Studenten gibt es in der Stadt besonders viele Clubs, zugleich sind die in der Regel aber nicht sehr groß. Gerade kleine und mittelgroße Clubs sind von der Gebührenerhöhung aber besonders betroffen. „Es droht ein Clubsterben und damit ein kultureller Kahlschlag.“

Die GEMA nimmt für sich in Anspruch, die Interessen aller Urheber zu vertreten, aber das entspricht nicht den Tatsachen. Rund 120 Millionen Euro – fast 15% der Gesamteinnahmen – verschlingt allein die Bürokratie der GEMA. Vom Rest kassieren rund 5 % der Mitglieder (3.400 Personen) etwa 65 % der Ausschüttungen. „Das Geld wird an die Dieter Bohlens der Musikwelt gehen, während unbekanntere Bands und Newcomer praktisch leer ausgehen“, ergänzt Münch. Deren Lage wird sich sogar verschlechtern, denn mit der Zahl der Clubs droht auch die Zahl der Auftrittsmöglichkeiten zu sinken.

Über 190.000 Unterstützer haben die Online-Petition gegen die Tarifreform bisher unterzeichnet. Bereits am vergangenen Montag nahmen in Berlin über 5.000 Menschen an einer Demonstration teil, zu der ein breites Bündnis mobilisiert hatte, unter anderem auch die Piraten. Angesichts der sturen Erklärungen der GEMA sind weitere Proteste zwingend erforderlich. „Wir rufen alle Betroffenen aus Kreativwirtschaft, Tourismus, Gastronomiegewerbe, Clubbetreiber, Veranstalter und Künstler sowie alle Teilnehmer an Musikveranstaltungen auf, sich an den Protesten zu beteiligen.“

3 Kommentare zu “Pressemitteilung: Piraten und Clubs gemeinsam gegen GEMA

  1. Vielen Dank für diesen Aufruf. Ich verstehe nicht, wieso so viele faktisch ausgebeutet Künstler die nahezu kriminellen Machenschaften der GEMA gutheisst. Zum Glück wird nach und nach an den GEMA-Strukturen gerüttelt. Transparenz ist der natürliche Feind der GEMA Strukturen.

  2. Was die Gema vorhat, ist wirklich das letzte. Danke, dass Ihr Stellung bezieht!

  3. Die GEMA kassiert über die „Zentralstelle für private Überspielungsrechte“ ZPÜ beim Kauf von Geräten und Speichermedien mit. Diese Pauschalabgaben wurden neulich auch wieder erhöht.
    Wer selber ausrechnen möchte wieviel er in den letzten Jahren so bezahlt hat, für den gibt es hier einen Rechner:
    http://bytefiction.com/pi/

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