Pressemitteilung Verkehrspolitik

Auswertung der Piraten: Radverkehrszahlen an Göttinger Zählstellen fallen unter 5 Millionen

Die Radverkehrszahlen der fünf fest installierten Göttinger Zählanlagen waren nach Auswertungen der Piraten auch 2017 rückläufig. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Piraten immer wieder auf auffallend starke Rückgänge hingewiesen und der Stadt eine verfehlte Verkehrspolitik vorgeworfen. Während die Stadt bislang in offiziellen Verlautbarungen weiterhin von Zunahmen des Radverkehrs ausgeht und Umfragewerte zugrunde legt, zeigen die tatsächlich gemessenen Zahlen ein anderes Bild.

An allen fünf Zahlanlagen Berliner Straße, Weender Landstraße, Nikolausberger Weg, Christophorusweg und Robert-Koch-Straße wurden im Jahr 2016 noch 5.139.605 Radfahrer gezählt [1]. Diese Zahl fiel 2017 unter 5 Millionen und erreichte nur noch einen Wert von 4.986.966. Damit blieb das Radverkehrsaufkommen 3 % unter dem Vorjahreswert.

Der Rückgang fiel nicht an allen Zählstellen gleich aus. So wurde an der Weender Landstraße unmittelbar am Weender Tor eine Abnahme von 4,5 % von 1,66 Millionen auf 1,58 Millionen registriert, dagegen am Nikolausberger Weg in Höhe Goßlerstraße eine Zunahme um 1,5 % von 759.000 auf 768.000. Starke Rückgänge auch am Christophorusweg (minus 6,4 %) und an der Berliner Straße (minus 4,2 %).

Die Zählanlage an der Robert-Koch-Straße, die 2014 noch 1,21 Millionen Radfahrer registriert hatte, wies 2017 einen Wert von 1,07 Millionen auf, was in etwa dem Wert von 2016 entspricht. Der Unterschied zu 2014 beträgt inzwischen über 12 %, wobei hier die Hauptverluste unmittelbar nach 2014 registriert wurden, als das studentische Semesterticket eingeführt wurde. Die inzwischen stagnierenden Zahlen sprechen dafür, dass sich das Verhältnis der studentischen Verkehrsmittelwahl Rad/Bus inzwischen stabil eingependelt hat.

Besonders alarmierend wirken die starken Rückgänge am Weender Tor und am Bahnhof. Bereits 2016 waren dort starke Rückgänge verzeichnet worden. Im 2-Jahres-Zeitraum seit 2015 betragen die Verluste am Bahnhof 15 %, am Weender Tor 8 %. Am Bahnhof vor der Hauptpost ist der höchste nichtstudentische Anteil von allen fünf Zählanlagen zu erwarten, da die anderen vier Zählstellen im unmittelbaren Universitäts-Umfeld liegen.

Die beiden Zählanlagen in der Nordstadt sind seit Anfang 2014 in Betrieb, die drei Anlagen entlang der Wallanlage im Zentrum seit 2015.

Die im Klimaplan Verkehrsentwicklung 2015 [2] festgelegte Zielsetzung, die Fahrleistung des Radverkehrs spürbar zu erhöhen, wurde bislang klar und deutlich verfehlt.

»Dem im Klimaplan Verkehrsentwicklung festgeschriebenen Ziel, weniger Auto- und mehr Radverkehr zu erreichen, kam Göttingen seit 2015 nicht näher, im Gegenteil. Hier muss in der Infrastruktur nachjustiert werden. Die bisherigen Maßnahmen wie beispielsweise die Investitionen in den Radschnellweg haben sich nicht als ausreichend erwiesen«, so Francisco Welter-Schultes, verkehrspolitischer Sprecher der Piraten.

 

Quellen

[1] Die Werte der fünf Radverkehrszählanlagen sind auf Anfrage bei der Stadt erhältlich.

[2] Klimaplan Verkehrsentwicklung, Ratssitzung vom 30.01.2015, Anlage 1, Seite 94

https://ratsinfo.goettingen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=11150

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