Pressemitteilung des Kreisverbandes, 25.05.2015

Der Göttinger Kreisverband der PIRATEN unterstützt die Ziele des Streiks der Beschäftigten im öffentlichen Sozial- und Erziehungsdienst. Während GRÜNE und andere fordern, den kommunalen Arbeitgebern mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, plädieren die PIRATEN dafür, die frühkindliche Erziehungsarbeit direkt dem Landesbildungsetat zu unterstellen.

Die PIRATEN fordern in ihrem Bundesparteiprogramm die Anerkennung eines konkreten Bildungsauftrags an Kindertagesstätten und die Finanzierung entsprechend der Regelung für Schulen. Im Klartext bedeutet das, die Finanzierung sollte durch die Landeshaushalte gewährleistet werden. Dazu zählt auch, dass der Besuch einer Kita ab dem dritten Lebensjahr genauso wie der Schulbesuch kostenlos sein muss.

»Kitas erfüllen heute Bildungsaufgaben. Eine Finanzierung irgendwo im Jugendförderbereich einer finanziell völlig unzureichend ausgestatteten Stadt ist absolut ungeeignet, eine derart wichtige Aufgabe landesweit und langfristig abzusichern«, so Ratsmitglied Meinhart Ramaswamy.
»Die geforderten 10 % mehr Einkommen sind absolut gerechtfertigt und eher noch zu wenig. Es verwundert, dass die Forderungen so moderat sind.«

Kindergarten 1954, Deutsches Bundesarchiv
Kindergartenszene in Deutschland 1954. Die Anforderungen an das Personal haben sich in den vergangenen 60 Jahren verändert. Die Bezahlung nicht.
Foto: Hans Lachmann, Deutsches Bundesarchiv 1954.

Völlig zu Recht wird bei den Auswertungen der Pisa-Studien bei negativen Ergebnissen auf Versäumnisse in der frühkindlichen Bildung verwiesen. An derselben Stelle wird das Personal der Kitas mitverantwortlich gemacht. Genau das aber unterstreicht den Wert dieser Arbeit, die mit gestiegenen Anforderungen zurechtkommen muss. Eine angemessene Anerkennung und Bezahlung ist die logische Konsequenz.

In Frankreich ist die Möglichkeit, wohnungsnah eine Kinderbetreuung zu finden, seit Jahrzehnten wesentlich besser geregelt als in Deutschland. Die Betreuung erfolgt dort staatlicherseits und kostenfrei. Das Personal wird gut ausgebildet und zertifiziert, und demnach auch entsprechend hoch geschätzt und vergütet.
Das Ergebnis dieser erfolgreichen Strategie ist bekannt: Frankreich hat in Europa schon seit Jahren mit die höchsten Geburtenraten, während sich Deutschland ganz am anderen Ende der Skala wiederfindet*.

Der Kreisverband der PIRATEN verweist außerdem auf die besondere Verantwortung Göttingens in dieser Auseinandersetzung. Der Kreis bildet zusammen mit Gießen tatsächlich die beiden kinderärmsten Landkreise Deutschlands**. Während der Bundesdurchschnitt bei etwa 1,4 Kindern liegt, sind es im Kreis Göttingen unter 1,2.

* https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gebutenrate_Europa_2006.jpg
** https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Fertilit%C3%A4t_Deutschland_2007.png

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