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Uber-App oder fahrscheinloser ÖPNV bei Leader?

Weil die Förderperiode der EU neu beginnt, muss ein neues Regionalentwicklungskonzept erstellt werden. Das ist Voraussetzung für die Leader-Förderung. Der Antrag muss am 10. Januar 2015 abgegeben werden. Am 22. Juli 2014 habe ich die Sitzung der AG Mobilität besucht. Es waren Jugendliche und Senioren eingeladen, um ihre Einschätzung zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abzugeben.


Meine Vorschläge für eine Projektförderung waren:

  • Fahrscheinloser ÖPNV als Pilotprojekt ausprobieren (oder: Das Semesterticket für alle).
  • Flexibele Möglichkeiten wie ein Anruftaxi in der Form einer „Uber-App“ ausprobieren in Bereichen und zu Zeiten, in denen sich keine Buslinien lohnen.

Die Einschätzung der jungen Menschen zum ÖPNV war doch ernüchternd. Kritikpunkte waren:

  • In der Freizeit kaum nutzbar, da der letzte Bus um 18.00 Uhr geht.
  •  ÖPNV ist generell unflexibel, in entlegenen Orten gibt es selbst zu Schulzeiten Wartezeiten von mehr als einer Stunde, wenn der Schulbeginn / -ende nicht zur ersten / letzten ist.
  • Der Komfort in den Linienbussen ist oft nicht zeitgemäß.
  • Mit 8 EUR pro Fahrt recht teuer (Schülerkarten gibt es nur bis zur 10. Klasse).
  • Das Angebot Anrufsammeltaxi ist nicht bekannt und es gibt auch nicht in allen Gemeinden Anrufsammeltaxen.
  • Eine App für Mitfahrgelegenheiten wurde eher als skeptisch angesehen, weil man nicht weiß, mit wem man da mitfährt.

Die Senioren waren nach meinem Eindruck generell wenig bereit, den ÖPNV in der jetzigen Situation zu nutzen. Lieber werden Mitfahrgelegenheiten mit mobileren Bekannten genutzt oder Verwandte und Bekannte gebeten, Fahrten zum Einkaufen usw. zu erledigen. In einigen Dörfern gibt es selbst organisierte Mitfahrgelegenheiten. Es gibt in Münden noch Bahnsteige, die nicht behindertengerecht (oder bereit für Kinderwagen) sind. Das gilt auch für einige der eingesetzten Linienbusse.

Es wurde auch viel über Carsharing-Modelle gesprochen. Ich finde das in Ordnung, allerdings profitieren davon eher nicht Jugendliche und Senionren, die besonders benachteiligt in der Mobilität sind.

Ich halte den Versuch, mit einem fahrscheinlosen ÖPNV mehr Menschen zu bewegen, in Busse und Bahnen zu steigen, für reizvoll. Warten wir ab, ob das Eingang in das Konzept findet.

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