Pressemitteilung des Kreisverbandes, 20.01.2016

In der kommenden Sitzung des Ausschusses für allgemeine Angelegenheiten am Montag 25.1.2016 wird die Verwaltung vorschlagen, den Antrag der Piraten vom 29.10.2015, keine Tiere mehr auf dem Schützenplatz unterzubringen, abzulehnen und stattdessen nichts zu unternehmen.
In der Begründung heißt es, während der Vorstellungen zwischen 15 und 22 Uhr hätten die Tiere kein Ruhebedürfnis, daher sei gegen den Schießbetrieb zwischen 16 und 21 Uhr nichts einzuwenden.

Die Piraten widersprechen dieser Darstellung und fordern weiterhin, das Unterbringen von Zirkustieren auf dem Schützenplatz nicht mehr zuzulassen, sollte der Schießbetrieb während der Gastspiele nicht eingestellt werden.

»Jeder weiß, was für einen Stress die Ballerei an Silvester für Haustiere bedeutet. Zirkustiere sind aufgrund der Streßsituation während der Transporte besonderen Belastungen ausgesetzt und brauchen ihre Ruhephasen umso nötiger«, so der Kreisverbands-Vorsitzende Niels Arne Münch.

Zirkus Aeros, Göttingen 2015

Zirkus Aeros auf dem Schützenplatz am 14. Oktober 2015. Auch an diesem Nachmittag wurde im Schützenverein wieder geschossen. Die Verwaltung plädiert für Nichtstun.

Ruhebedürftige Tiere direkt neben einer Schießanlage unterzubringen, ist nicht mehr zeitgemäß. Das Bewusstsein für Tierschutz hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert, auch die Göttinger Verwaltung wird das nicht auf Dauer ignorieren können.

In ihrer Vorlage stellt die Verwaltung es so dar, als wären alle Tiere bei allen Vorstellungen pausenlos im Einsatz. Diese Annahme trifft nicht zu. Die meisten Tiere ruhen sich aus, im Einsatz sind immer nur einige Tiere.
Zudem hat die Verwaltung nicht berücksichtigt, dass der Schießbetrieb auch in der Außenanlage stattfindet und dort viel lauter ist als im Schützenhaus. Laut Vorlage sei die Lärmbelästigung des Betriebes „im Schützenhaus“ so gering, dass man diese vernachlässigen könne. Die Außenanlage wurde verschwiegen.

»Wir haben am 13. April 2015 anlässlich des Gastspiels des Zirkus Charles Knie zwischen 18 und 19 Uhr selbst hören können, wie laut die Schießerei in den Außenanlagen war, auch am anderen Ende des Platzes. Einige von uns sind selbst zusammengezuckt, weil sie damit nicht gerechnet hatten«, so Münch weiter.

Unakzeptabel ist, dass die Verwaltung ihre Behauptungen nicht vor Ort nachgeprüft hat. Eine Prüfung vor Ort ist das Mindeste, was ein Ratsmitglied erwarten kann, wenn es eine Entscheidung treffen soll.

Die Piratenpartei fordert, die Wildtierhaltung in Zirkussen bundesweit generell zu untersagen. Dass die Verwaltung ein generelles Verbot bislang ablehnt, wird die Piraten auch in Zukunft nicht davon abhalten, sich weiterhin für die Tiere und die Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen einzusetzen und genau hinzuschauen. Auch wenn man den Betrieb nicht ganz untersagen kann, so sollte doch zumindest versucht werden, den Tieren den Aufenthalt angenehmer zu gestalten und nicht noch stressiger, als es unbedingt nötig wäre.