Die Göttinger PIRATEN empfehlen dringend, die geplante Abwicklung des Fern- und Reisebusverkehrs auf dem Zentralen Omnibusbahnhof ZOB in einer mehrmonatigen Probephase zu testen. Danach wären Erfahrungsberichte der Göttinger Busfahrer einzuholen. Nur so ließe sich eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen und eine Fehlplanung verhindern.

Die am 19. Februar dem Bauausschuss vorliegende Beschlussvorlage der Verwaltung, ohne eine Probephase für 75.000 Euro am ZOB bereits vollendete Tatsachen zu schaffen, ist riskant und offenbart an mehreren Stellen eklatante Planungsschwächen.

Bild eines Fernbus.
ADAC Postbus neben Kraftpost Bus von 1925 CC-BY-SA von Benutzer Kandschwar, Quelle: wikipedia.org

Seit Mitte 2014 werden bis zu 7 Fernbusse gleichzeitig vor der Zoologie beobachtet, oft ausgerechnet mittags zur Stoßzeit im Schulbusverkehr. Die Verwaltung arbeitet mit längst überholten Zahlen und schließt kategorisch aus, dass die Fernbusbranche weiter expandieren könnte. Es werden nach dem Verbauen der letzten Grünanlage auf dem Areal keine weiteren Vorhalteflächen in Bahnhofsnähe mehr existieren.

Die PIRATEN fordern eine Testphase ohne teuren Umbau, der ohnehin nur zwei zusätzliche Plätze schaffen würde. Für Testzwecke reicht die jetzige Anlage aus.

Es geht nicht nur um die gleichzeitige Unterbringung einer bestimmten Busanzahl auf Stellflächen, sondern es muss auch die Frage beantwortet werden, ob die Abwicklung des rangierenden Busverkehrs in den Stoßzeiten gefahrlos bewerkstelligt werden kann. Dies kann nur die Praxis zeigen. Die PIRATEN halten es für sehr riskant, hier planlos und ohne jede Probephase vorzugehen.

Weitere Planungsschwächen offenbaren sich im Detail. Wenn Fernbusplatz 4 belegt ist, kann Bus 3 nicht herausfahren. Ein Bus auf Platz 5 verstellt gefährlich die Sicht der von Süden kommenden Radfahrer auf die ausfahrenden Busse – die Busfahrer wiederum können die Radfahrer nicht rechtzeitig sehen. Für die wartenden Fernbus-Fahrgäste sollen Bänke installiert werden, doch es fehlt eine Überdachung. Aus den auf der Südwestseite neben der Böschung haltenden Bussen kann niemand aussteigen. Die drei von der Stadt verplanten Pkw-Stellplätze gehören zum Zoologischen Institut, welches dann keine Parkplätze mehr für Anlieferverkehr hat.

Die ganze Planung wirkt sehr wenig durchdacht.

Bereits am 20.6.2013 war im Bauausschuss auf das zu lösende Haltestellenproblem hingewiesen worden. Es stellt sich die Frage, warum die Reise- und Fernbusse nicht schon viel früher auf dem ZOB untergebracht wurden, wenn dies plötzlich so einfach sein soll.

Pressemitteilung vom 18.02.2015

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