PiratenPlanet Pressemitteilung Verkehrspolitik

Sorge über Radverkehrs-Rückgang im 1. Quartal

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 29.04.2015

Die Göttinger PIRATEN zeigen sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen in der Nutzungsintensität des Radverkehrs in der Universitätsstadt.
Ein Vergleich der Quartalswerte für die Induktionsschleife der Robert-Koch-Straße ergibt ein alarmierendes Bild. Demnach hat die Radverkehrsintensität auf dem Weg zwischen Innenstadt und Nordcampus von 276058 im ersten Quartal des Jahres 2014 auf 225077 in den ersten drei Monaten 2015 abgenommen. Dies entspricht einem Rückgang um 18,5 %.

Zwei Ursachen machen die PIRATEN für die Entwicklung verantwortlich: Die Einführung des Bus-Semestertickets ab Oktober 2014 und die im Zuge des eRadschnellwegbaus zunehmend eingebauten Zeitverluste beim Zurücklegen der Radstrecken durch immer längere Wartezeiten an den Ampeln. Beides hat bewirkt, dass Radfahren unattraktiver wurde.

Radverkehrszählanlage Induktionsschleife RoKo-Straße
Radverkehrszählanlage an der Induktionsschleife der Robert-Koch-Straße. Hier lassen sich täglich die aktuellen Zahlen ablesen.

Im Klimaplan Verkehrsentwicklung, der am 30. Januar 2015 vom Rat verabschiedet worden war, wurden „Verbesserungen im innerstädtischen Radverkehr“ als ein wichtiges Ziel auf dem Weg zur Reduktion klimaschädlicher Abgase herausgestellt (Seite 92). Die durchschnittliche Reisezeit im Radverkehr solle laut Plan um 10 % gesenkt werden.

Doch mit jedem neuen Kreuzungsumbau entfernt sich die Stadt weiter von diesem Ziel. So wurde Anfang 2015 die Wartezeit am Weender Tor von 40 auf 80 Sekunden verlängert. Problematisch ist auch die seit dem Umbau nicht mehr mit den Nachbarampeln koordinierte Ampelschaltung an der Klinikum-Einfahrt der Robert-Koch-Straße.

»Das Bussemesterticket bietet radfahrenden Studierenden die notwendige Ausweichmöglichkeit bei schlechter Witterung, und eine den Vorlesungszeiten angepasste Taktung kommt ihnen auch zugute. Dennoch müssen wir uns fragen, warum der Bus nicht als Alternative zum Autoverkehr angenommen wird«, so Friederike Buch von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten des Kreisverbandes.
»Ein attraktiver ÖPNV darf nicht dem Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur entgegenstehen. Beides muss Hand in Hand gehen

Die PIRATEN fordern nun gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Radverkehrs. Hierzu gehören eine Umprogrammierung der Grünphasen am Weender Tor auf die ursprünglichen Werte vor den Umbauten im Rahmen des eRadschnellweg-Projekts, bessere Radwegräumungen im Winter und mehr Investitionen in Überdachungen.
Es wäre außerdem sinnvoll, ein professionelles Verkehrsplanungsbüro einzuschalten.

»Die enormen Investitionen in einen Radschnellweg sollten die Situation für Radfahrer im Straßenverkehr verbessern«, so Friederike Buch. »Sollte sich in Zukunft bestätigen, dass die neue Infrastruktur nicht angenommen wird, muss man von Fehlplanung und verschenkten Geldern sprechen.«

Die PIRATEN halten zudem ihre bereits vor mehreren Wochen geäußerte Kritik an der unprofessionellen Regelung der Radwegführung im Baustellenbereich der Berliner Straße aufrecht.

Dort wird seit Mitte März der Radweg zwischen Weender Tor und Godehardstraße ohne Sinn und Verstand offiziell gesperrt. Der Radwegabschnitt war bislang die ganze Zeit bestens befahrbar und ist es bis heute. Nach wie vor sind die Barrieren selbst der einzige Grund, den Radweg zu sperren. Von diesen abgesehen ist der Weg frei.

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