Bildungspolitik Kreispolitik Göttingen Kreistagsfraktion PiratenPlanet

Schulentwicklungsplanung im Landkreis Göttingen

Auf der letzten Sitzung des Schulausschusses des Landkreises Göttingen wurde auch die Schulentwicklungsplanung vorgestellt.

Sie legt nahe, mit der Stadt Göttingen zusammenzuarbeiten, so dass ich hoffe, dass der Vertrag über die dritte IGS von den Kollegen der Stadtratsfraktion unterstützt wird. Aus dem Bericht der beauftragten Firma habe ich hier zwei Abbildungen zitiert.

grafik
Entwicklung in Haupt-, Realschulen und Gymnasien

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Schulform der Hauptschule keine guten Aussichten hat. Die Schulform der Realschule wird in den Sog mit hinein gezogen. Diese Aussage des Gutachtenerstellers erntete Widerspruch von anwesenden Lehrern. Die Aussagen zu den Oberschulen waren differenziert. Die Oberschule in Friedland sei aktuell stark, die weitere Gesamtschule in Göttingen könnte allerdings dazu führen, dass die Anmeldezahlen sinken.

Durch die Lage in der Nähe des hessischen Oberzentrums Kassel bedingt gehen 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde Staufenberg auf Schulen in der Stadt Kassel.

Die Schulen des Landkreises in Duderstadt stehen im Wettbewerb mit Schulen in kirchlicher Trägerschaft um die Anmeldungen.

Entwicklung von IGS, KGS & Oberschule
Entwicklung bei IGS, KGS & Oberschule

Insgesamt waren einige der anwesenden Lehrer kritisch, was die Zahlen und deren Bewertung angeht. Der Mitarbeiter der Beratungsfirma gab sich Mühe zu erwähnen, dass die nachlassenden Schülerzahlen an einigen Schulen nicht auf „schlechte Arbeit“ zurückzuführen sind. So leisten die Lehrerinnen und Lehrer an den Hauptschulen gute Arbeit, die Hierarchisierung begänne im Kopf der Eltern, die ihre Kinder nicht auf eine Hauptschule schicken möchten. In der Tat kenne ich niemanden, der sich darüber freut, wenn sein Sohn oder seine Tochter in eine Hauptschule eingeschult wird.

Interessant ist ferner die Feststellung, dass es in den letzten Jahren eine zunehmende Differenzierung der Schulformen gab, die nicht dazu geführt haben, dass andere Schulformen abgelöst wurden. So gibt es neu die Oberschule und das Abi auf dem Gymnasium nach 12 oder 13 Jahren neben der Haupt- und Realschule und den Gesamtschulen. Viele neue Schulformen „ringen somit um das Herz der Eltern“ (O-Ton).

Nicht ganz passend zum Thema erwähne ich hier, dass ich das Werk gern hier online gestellt hätte. Wäre mein Antrag zur Veröffentlichung von Inhalten unter eine CC-Lizenz angenommen worden, wäre dies kein Problem.

1 Kommentar zu “Schulentwicklungsplanung im Landkreis Göttingen

  1. Martin Rieth

    Ich werde der dritten IGS zustimmen, ich bin unsicher wieso eine IGS zwingend die Schließung der Hauptschulen nach sich ziehen muss. Nach dem was die Lehrer der städtischen Hauptschulen im Ausschuss erzählten, scheinen die Hauptschulen allerdings eher Förderschulen zu sein. Ich glaube es ist „nur“ mal wieder, dass Gelder von der Landesregierung lieber in Überwachung, Verfassungsschutz und andere kriminelle Organisationen gegeben werden anstatt in Bildung. :-/

Schreibe einen Kommentar zu Martin Rieth Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.