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Radschnellwegplanung der Stadt: planlos und frauenfeindlich

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 15.10.2015

Die Piraten kritisieren die am 8. Oktober 2015 im Bauausschuss vorgestellten Varianten für die Radschnellweg-Verbindung südlich der Groner Landstraße als kopflos und frauenfeindlich. Dies betrifft auch die unkritischen Stellungnahmen von SPD, Grünen und CDU.

In allen fünf von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten* soll der Radschnellweg durch den engen Durchgang zwischen Bahndamm und dem Hochhaus des sozialen Brennpunktes Groner Landstraße 9 geführt werden. Dies halten die Piraten vor allem abends und nachts für gefährlich, insbesondere für junge Frauen.
Darüber hinaus soll nun auch am Groner Tor – wie zuvor bereits am Weender Tor – eine stark befahrene Kreuzung ohne vorherige Radverkehrszählungen kopflos umgebaut werden.

Hallo, gehts noch gruseliger? Der Stadtrat will junge Frauen auf dem Radschnellweg durch diesen dunklen Durchgang schicken.
Ansicht von der Groner Landstraße, wenige Meter weiter links das Hochhaus des sozialen Brennpunkts Groner Landstraße 9, rechts die Böschung des Bahndamms.

»Diese Planung ohne jegliche Beteiligung der Betroffenen ist unverantwortlich, kopflos und von miserabler Qualität. Mir stellt sich die Frage, für wen Verwaltung und Stadtrat der ach-so fahrradfreundlichen Stadt Göttingen überhaupt Politik machen«, so Friederike Buch von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten, die selbst an der Universität studiert.
»Nirgendwo wirkt sich die systematische Nichtbeteiligung der über 30.000 Studierenden in der Kommunalpolitik so krass aus wie in der Verkehrsplanung

Als Interessengruppen sind im Bauausschuss nur Senioren und Behinderte zugelassen, weder die Gruppe der Studierenden noch die Frauen haben eine beratende Stimme in diesem Gremium.
Ein Problem ist auch die Altersdifferenz zwischen Entscheidungsträgern und den Betroffenen. Die im Bauausschuss anwesenden Ratsmitglieder von SPD, Grünen und CDU sind im Schnitt 60 Jahre alt, die potentiellen Nutzer des Radschnellwegs dagegen überwiegend im Studentenalter.

Der Durchgang von Süden gesehen. Deutlich zu sehen hier die Kurve, die reliefbedingt nicht begradigt werden kann und die verhindert, dass man den Weg gut einsehen kann.
Ansicht von der Seite Am Gartetalbahnhof/Am Hasengraben, links des Weges die Bahnböschung, rechts die Hochhausseite. Rechts direkt hinter dem Zaun geht es mehrere Meter senkrecht ab in eine oben offene Tiefgarage.
Beide Bilder vom 15.10.2015.

Völlig unverständlich erscheint den Piraten, warum die viel naheliegendere Streckenvariante vom Groner Tor über die Bürgerstraße in den Rosdorfer Weg Richtung Brauweg in keiner einzigen Variante geprüft wurde. Die Begründung der SPD, wonach neben der großen Eiche vor dem Haus Groner Landstraße 1 keine vier Meter Platz mehr seien, überzeugt nicht: Erstens ist der neugebaute eRadschnellweg auch andernorts weniger als drei Meter breit (so an einigen Stellen der Berliner Straße), zweitens ließe sich durch die Entfernung der Verkehrsinsel zwischen den Fahrbahnen zusätzlich Platz schaffen.

Schon beim Umbau des Weender Tores 2014 hatten die Piraten schwere Mängel aufgezeigt, von denen bisher kein einziger behoben wurde. Die Piraten fordern eine Radverkehrszählung vor dem Umbau und eine dem Bedarf entsprechende Streckenführung Groner Tor – Bürgerstraße – Rosdorfer Weg in beide Richtungen.
Darüber hinaus fordern sie für die kommende Wahlperiode die Einrichtung eines vom Bauausschuss getrennten Verkehrsausschusses.

* Variante 6 wurde nicht am Beamer gezeigt. Die von der Stadt erst mehrere Tage später und auf mehrmalige Bitte der Piraten-Ratsfraktion ins Netz gestellten Pläne entsprechen nicht denen, die den Ratsmitgliedern am Beamer vorgestellt worden waren.

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