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Piratenpartei kritisiert Tempo 30-Strategie als nicht zeitgemäß

Der Kreisverband der Piratenpartei lehnt es ab, eine umweltfreundlichere Verkehrspolitik auf das Ausweisen von Tempo 30-Strecken zu beschränken.

An Straßen, die für 70 km/h ausgelegt sind, Tempo 30-Schilder aufzustellen und dann mit erzieherischen Maßnahmen wie Bußgeldern zu versuchen, deren Einhaltung durchzusetzen, ist kein Mittel einer modernen Verkehrspolitik.

Verkehrszeichen Zone30
Die ganze Stadt als 30-er Zone?

Es ist heutzutage z. B. durchaus möglich, Ampeln induktiv zu schalten und dann, wenn ein rasendes Auto registriert wird, die nächste Ampel umgehend eine Minute lang auf Rot zu stellen. Ebenso kann nachts ein Auto, das mit 30 km/h registriert wird, an der nächsten Ampel umgehend dann Grün erhalten, wenn kein anderer Verkehr kreuzt. Die PIRATEN fordern, endlich Gelder für intelligentere Ampelschaltungen bereitzustellen.

An den Durchgangsstraßen Tempo 30 auch tagsüber vorzuschreiben wäre nach Ansicht der PIRATEN die falsche Strategie. In den Städten geht es heute darum, mit moderner Technik Verkehrsströme energiesparend und lärmreduziert durch optimal genutzte Straßenräume zu leiten und den Radverkehr attraktiver zu machen, beispielsweise mit neuen Schildern.

»Eine Stadt kommt nicht weit, wenn sie sich jahrzehntelang weigert, neue und innovative Ideen für eine moderne Verkehrsführung gedanklich überhaupt zuzulassen. Die Technik hat sich in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt. Bestrafung sollte nicht das erste Mittel der Wahl sein«, so Francisco Welter-Schultes und Angelo Perriello von der Arbeitsgruppe
»Ampelpiraten« des Kreisverbandes.

Unter den 428 Einwänden im IWF-Verfahren befanden sich 18 Anregungen, die Verbesserungen im Bereich Verkehr vorschlugen und die inhaltlich nicht einmal kommentiert wurden.

Nicht nur Bürgerinitativen, auch die PIRATEN sehen sich Schwierigkeiten in den Verkehrsabteilungen der Verwaltung gegenüber. So wurde eine von der Piraten-Ratsfraktion an die Verwaltung im April 2014 gestellte und aus zehn detaillierten Einzelfragen bestehende Anfrage zu den Ampelschaltungen an die Verwaltung bis heute nicht beantwortet. Üblich sind zwei Wochen Bearbeitungsdauer.

Für die PIRATEN sind solche Hindernisse jedoch kein Grund, sich nicht weiterhin für eine bessere Verkehrspolitik einzusetzen.

Pressemeldung vom 16. Januar 2015

16 Kommentare zu “Piratenpartei kritisiert Tempo 30-Strategie als nicht zeitgemäß

  1. „[…]und den Radverkehr attraktiver zu machen, beispielsweise mit neuen Schildern.“

    Was für „neue Schilder“ sollen das denn sein? Ich kann mir da jetzt grade so garnix drunter vorstellen.

    „An den Durchgangsstraßen Tempo 30 auch tagsüber vorzuschreiben wäre nach Ansicht der PIRATEN die falsche Strategie. In den Städten geht es heute darum, mit moderner Technik Verkehrsströme energiesparend und lärmreduziert“

    Und mit 50 oder 70km/h zu faren ist energiesparend und lärmreduziert im Gegensatz zum Fahren mit 30km/h?!Verblüffend.

    „wenn ein rasendes Auto registriert wird, die nächste Ampel umgehend eine Minute lang auf Rot zu stellen“

    Ja. Dieser Vorschlag wirkt dann wohl ganz besonders „energiesparend und lärmreduzierend“: Abbremsen, eine Minute laufender Motor und dann rasertypisches Motoraufheulen und Reifenqueitschen.

    Welche Autofahrerseele hat hier seine Tagträume zu Parteiprogramm gemacht ;-)

    • Hallo rec,

      vielen Dank für Deine Meinung.

      Die Behauptung, die Verordung des 30 km/h-Höchstgeschwindigkeit auf den Göttinger Hauptverkehrsstraßen verringert die Lärmbelästigung substantiell, wird von mir nicht geteilt.

      Ich bin eine Autofahrerseele. Nur montags bis freitags bin ich als fahradfahrender Vegetarier den schlechten Autofahrern ideoloisch überlegen.

      Im Ernst: Die Stadt ist ein Oberzentrum, in das viele Menschen hereinpendeln, zum zu Schule, Arbeit, Krankenhaus oder Studium zu gelangen. Die Situation im ÖPNV in den abgelegeneren Dörfern ist dermaßen miserabel, dass de facto die Menschen auf den PKW angewiesen sind und zwar seelenlose wie beseelte Menschen. Ich halte nichts davon, den Leuten den Anreiseweg zu vergraulen und Radfahrer gegen Autofahrer auszuspielen. Als Radfahrer halte ich mich ohnehin nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen, wenn das die Sicherheitslage im Verkehr zulässt.

      Es tut mir leid, dass Dir die PM inhaltlich nicht zusagt.

      Nochmals Danke für Deine Meinung!

      • Danke für die Rückmeldung.

        Eines Vorab, bevor ich zu einem anderen Aspekt etwas länglich aushole: Die Antwort auf meine Frage, was für Schilder der Kreisverband da konkret meint, die „Radverkehr attraktiver zu machen“ vermögen, interessiert mich wirklich sehr. Könnten Sie vor Allem dazu noch was schreiben?

        Ansonsen: Ich verstehe durchaus, dass man auf dem Land auf PKW angewiesen ist.

        Was ich nicht verstehe, ist was für einen PKW-Pendler so weltbewegend wichtig sein soll, am Recht mit 50 oder gar 70 km/h innerorts die körperliche Unversehrtheit und Lebensqualität der Einwohner zu gefährden bzw. zu beeinträchtigen statt sie bei 30 wenigestens halbwegs zu reduzieren , angesichts der Tatsache, dass…

        …z.B bei jemand der 20km sagen wir mal mit 80km/h Schnitt von seinem Haus auf dem Dorf in eine Stadt pendelt und da dann noch 3km weit 30km/h fahren muss, 21 Minuten für die Strecke benötigt. Also 3 Minuten mehr als die 18 die 50 km/h rauskämen.

        Da nun aber innerorts weder bei 50 noch bei 30 tatsächlich ein solcher Schnitt rauskommt, sondern der gerade im Berufs- also Pendlerverkehr innerorts auch bei 50km/h eher tatsächlich 20km/h oder sogar noch deutlich weniger durch Ampelstaus etc.rauskommen, dürfte die tatsächliche Differenz der Gesamtfahrtzeiten eher im Bereich unter einer Minute liegen.

        Für diese Minute Tag für Tag, Stunde für Stunde, zigtausendfach Anhaltewege verdoppeln?! Ich würde das als gleichermaßen irrational wie rücksichtslos bezeichnen.

        Unglücklich finde ich hier generell auch die Vermischung der Themen zulässige Höchstgeschwindigkeit und intelligente Ampelschaltungen: Das eine hat doch mit dem Anderen nix zu tun. Ampeln können doch bei jeder zHg intelligent oder weniger intelligent geschaltet werden.

  2. Noch eines:

    „Es ist heutzutage z. B. durchaus möglich, Ampeln induktiv zu schalten und dann, wenn ein rasendes Auto registriert wird, die nächste Ampel umgehend eine Minute lang auf Rot zu stellen. Ebenso kann nachts ein Auto, das mit 30 km/h registriert wird, an der nächsten Ampel umgehend dann Grün erhalten, wenn kein anderer Verkehr kreuzt. “

    Und funktionieren die beschriebenen, induktiven Ampelreaktionen irgendwie nicht, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 30km/h beträgt? Nicht Ihr ernst. Oder?

  3. Ampeln sollen also auf rot umschalten wenn jemand zu schnell fährt? Ja da freuen sich dann die Menschen, die nicht zu schnell waren aber wegen einem Anderen auch warten müssen.

    Intelligentere Ampelschaltungen sind am Ende nur eine Bevorzugung des PKW Verkehrs gegenüber Radfahrern und Fußgängern. Ich kenne keine einzige Ampel, wo es dann nicht so ist, dass die intelligente Steuerung sich nahezu ausschließlich nach den Bedürfnissen des PKW Verkehrs richtet. Für Radfahrer werden die Taktzeiten dann nicht mehr durchschaubar. Ein Anpassen des Tempos (ausrollen lassen weil es ja eh noch länger rot bleiben wird oder beschleunigen weil es nicht mehr lange grün bleiben wird) ist dann nicht mehr möglich. Das funktioniert nur bei festen Taktzeiten. Dazu kommt eine grüne Welle für PKW ist für Radfahrer, welche nicht so schnell sind, meistens eine rote Welle.

  4. Sorry rec, ich hatte deinen Kommentar nicht gelesen, bin erst jetzt drauf aufmerksam gemacht worden.
    Fuer den Inhalt der PM kannst du groesstenteils mich verantwortlich machen.
    Thema „Schilder“: geht hier um die Schilder, die Katharina Simon 2014 in ihrem Wahlkampf erstmal gefordert hatte: Rechtsabbiegen fuer Radfahrer bei Rotlicht erlauben (Gruenpfeil fuer Fahrraeder, an mindestens 60 Positionen im Stadtgebiet), an 8 Stellen in Goettingen ausserdem das Geradeausfahren (also praktisch die entsprechenden franzoesischen und niederlaendischen Regeln auch hier endlich einfuehren), dazu liesse sich zusaetzlich auch das Missachten des Rotlichts in den naechtllichen Kernstunden per Gruenpfeil-Regelung erlauben (Gruenpfeil heisst immer: querender Verkehr hat Vorrang). Fuer den Radverkehr waeren das deutliche Verbesserungen, vor allem weil nachts bei vollkommen leerer Strasse kein Polizist mehr 100 Euro fuer das Missachten des Rotlichts verlangen koennte. Es gibt da eine gewisse Polizeiwillkuer.
    Thema „induktive Ampeln“ (auch Re: Thomas): ist definitiv nicht so gemeint, dass Autoverkehr gegenueber Radverkehr bevorzugt wird. Der Einwand, dass das hinterher so kommt, wenn man die Verwaltung alleine mit sowas vor sich hinwurtschteln laesst, ist berechtigt. Da muss man aufpassen und zwischengehen. Wir fordern, dass BuergerInnen hier mitreden koennen. Induktiv kann viele Bedeutungen und Facetten haben. Es kann beispielsweise bedeuten, dass eine Ampel an einer Hauptverkehrsstrasse Gruen bleiben kann, wenn das System erkennt, dass an der Querstrasse kein Auto steht (Beispiel Bahnhofsplatz, Ampel an der Hauptpost).
    Das „Bestrafen“ von Rasern per erzwungener Rotschaltung wird schon in vielen Gemeinden praktiziert und es scheint positive Erfahrungen zu geben. Vor allem nachts haette das auf den Verkehrsfluss wenig Auswirkungen. Intelligente Schaltungen lassen sich so einrichten, dass tags und nachts andere Schaltprogramme ablaufen.
    Genauso das Belohnen von Autos, die 30 fahren: auch das waere nachts gut umsetzbar. Tagsueber waere es komplizierter. Loesungen muessen differenziert sein, aber es gibt heute Computer und mit denen kann man einiges machen. Die Tempo 30-Diskussion ist jetzt vor allem auf den Nachtverkehr bezogen, und da nur T30-Schilder hinzustellen (wird ja auch nicht eingehalten), ist schon sehr einfallslos.
    Generell: es ist ueberhaupt nicht so, dass wir hier den Autoverkehr bevorzugen wollen. Das ist nicht die Zielsetzung.

    • Bevorzugen oder Benachteiligen, schön und gut, aber wie steht es um die Sicherheit? Tempo 70 verdoppelt den Bremsweg gegenüber Tempo 50, Tempo 50 verdoppelt ihn gegenüber Tempo 30.

      Straßenverkehr ist ja immer eine Abwägung der Interessen. Schnelles Vorankommen vs. Sicherheit, Autos vs. Fußgänger und Radfahrer, der ÖPNV sollte auch am Ende noch funktionieren …

      Tempo 70 birgt hohe Sicherheitsrisiken und macht zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wie Ampeln, schlimmstenfalls sogar Radwege etc. nötig. Zebrastreifen sind dann gar nicht mehr möglich, eine Fahrbahnquerung ist für viele Fußgänger nicht mehr machbar. Es bringt Autofahrern Vorteile und allen anderen Nachteile im Vorankommen und ihrer Sicherheit.

      Eine Ausgewogenheit sehe ich da nicht, zumal die in den Kommentaren angeregten Vereinfachungen durch grundlegende Regeländerungen einerseits nur Radfahrer betreffen und andererseits gesetzgeberisch keine Chance haben.

      Den Vorschlag würde ich nochmal ernsthaft überdenken.

      • Hey Thomas,

        es ist richtig, dass der Sicherheit vor Personenschäden im Straßenverkehr Vorrang gebührt.

        Das was nicht der veröffentlichte Grund, aus welchem Grund die Höchstgeschwindigkeit auf den betreffenden Straßen von 50 km/h auf 30 km/h gesenkt wurde. Die Begründung war, es diene der Lärmminderung. Menschen, die in Göttingen in der Nähe von Bahnschienen leben, können diese Begründung nur als lachhaft empfinden. Dort gelten andere Regelungen und niemand schert sich um die Lärmbelästigung durch durchfahrende Güter- und Personenzüge.

        Mir ist auch nicht bekannt, dass es in letzter Zeit in den betreffenden Einfallstraßen nach Göttingen erhöhte Unfallzahlen gab. Schwerpunkte des Unfallgeschehens sind in erster Linie die großen Kreuzungen um die Innenstadt herum. Du siehst hier vereinzelt noch weiße Fahrräder angebracht an Stellen, an denen sich schwere Unfälle ereigneten.

        Dass die Regeländerungen gesetzgeberisch keine Chance haben … da will ich nicht widersprechen. Da müssen wir unsere Prozente bei kommenden Wahlen noch ein wenig nach oben schrauben. ;.-)

        Grüße,
        Andreas

        • @Andreas, ich kenne die Göttinger Unfallschwerpunkte nicht. Da mich der Großstadtverkehr im Allgemeinen sehr interessiert, weiss ich, dass insbesondere Ampelkreuzungen an Hauptstraßen auffällig sind, sehr häufig die mit Radwegen. Diese Kreuzungen leiden natürlich insbesondere an der gleichzeitigen Grün-Signalisierung von Fußgängern / Radfahrern und querenden Abbiegern – gerade Linksabbieger sind in auf Geschwindigkeit getrimmten Straßen gern zu schnell, um Fußgänger rechtzeitig zu sehen. Bei Fußgängerunfällen kommt das Queren der Fahrbahn hinzu, das häufig zu Unfällen führt.

          Kann man dank einer Tempo 30-Regelung bestenfalls auf Ampeln und Radwege verzichten, so baut man viel Unfallpotenzial ab.

          Zum Thema Geschwindigkeit und den Einflüssen auf Unfälle (und auch auf den Lärm, der sehr einfach messbar ist) gibt es viele Abhandlungen, ich will die nicht im Einzelnen wiederholen, beide sind in ihren Ergebnissen ziemlich eindeutig und unstrittig. Ich behaupte auch gar nicht, dass das Unfallgeschehen ursächlich für die Einschränkungen war, sondern weise darauf hin, dass dieses eine sehr viel zentralere Rolle bei politischen Erwägungen finden sollte.

          Mit Tempo-70-Straßen habe ich nicht generell ein Problem, halte sie innerhalb bewohnter Bereiche oder solcher mit vielen Kreuzungen aber eben nicht für einen Kompromiss, sondern eine Maximalforderung. Der Kompromiss zwischen 30 und 70 ist wohl die 50.

    • Jetzt hatte ich ewig geschrieben und nun wieder alles gelöscht, weils zu kompliziert wurde :)

      Also kurz:

      Erstmal Danke für die Rückmeldung.

      – Die Schilder-Antwort hat mich verblüfft. Das ist natürlich alles begrüßenswert. Ich hatte ehrlich gesagt mit irgendwelchem Radweggezeugs gerechnet. Chancenlos ist das m.E auch nicht. Es gibt Grüne Pfeile ja schon. Das „Rot ist Rot“- Tabu ist damit schon seit Jahren gebrochen.

      – Intelligente Ampeln kann es in vielen Facetten geben. Klar. Und an welchen, die Grün bleiben, solange kein Querverkehr da ist, ist natürlich überhaupt nix auszusetzen. Und angenommen „Bestrafungsrotphasen“ sind wirklich wirksam gegen Schnellfahren. Muss man nicht haben aber Why not. Können ja dann auch so intelligent sein, zu erkennen, wenn außer dem Missetäter noch andere betroffen wären und dann doch 1 Bitcoin abzubuchen, statt auf Rot zu schalten, um nicht Unbeteiligte zu treffen. ;-)

      – Warum aber 70 oder 50 statt 30 innerorts gelten sollte… Da kann ich nicht folgen. Ok. Ich kenne die Straßen nicht, um die es hier geht. Aber wenn Lärm als Argument angeführt wird, dann nehme ich an, dass da Häuser an der Straße stehen. Und da wohnen dann Leute drin mit Kindern und Fahrrädern und so. Und für die ists da dann halt deutlich gefährlicher, wenn da 70 gilt als bei 30. Und das gilt auch dann, wenn wer auch immer Lärm und nicht Verkehrssicherheit und Lebensqualität als primäres Argument für die 30 anführt.

      Ob Lärm oder Verkehrssicherheit: Dem gegenüber kann jedenfalls bei der Geschwindigkeitsdiskussion nicht mehr stehen, als die Forderung nach ein paar Sekunden oder 2 Minuten oder 3% oder Zeitvorteil für dort entlang kommende Autofahrer wie ich oben vorgerechnet hatte. Ziemlich schwache „Argumente“ im Vergleich, finde ich.

      Und zulässige Höchstgeschwindigkeit, intelligente Ampeln und grüne Radfahrerpfeile bedingen einander in keinster Weise, hängen nicht voneinander ab. Jedes davon kann es unabhängig von den Anderen in beliebiger Ausprägung geben. De Verbindung der drei Sachen in der PM ergibt daher m.E. keinen Sinn… es sei denn es wäre genau beabsichtigt gewesen, zu suggerieren, Ampeln, die bei Abwesenheit von Querverkehr grün bleiben oder grüne Geradeauspfeile für Radfahrer könnten bei zHg 30 nicht existieren ;-)

      Wie auch immer. Danke nochmal für die Antworten.

  5. Ich muss zugeben ich kenne die Situation vor Ort auch nicht. Hier schreiben offensichtlich mehrere Leute die Thomas heißen. Wenn man intelligente Ampeln errichten möchte, die auch für Radfahrer gut sind, dann sollte man sich auch mal an sehen wo die generellen Probleme zu finden sind. Da wären zuerst einmal die bei intelligenten Ampeln nicht mehr schätzbaren Schaltzeiten. Ausrollen oder mal kurz Tempo zu geben ist wesentlich angenehmer als Anhalten. Mal so als Anregung, wie wäre es mit einer Anzeige, wie lange es noch bis zum Umschalten der Ampel dauern wird? Eine Balkenanzeige oder ein Count-Down könnten da bereits eine hilfreiche Information zu liefern. Absolutes No-Go sind da natürlich die „Bettelampeln“. Diese schalten nur dann auf Grün, wenn vorher(!) ein Taster gedrückt wurde. Das bedeutet für Radfahrer und Fußgänger dann fast sicher jedes mal dort anhalten zu müssen. Ein weiteres Problem was ich oft erleben kann ist, dass es zu viele Möglichkeiten gibt, wo der Signalgeber für Radfahrer zu finden ist. Es kann der allgemeine Signalgeber sein, es kann (siehe §37, Abs. 6 STVO) der Signalgeber für Fußgänger sein, es kann das Symbol für Radfahrer mit im Symbol Fußgänger drin sein, es kann eine eigene Radampel hinter der Kreuzung (also neben der für Fußgänger) oder auch vor der Kreuzung (mal neben dem allgemeinen Signal oder auch darunter) sein. Wenn man unbekannte Strecken fährt, ist es nicht immer einfach den richtigen Signalgeben schnell zu finden. Das ganze sollte überall gleich sein. PKW Fahrer neigen übrigens dazu bei Fußgänger Rot einfach ab zu biegen was bei gleichzeitigem Radfahrer-Grün ein Problem ergibt. Beide fühlen sich dann im Recht. Auch viele Radfahrer scheinen dort nicht immer durch zu blicken, oft sehe ich, dass grundlos bei rot für Fußgänger an gehalten wird, obwohl keine Furten aneinander grenzen. Wenn (erfreulicherweise) viele mit dem Rad unterwegs sind sind es gerne mal die Aufstellflächen, welche zum Problem werden. An manchen Kreuzungen reichen schon ein paar Radfahrer die im Querverkehr bei rot warten aus, damit man die Radfahrer welche gerade grün haben nicht mehr vernünftig durch kommen. Dabei wäre die Lösung recht einfach, ein Signalgeber/Haltelinie muss so angebracht sein, das bei Rot der Rad-Querverkehr vor den wartenden Radfahrern durch fahren kann.

  6. Tempo 70: das war genau so gemeint, wie es geschrieben wurde. Die Strassen, auch die neuesten hier in Göttingen, werden echt für Tempo 70 ausgelegt. Neuestes Beispiel Am Güterverkehrszentrum. Da stehen noch keine Tempo 30-Schilder, okay, aber kommt vielleicht da auch noch. Tatsache da wird 70 gefahren. Was mit dem Satz kritisiert werden sollte, war, dass die bauliche Ausstattung mit den verkehrspolitischen Zielsetzungen nicht übereinstimmt.

  7. So, jetzt hab ich noch bisschen mehr Zeit.
    Tempo 70-Formulierung: der Einwand war natürlich trotzdem valide. Wir haben gestern in der Fraktionssitzung besprochen, dass wir in Zukunft mehr darauf achten, dass wir möglichst nicht so missverständlich formulieren.
    Für die, die Göttingen nicht so genau kennen: Besonderheit hier ist, dass wir deutlich mehr Radverkehr als in anderen deutschen Städten haben, das ähnelt hier eher niederländischen Städten. Daher läuft Verkehrspolitik hier bisschen anders. Genauer, die läuft nicht anders, und genau darin liegt das Problem. Deswegen gehen wir damit in die Presse und 2016 auch in den Wahlkampf.
    @Thomas Nr 5:
    – Countdown traffic lights ist ebenfalls eine unserer Forderungen. Hatten wir im Mai 2014 erstmals auf Wahlkampfplakaten (unserer Oberbürgermeister-Kandidatin). Auf deutsch heissen die Restzeitanzeigen. Die Verwaltung kennt noch nicht einmal diese Vokabel (und hat als Antwort fuer eine Anregung im Verkehrsentwicklungsplan reingeschrieben, die seien bereits installiert, Anregung bereits erledigt…).
    – Signalgeber für Radverkehr: ja, das ist hier wurscht, wo der ist, hätt ich bald gesagt. Fährt eh jeder über rot. Nein, im Ernst: Das ist hier ein eher geringeres Problem. Die Stadt hat kein Geld, alle Ampeln umzurüsten und muss noch jahrzehntelang mit veralteten Systemen zurechtkommen. Priorität hätte die Installation von Restzeitanzeigen.
    – Bettelampeln: auf keinen Fall geht sowas an Ampeln, die sowieso regulär schalten und die Fußgängerampel dann nicht mitnehmen. Beispiel Hoffmannshof.
    @rec:
    Die eine neue Straße Am Güterverkehrszentrum, auf der 70 gefahren wird, verläuft zwischen einer breiten Bahntrasse und einem Gewerbegebiet mit Mega-Logistikhallen. Fußgänger verboten. Das hat eher so den Charakter einer Umgehungsstraße. Da würde sogar ich sagen, okay, also im Prinzip kann man in so einer Situation auch 70 freigeben. Kann man diskutieren. 70 an einer Straße mit Wohnbebauung geht nicht, das ist klar.
    – Vermischung von 3 Sachen in der PM: In der Verkehrspolitik hängt alles miteinander zusammen. Wenn man eine ganz andere Verkehrspolitik will als in einer Stadt seit 50 Jahren praktiziert wird, dann bietet es sich auch an, die anderen Parteien darauf zu stossen, dass das mit Tempo 30 ja wohl nicht alles sein kann. Das Problem liegt darin, dass Tempo 30 wirklich ihre einzige Idee ist. Tempo 30 steht hier synonym mit „neuer Verkehrspolitik“. Danach hört das Denken auf, und das wollen wir durchbrechen.
    @Thomas Nr. 4:
    Gesetzgeberische Regeländerungen utopisch?: ja, fast. Aber nicht ganz. Es spricht einiges dafür, dass das klappen könnte. Erster Zielschritt wäre, dass die Stadt zunächst einen Pilotversuch beantragt.

  8. Einen Nachtrag zu meinem Eintrag (Nr.5): Es wäre schon ein Vorteil wenn Radampeln auch gelb mit drin hätten. Oft (besonders wenn es früher mal reine Signale für Fußgänger waren und nur die Streuscheiben getauscht wurden) gibt es nur Rot/Grün. Das ist völlig an der Praxis vorbei. Fahrräder haben wie jedes andere Fahrzeug auch Anhaltewege. Deswegen müssten Ampeln für Radfahrer auch alle ein gelbes Signal mit dabei haben.

    In Österreich hat man es durch blinken des grünen Signalgebers kurz vor dem Wechsel auf Rot gelöst.

    In Düsseldorf gibt es sogar Gelb für Fußgänger. Die Erfahrungen damit sind wohl recht positiv.

  9. Auf der B288 von Duisburg nach Krefeld habe ich auch noch eine gute Idee gesehen. Dort sind für PKW ein Stück vor einer Ampel Geschwindigkeitsempfehlungen. Es leuchten dort entweder 70/50/30 km/h auf, hält man sich daran kann man einfach bei Grün drüber rollen. Ein gelbes Blinklicht zeigt an, dass man ums Anhalten nicht herum kommen wird.

    Für Radfahrer könnte man ja genau das Gleiche machen. Eine Empfehlung von 10 bis 25 km/h so dass man bei Grün an kommt. Das spart unnötiges Warten. Für PKW/LKW spart so ein Signal unnötiges Anfahren und damit Kraftstoff, Feinstaub und Lärm.

  10. Anonymous

    Diese Geschwindigkeitssignale gabs hier in Göttingen auch, die waren aus den 1960er Jahren. Haben sie in den letzten 2-3 Jahren abgebaut. Hab im Bauausschuss gefragt warum, gabs von der Verwaltung ne bloede Antwort. Also richtig sinnleer. Was du mit gelbem Blinklicht meinst, nennt sich bei der Bahn Vorsignal. Ich stimme dir vollkommen zu, solche Dinger können Feinstaub, Kraftstoff und Lärm sparen.
    Die hatten im Rathaus so einen Ampelplan aushaengen an der Wand mit den K-Bezeichnungen der Ampeln. Die Fraktion hat gefragt, ob der aktuell ist. Das Ergebnis der Nachfrage war eine sinnlose Antwort und dass sie den Plan ersatzlos abgehängt haben. Hier gibts noch einiges an Arbeit…

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