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Piraten stellen sich hinter Kleingärtner

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 11.12.2015

Die Göttinger Piraten wenden sich gegen den Vorschlag der Grünen, Kleingärten im Kernstadtbereich in Bauland umzuwandeln und eine Umsiedlung an den Stadtrand anzubieten. Kleingärten erfüllen eine wichtige Funktion für das Klima und die Lebensqualität in einer Großstadt.

Die Piraten lehnen ein Ausspielen von Kleingärtnern gegen Wohnungssuchende ab und sehen dafür auch keinen Anlass. Die gegenwärtige Diskussion der Baulandflächen für den Flächennutzungsplan untermauert, dass Flächen für den Geschosswohnungsbau durchaus zur Verfügung stehen. Das Umwidmen von innen- und nordstadtnahen Gewerbe- und Sondergebieten in Wohnbaugebiete ist zwar nicht einfach, aber wie die Erfahrung zeigt, unter Druck durchaus möglich.

Kleingärten Am Rohns
Kleingartenanlage Am Rohns, August 2014. Bezahlbare Pachtpreise, auch im Ostviertel. 2011 hatten standen die Pächter von 20 Kleingärten dieser Anlage bereits vor der Kündigung, ehe die Stadtpolitik sich für deren Erhalt einsetzte.

»Göttingen muss dringend innenstadtnah bezahlbaren Wohnraum schaffen. Der enorme Baulandbedarf, der den Druck auf die Kleingärten erzeugt, entsteht aber nicht durch die vergleichsweise bescheidenen Flächenbedürfnisse des Sozialen Wohnungsbaus«, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Vorstands, unter Hinweis auf den hohen Flächenverbrauch durch Gewerbegebiete und Einfamilienhäuser.
»Eine Stadt kann froh sein, wenn sie Kleingärten hat. Kleingartenvereine sind die Lobby, die öffentliche Parks nicht haben. Sie sind die einzigen, die sich wirklich für Stadtgrün einsetzen

Innerstädtische Parkanlagen sind rechtlich nur unzureichend geschützt und können sehr schnell verschwinden. 2012 wurde am Leineberg eine Parkanlage mit 200 Bäumen in sehr kurzer Zeit von der Landkarte gestrichen. Eine den Anwohnern als Ausgleich von Ratspolitikern versprochene neue Parkanlage wurde nicht angelegt.

Ein weiteres hausgemachtes Problem liegt in der fragwürdigen städtebaulichen Qualität innerstädtischer Neubaugebiete. Sie bewirkt, dass es keine Akzeptanz für eine höhere Bauweise gibt, mit der die Fläche besser genutzt werden könnte.
Die Piraten kritisieren vor allem die zu dichte Bauweise moderner Wohnblocks, wie sie am Windausweg errichtet wurden. Kennzeichnend für diese Bauweise ist, dass die Bebauung so dicht gesetzt wird, dass nicht ein einziger Baum mehr zwischen die Häuser passt. Kahle Fassaden rechtwinkliger Wohnblocks, sterile Kurzrasenflächen, Designerbäumchen in Reih und Glied sowie künstliche Gewässer in Betonbecken setzen ein Gegenmodell zur Natur und stellen keine nachahmenswerten Ideale städtischer Wohn- und Lebensqualität dar.

Auch vor diesem Hintergrund werden innerstädtische Kleingärten immer wertvoller.

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