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Piraten in Sorge wegen Radverkehrsrückgang

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 09.12.2015

Die Göttinger Piraten sind besorgt über den weiterhin anhaltenden Radverkehrs-Rückgang. Der Radverkehr an der Robert-Koch-Straße hat dramatisch abgenommen. Innerhalb eines Jahres sank die Nutzungsintensität des Radschnellwegs an der Zählanlage am Klinikum um mehr als 12 %. 2015 wurde die Zahl von einer Million Fahrrädern erst Anfang Dezember überschritten.

2014 wurde die Millionengrenze bereits am 25. Oktober erreicht. Am 30. November 2014 hatten bereits 1.141.000 Fahrräder die Zählstelle passiert. Die Zahlen belegen einen Rückgang von über 12 % innerhalb von nur einem Jahr.

Radverkehrszählanlage Induktionsschleife RoKo-Straße
Radverkehrszählanlage an der Induktionsschleife der Robert-Koch-Straße. Hier lassen sich täglich die aktuellen Zahlen ablesen und mit Tabellen aus dem Vorjahr abgleichen. Die Stadt stellt diese Zahlen auf Nachfrage zur Verfügung.

Für den Negativtrend machen die Piraten hauptsächlich eine verfehlte Straßenverkehrspolitik verantwortlich. Hier geht es vor allem um die zu lange Fahrzeit durch rote Wellen und zu lange Wartezeiten an jeder einzelnen Ampel. Nach der Analyse der Piraten hatte die Einführung des Bus-Semestertickets im Oktober 2014 keinen maßgeblichen Einfluss.

Laut Klimaplan Verkehrsentwicklung, der im Januar 2015 im Rat verabschiedet worden war, soll die Reisezeit im Radverkehr um 10 % gesenkt werden. Zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit des Radverkehrs gingen von der Stadt in den letzten 6 Monaten jedoch keine weiteren Impulse aus. Ein Ratsantrag der Piraten, den Fahrrädern wenigstens an einigen Stellen das Rechtsabbiegen bei Rot zu erlauben, wurde von SPD und CDU mehrheitlich abgelehnt.

»Andere Ideen – Fehlanzeige. Man muss keine Klimaschutz- und Verkehrsentwicklungsziele setzen, wenn man hinterher überhaupt nichts dafür tut, diese zu erreichen. Die Zahlen sprechen für sich«, so Friederike Buch von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten.

»Die Idee, den Radschnellweg durch die dunkle Passage zwischen Hochhaus Groner Landstraße 9 und Bahndamm entlangzuführen, ist die nächste Fehlleistung der Stadt auf Kosten des Steuerzahlers.«

Bereits nach dem ersten Quartal 2015 war dieser Rückgang an der Robert-Koch-Straße aufgefallen. Zu dieser Zeit war es noch nicht möglich, den Einfluss des Bus-Semestertickets einzuschätzen. Inzwischen liegen mehr Daten vor.
Auch in den Semesterferien scheinen 2015 die Zahlen gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen zu sein. Seit Oktober 2015 ist es zudem möglich, Zeiten zu vergleichen, in denen auch im Vorjahr das Bus-Semesterticket genutzt wurde. Für Oktober/November betrug 2015 die Anzahl der Fahrräder nur 85 % des Vorjahreszeitraums, ohne dass Wetterkapriolen als Erklärung herangezogen werden können.

Die Arbeitsgruppe Ampelpiraten wird die Zahlen weiterhin beobachten.

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