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PIRATEN für Zirkuskunst ohne dressierte Wildtiere

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 12.04.2015

Die Göttinger PIRATEN kritisieren die Haltung von Wildtieren in Zirkussen. Eine Delegation des Kreisverbandes der PIRATEN hatte sich am vergangenen Freitag auf dem Schützenplatz-Gelände ein Bild von der Situation der Wildtiere im Zirkus Charles Knie gemacht. Neben der trostlos erscheinenden Umgebung fielen vor allem die sehr geringen Bewegungsmöglichkeiten der Tiere innerhalb der Absperrungen ins Auge.

»Hinzu kommt das, was man nicht sieht, nämlich das Leid während der dauernden Transporte«, so der Vorsitzende des Kreisverbandes, Niels-Arne Münch.
»In Ländern wie Schweden, Dänemark, Belgien, Österreich oder den Niederlanden ist die Haltung von Wildtieren in Zirkussen teils oder gänzlich untersagt. Dass sie bei uns immer noch erlaubt ist, ist ein Skandal«, so Münch weiter. »Ein Zirkus, der ständig unterwegs ist, kann den Tieren fast nie den nötigen Auslauf bieten, eine artgerechte Haltung ist fast immer unmöglich.«

Zirkuselefant, Charles Knie, Gastspiel in Göttingen 2015
Ein Zirkuselefant wartet in einer wenig naturnahen Umgebung auf seinen nächsten Auftritt am 10. April 2015 auf dem Schützenplatz in Göttingen.

Jenseits der Frage des Leids durch Haltung und lange Transportzeiten ist das Zurschaustellen in der Manege ein Relikt vergangener Zeiten, in denen exotische Tiere als Kuriositäten betrachtet wurden und nicht als Lebewesen, die unseren Respekt verdienen. Etliche sehr hochwertige Zirkusse verzichten daher inzwischen ganz auf Tiere und bieten künstlerisch hervorragende Leistungen.

»In den Zoologischen Gärten hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan, um den Wildtieren das Leben in Gefangenschaft erträglicher zu gestalten«, ergänzt Zoologe Dr. Francisco Welter-Schultes, der unter anderem die Elefantenhaltung scharf kritisiert. »Asiatische Elefanten etwa leben hauptsächlich in Wäldern, sind von Natur aus dämmerungs- und nachtaktiv und wandern weit umher. Die bundesdeutsche Vorschrift, sie im Zirkusbetrieb von 23 bis 8 Uhr anzuketten, kann ich fachlich nicht nachvollziehen.«

Die PIRATEN begrüßen, dass in vielen Städten das Publikum die Manegen mit Wildtiervorführungen zunehmend meidet und so dazu beiträgt, dieser Art der Tierhaltung die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen und schließen sich dem Aufruf des Bündnisses „Zirkus ohne Wildtiere“ zu Mahnwache am Montag, den 13. April um 19 Uhr am Schützenplatz gegenüber dem Zirkus Charles Knie an*.

*https://www.facebook.com/events/1587119948196121/permalink/1589457677962348/


Weitere Bilder von Wildtieren vom Gastspiel in Göttingen 10.-15.4.2015

Zirkuszebras mit Transportwagen, Charles Knie, Gastspiel in Göttingen 2015
Steppenzebras und ihr Transportwagen.
Zirkuszebra, Charles Knie, Gastspiel in Göttingen 2015
Steppenzebra auf Asphaltboden.
Zirkuszebra, Charles Knie, Gastspiel in Göttingen 2015
Steppenzebra mit wenig Auslauf zwischen Fahrzeugen auf dem Schützenplatz.
Seelöwe im Becken, Charles Knie, Gastspiel in Göttingen 2015
Ein Kalifornischer Seelöwe zieht seine Runden in einem engen Wasserbecken. Weder unter Wasser noch über Wasser hat das Tier viel Abwechslung.

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