Die Göttinger PIRATEN erneuern ihre Kritik an der Haltung von Wildtieren in Zirkussen. Anlass ist dieses Mal der Circus Constanze Busch, der vom 12. bis 17. April 2017 auf dem Göttinger Schützenplatz gastieren wird. Neben akrobatischen Darbietungen werden auch wieder exotische Tiere wie Kamele, Zebras und Tiger in der Manege zu sehen sein.

»Lange Transportzeiten und zu wenig Bewegungsfreiheit bedeuten Stress für die Tiere und haben nichts mit
artgerechter Haltung zu tun. Das können auch moderne Unterbringungen und gut ausgebildete Tierpfleger nicht ausgleichen«
, kritisiert Daniel Isberner, Vorsitzender des Göttinger Kreisverbandes der Piratenpartei. »Die Außengehege haben nichts mit einer natürlichen Umgebung gemein und bieten im Gegensatz zu den inzwischen gut ausgebauten Zoos keinerlei Abwechslung für die Tiere. Rückzugsmöglichkeiten fehlen ebenfalls.«

Deutschland hinkt beim Thema Wildtierverbot in Zirkussen immer noch hinterher. Andere europäische Länder wie Dänemark, Österreich, Griechenland, Belgien oder die Niederlande haben längst ein generelles oder teilweises Verbot von Wildtieren beschlossen. Die PIRATEN begrüßen, dass der Bundesrat den Entschließungsantrag von Hessen, Thüringen, Saarland, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz im März 2016 verabschiedet hat. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, ein Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus zu erlassen.

»Eine tatsächliche Umsetzung in Form von Gesetzen ist längst überfällig. Die zur Schaustellung von exotischen Tieren ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, in denen Tiger, Löwen oder Kamele noch als Kuriositäten galten. Viele Zirkusse verzichten inzwischen ganz auf Tiervorführungen und bieten mit ihren akrobatischen Darbietungen hervorragende künstlerische Leistungen«, so Isberner weiter.

In Deutschland gibt es immer mehr Städte wie Erfurt, Düsseldorf oder Hameln, die ein kommunales Wildtierverbot aussprechen, auch wenn dies zu Gerichtsverfahren zwischen Kommunen und Zirkussen führt. Die PIRATEN fordern die Stadt Göttingen auf, sich ebenfalls klar gegen Zirkusse mit Wildtieren zu positionieren und keine Genehmigungen zu erteilen.