Pressemitteilung des Kreisverbandes, 10.02.2016

Die Anzahl der Göttinger Polizisten mit positivem Image sollte noch weiter erhöht werden.
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Anstatt die Zahl der Kontaktbereichsbeamten zu reduzieren, fordern die Göttinger Piraten, ihre Anzahl zu erhöhen. Die Ratsfraktion plädiert für eine entsprechende Änderung des Antrags zur Ratssitzung am Freitag 12.2.2016, in dessen aktuell vorliegender Fassung nur gefordert wird, die Stellen nicht zu kürzen.

»Kontaktbereichsbeamte gehören zu den wenigen Polizisten, die ein uneingeschränkt positives Image in der Bevölkerung haben«, so Martin Rieth, Vorsitzender der Ratsfraktion. »Die Göttinger Polizei tut sich selbst den allerschlechtesten Dienst, in diesem Bereich zu kürzen und ihre wenigen Sympathieträger noch weiter zu reduzieren

Aktuell werden viele Maßnahmen durchgesetzt, die der Bevölkerung eine höhere gefühlte Sicherheit vermitteln sollen, dabei jedoch gleichzeitig Bürgerrechte einschränken. Überwachung des öffentlichen Raumes und erkennungsdienstliche Behandlung bei Demonstration schränkt Bürgerrechte und Freiheit ein, ohne einen Beitrag zur ohnehin nur gefühlten Sicherheit zu leisten.

Das Gefühl von Sicherheit und Zusammenhalt in einem Stadtbezirk wird durch Kontaktbereichsbeamte für alle Bürger spürbar gestärkt. Insbesondere die Tätigkeit der Kontaktbereichsbeamten an Schulen, im Verkehrsunterricht, durch die unverbindliche Anwesenheit, Ansprechbarkeit und Nähe zur Bevölkerung kann ein Beispiel für den ansonsten selten wahrgenommenen „Freund und Helfer“ sein.

In vielen Ländern hat die Polizei ein sehr negatives Image in der Bevölkerung. Gewaltmonopol und Gewaltmissbrauch liegen eng beieinander. Auch viele Göttinger stehen der Polizei aus guten Gründen skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Bessere Werbeträger als Kontaktbereichsbeamte kann die Polizei kaum losschicken. Kinder und Heranwachsende sollten die Polizei nicht erst bei ihrer ersten Demonstration kennenlernen. Ein negatives Image führt letztlich auch zu den der Debatte zugrundeliegenden Kürzungen im Etat. Die Polizei sowie viele andere Staatsorgane sollten in ihrem eigenen Interesse mehr in ihre Aufgabenstellung als Dienstleister für die Bürger investieren.