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Piraten fordern Konsequenzen nach Kahlschlag am Kiessee

Gekappte (rechts) und gefällte (links) Weiden am Kiessee, deren Stämme über die Wasserfläche ragten. Östlicher Uberbereich, im Hintergrund der Sandweg, 20. März 2016.
Gekappte (rechts) und gefällte (links) Weiden am Kiessee, deren Stämme über die Wasserfläche ragten. Östlicher Uferbereich, im Hintergrund der Sandweg, 20. März 2016.

Die Göttinger Piraten fordern nach der großflächigen Zerstörung von Unterholzstrukturen am Kiessee sichtbare und nachhaltige Konsequenzen. In den vergangenen Wochen waren zum wiederholten Mal ausgedehnte Gebüschstrukturen am Kiessee abgesägt und Bäume gefällt worden, darunter viele Bäume, die über die Wasserfläche ragten und selbst dann keine Gefahr für Spaziergänger darstellen konnten, wenn diese im Orkan um den Kiessee wanderten.

 

Sowohl die Zerstörung der Gebüschbereiche im westlichen Bereich des Kiesseeareals, als auch das völlig übertriebene Fällen der ökologisch besonders wertvollen Weiden am Ostufer, haben mit einem sensiblen Parkmanagement nichts zu tun. Auch die Erholungsfunktion leidet zunehmend. Gerade die naturbelassene Umgebung, direkt am Stadtrand, macht den Kiessee zu einem attraktiven Gebiet für Jogger, Spaziergänger und andere Freizeitaktivitäten, aber auch für viele wassergebundene Insekten und Vögel. Zurück bleibt eine kahle Wasserfläche, ein trister Uferabschnitt sowie ein weithin hörbarer Autolärm vom Sandweg und bald auch von der Landesstraße nach Rosdorf.

 

Francisco Welter-Schultes (2016)»Für viele Menschen sind diese Kahlschläge am Kiessee jedesmal ein Stich ins Herz«, so Dr. Francisco Welter-Schultes, Zoologe und Spitzenkandidat der Göttinger Piraten zur Ratswahl.

»Wir haben es mit einer deutschlandweiten Entwicklung zu tun. Mit zunehmend leistungsfähigeren Maschinen wird heute in Mitteleuropa so viel an Gebüschen zerstört wie noch nie. Für die Vogelwelt ist das zunehmend ein Problem, für die Ökologie in der Stadt ein schwerer Schaden

Es ist seit langem bekannt, dass viele Vögel, die in den naturnahen Strukturen am Kiessee leben, zum Brüten tiefere Gebüsche benötigen, die sie kaum noch in der dicht besiedelten Stadt finden. Es ist auch bekannt, dass die Bestände etlicher Vogelarten aufgrund des Entfernens von Gebüschen zurückgehen, weil sie sich nicht mehr vermehren können. Dies ist paradox angesichts der Tatsache, dass es nach wie vor ein ausreichendes Nahrungsangebot für diese Tiere gibt. Die Piraten fordern, die Büsche wieder anzupflanzen, ebenso an anderen Stellen in der Stadt, wo in den letzten Monaten Gebüsche beseitigt wurden.

 

Die Gebüsche wurden mit Wurzeln entfernt, wie bei der Vorbereitung einer Großbaustelle für ein Neubaugebiet.
Die Gebüsche wurden mit Wurzeln entfernt, wie bei der Vorbereitung einer Großbaustelle für ein Neubaugebiet.

Die Stadt ist inzwischen verpflichtet, jeden einzelnen Baum, den sie fällen möchte, vorher ins Netz zu stellen. Dieser zusätzliche Arbeitsaufwand scheint jedoch nicht die Wirkung zu erzielen, dass die Stadt sensibler mit der Natur umgeht. Deswegen fordern die Piraten außerdem eine Dokumentationspflicht dafür, wie viele Motorsägen die Stadt besitzt, und wann welcher Baum und welches Gebüsch mit welcher Art von Säge gefällt wurde.

 

Die Piraten fordern zudem analog zur Baumschutzsatzung auch den Schutz von Gebüschen im Rahmen einer neu zu verfassenden Satzung. Das flächenweise Zerstören von ausgedehnten Gebüschbeständen darf nur noch in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein. Dies beinhaltet eine stadtweite Erfassung von Gebüschen ab einer gewissen Mindestfläche, Kartierung und Beschilderung als geschützte Bereiche. Ohne stichhaltigen Grund („weil man aufräumen möchte“) ausgedehnte Gebüsche zu zerstören darf nicht mehr möglich sein.

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