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Piraten erneuern Kritik am Kunstquartier-Wettbewerb

Die Göttinger Piraten erneuern angesichts der Siegerentwürfe des Architekturwettbewerbs zum Kunstquartier ihre Kritik am Verfahren. Insbesondere die unausgewogene Zusammensetzung der Jury und das Fehlen jeder Mitwirkungsmöglichkeit der Bevölkerung stehen in der Kritik.
In den meisten Entwürfen wurde die traditionelle Bauweise in der historisch geprägten Innenstadt in keiner sichtbaren Weise gewürdigt. Fast alle Büros haben gezeigt, dass sie nicht mit historischen Baumaterialien arbeiten können und mit der Aufgabe nicht umgehen konnten, einen fensterlosen Bau so zu gestalten, dass er sich in die jahrhundertealte Stadt einfügt.

Düstere Straße Göttingen 2016
Düstere Straße, Göttingen, im April 2016 – heute noch eine Straße mit viel Fachwerksubstanz. Das dritte Fachwerkhaus von rechts ist bereits entkernt, es soll abgerissen und durch einen fensterlosen Betonbau ersetzt werden.

Die im Stadtrat geäußerte Kritik an einer fensterlosen Fassade wurde auch seitens der Jury ignoriert. Billig aussehende fensterlose Fassaden wie in den Siegerentwürfen 1 und 2 finden sich in jedem Gewerbegebiet.
Dem Begriff Kunstquartier wird dieser Wettbewerb nicht gerecht.

»Wenn wir jedes Fachwerkhaus, das abgerissen wird, durch eine Architektur in einem Baustil ersetzen, wie er in Gewerbegebieten üblich ist, dann bekommen wir am Ende eine Innenstadt, die genauso viel touristische Attraktivität bietet wie ein Gewerbegebiet«, so Francisco Welter-Schultes, Kandidat der Piraten für den Wahlbereich Innenstadt.
»Eine Stampfbetonfassade gehört nicht in eine historische Fachwerk-Innenstadt

Es stellt sich immer mehr die Frage, warum Göttingens historischer Stadtkern nicht endlich wirksam unter Ensembleschutz gestellt und vor der fortschreitenden Zerstörung bewahrt wird. Fachwerkhäuser sollten nur noch durch neue Fachwerkhäuser ersetzt werden dürfen. Dringend müssten Vorschriften für eine dem historischen Erbe würdige Fassadengestaltung erlassen werden.

Unterdurchschnittlich schlecht schnitten die fünf gesetzten Büros ab, die am Losverfahren vorbeigeschleust wurden. Insbesondere sehen sich die Göttinger Piraten in ihrer im Vorfeld geäußerten Kritik an der Bevorzugung des Büros Pascolo aus Venedig bestätigt, da dieses Architekturbüro ohne Erfahrung mit historischen Baumaterialien einen der unattraktivsten Entwürfe von allen abgeliefert hat, in reiner Betonarchitektur.

Die Göttinger Piraten fordern, die Fassadengestaltung noch einmal auszuschreiben, mehr Büros zuzulassen und in einer repräsentativen Umfrage die Göttinger Bevölkerung selbst als Jury zu beteiligen.
Dass bei jedem neuen Bauprojekt immer nur ein und derselbe Insiderkreis über das zukünftige Aussehen einer Stadt entscheidet, in der tausende von Menschen sich wohlfühlen möchten, empfinden die Piraten immer mehr als zutiefst undemokratisch.

3 Kommentare zu “Piraten erneuern Kritik am Kunstquartier-Wettbewerb

  1. Hans Müller

    Oh man, das ist ja bei Euch Piraten in Göttingen wirklich auf AFD-Niveau. Vielleicht gediegener Heimatschutz-Stil à la 1900? Ein Galeriegebäude hat nun mal keine Fenster und Fachwerk ist eben tatsächlich genau das: Eine historische Bautechnik, die in der Gegenwart keinen Sinn macht. Der ganze Text argumentiert vollkommen ohne Sachverstand, dafür mit viel geschmäcklerischen Wertungen. „Reine Betonarchitektur“? Oh Gott, die Welt geht unter. Lächerlich.

    • hirsch

      Lieber Hans Müller , Sätze wie “ Ein Galeriegebäude hat nun mal keine Fenster und Fachwerk ist eben tatsächlich genau das: Eine historische Bautechnik, die in der Gegenwart keinen Sinn macht “ sind dumm. Sind sie schon mal durch die Göttinger Altstadt gegangen? Die ältesten Gebäude sind nun mal in der Fachwerkbauweise.
      Ein Betonklotz neben einem Fachwerk passt nun einfach mal nicht.
      Und was ist gegen die historische Bautechnik zu sagen ? Sie sollten sich vielleicht besser informieren. Der Piraten – AFD Vergleich schiesst den Vogel ab ….

  2. Straf.Zins.Aera

    da Hunderte Milliarden Neo’liberal‘-Enteignung lange nicht reichen, werden die Miet-Zinsen durch (viele Stockwerke hoch) Zubetonieren hochspekuliert. Die ’not’leidende und Beschäftigte entlassende Partei(en)- Sparkasse vorne weg .. in ehrenwertem Juristensprech: voll dem Gemeinwohl verpflichtet

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