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Piraten bemängeln: Klimaanlagen in Überlandbussen oft funktionsuntüchtig.

Betroffene Bürger haben die Piratenpartei Göttingen darauf hingewiesen, dass vor allem im Überlandverkehr viele Busse ohne funktionierende Klimaanlage im Einsatz sind. Schlimm daran ist, dass sich Fenster oder Dachluken bei klimatisierten Bussen – wie beim Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn – nicht öffnen lassen. Doch im Gegensatz zum ICE bleibt kein Bus stehen, nur weil die Klimaanlage ausfällt, auch wenn es die gleichen Folgen haben kann. »Die Temperaturen in einem solchen Bus steigen im Sommer schnell auf über 40°C an«, erklärt Franziska Lorenz von der Piratenpartei. »So hohe Temperaturen sind eine Gefahr besonders für Kinder sowie kranke und ältere Mitmenschen.« Auch gesunde Menschen können auf längeren Fahrten dehydrieren. Gerade mit dem Überlandbus dauert eine Fahrt oftmals länger als 30 Minuten.

Thematisch passendes Wahlplakat aus Leverkusen.
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Ein besonders wichtiger Aspekt ist auch die steigende Unfallgefahr. Zwar hat der Busfahrer ein eigenes Fenster, doch es ist nicht empfehlenswert, dieses während der Fahrt durchgehend zu öffnen. Durch den dauerhaften Luftstrom im Gesicht können die Augen trocknen, Folgen sind getrübte Sicht, vermehrtes Blinzeln und längere Phasen von geschlossenen Lidern. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Bindehautentzündung kommen. Lässt der Fahrer das Fenster jedoch geschlossen, droht er genauso zum Opfer der Hitze zu werden wie seine Fahrgäste.

»Nach einer solchen halbstündigen unfreiwilligen „Sauna“ werden viele Fahrgäste beim nächsten Mal wieder auf ihr voll klimatisiertes Auto zurückgreifen“, befürchtet Niels-Arne Münch, Vorsitzender der Göttinger Piraten.» Das widerspricht dem im Klimaschutzplan festgelegtem Ziel, mehr Menschen für öffentliche Verkehrsmittel zu gewinnen.«

Für Menschen mit Behinderungen stellen funktionsuntüchtige Klimaanlagen eine besondere Belastung dar. Zurzeit suchen die Stadt Göttingen und der Landkreis in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe „AG Inklusion“ zusammen nach Wegen, die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ umzusetzen. Die barrierefreie Nutzung wird durch funktionsuntüchtige Klimaanlagen für den betroffenen Personenkreis wesentlich eingeschränkt bis unmöglich gemacht, und das in der Konvention verankerte Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen droht so zu scheitern.

Die Piratenpartei Göttingen setzt sich für einen komfortablen und barrierefreien öffentlichen Nahverkehr ein und fordert deshalb

  1. Die Klimaanlagen der Busse müssen auf Kühlfunktion getestet werden. Bei eingeschränkter oder nicht vorhandener Kühlleistung sollte die Klimaanlage umgehend repariert werden.
  2. Solange die Klimaanlage nicht ordnungsgemäß funktioniert, sollten diese Busse an besonders heißen Tagen nicht eingesetzt werden.
  3. Bei deutlichen Komforteinbußen müssen die Fahrgäste entschädigt werden. (Geld zurück.)
  4. Gegebenfalls ist das Umrüsten auf Busse mit kippbaren Dachöffnungen zur zugfreien Belüftung während der Fahrt eine Alternative.

Pressemitteilung vom 30. Juli 2014

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