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Piraten begrüßen neue Verbotsschilder im Nordbereich des Rosdorfer Baggersees

Zum 21. Juli hat die Kiesabbau-Firma August Oppermann am Rosdorfer Baggersee neue Badeverbotsschilder angebracht. Im Gegensatz zur bisher angebrachten Beschilderung, wo um den ganzen See herum lediglich „Lebensgefahr“ angegeben wurde, wird nun auf die besonderen Gefahren an den frisch angebaggerten Abbruchkanten hingewiesen, die tückisch sind und die auch gute Schwimmer nicht ahnen können.

Die neuen Schilder im Norden sind mit folgendem Erläuterungstext versehen:
„Lebensgefahr durch abrutschende Unterwasserböschung! Todesgefahr entsteht durch herabbrechenden Kies, der Mensch und Tier tief unter Wasser verschüttet. Bitte unbedingt von der Wasserkante fern halten.“

Die PIRATENundPARTEI-Ratsgruppe hatte sich Ende Juni bei den Behörden dafür eingesetzt, am Baggersee eine differenzierte Badeverbotsbeschilderung anzubringen, da die Lebensgefahr für Badende nicht nachvollziehbar ist und die Menschen, die sich für gute Schwimmer halten, nichts ahnend von der wirklichen Gefahr ins Wasser gehen.
Eine ähnliche Beschilderung hatte bereits vor 2014 dort bestanden, wurde dann jedoch entfernt und durch nichtssagende Schilder ersetzt.

»Wir finden es wichtig, die Badegäste über die wirkliche Gefahr aufzuklären. Damit, dass die Bitte der Ratsgruppe so schnell umgesetzt wurde, sind wir zufrieden«, so Friederike Buch, Dritte Vorsitzende des Kreisverbandes.

Gleichzeitig hat die Kiesabbaufirma an den Badestellen im Süden des Baggersees ebenfalls neue Verbotsschilder anbringen lassen, dort jedoch mit anderem Motiv, wo wie bislang das Badeverbot pauschal mit einer angeblichen „Lebensgefahr“ begründet wird. Die Piraten stimmen dieser Bewertung nicht zu. Die Kreisverwaltung hatte 2015 das Badeverbot im Süden nicht mit Lebensgefahr, sondern damit begründet, dass dort ein angeblich geschlossener Schilfgürtel das Baden aus bundesnaturschutzrechtlichen Gründen nicht erlauben würde [1].

»Diese Badeverbotsschilder im Süden dienen den Badegästen dazu, ihre Fahrräder sicher anzuschließen, darüber hinaus halten wir sie für überflüssig. Das Baden im Süden des Rosdorfer Baggersees ist für Nichtschwimmer genauso lebensgefährlich wie in jedem anderen See auch«, so Buch.

Die Piraten plädieren dafür, den Kiesabbaubetrieb Oppermann im Süden des Sees aus dem Pachtvertrag zu entlassen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf dort 5 Jahre nach Ende des Kiesabbaus nicht mehr gefördert werden, weswegen das Gebiet im Süden nicht mehr als Betriebsgelände anzusehen wäre. Infolge dessen könnte die Gemeinde Friedland das Baden in diesem Bereich des Sees erlauben.

Rosdorfer Baggersee bei Göttingen, 2017

Quellen
[1] Umweltamt des Landkreises Göttingen, Kreis-Umweltausschuss 3.4.2015, „Präsentation Rosdorfer Baggersee“ Seite 4 (Verweis auf § 30 Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG)
https://sessionnet.krz.de/kreis_goettingen/bi/getfile.asp?id=6224928&type=do&

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