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Oberschule Dransfeld, Haushalt und neue Schulformen im Kreisschulausschuss

Die Themen der Schulausschusssitzung des Landkreises am 9. Februar drehten sich hauptsächlich um Haushalt, neue Schulformen an den BBS Hann. Münden, Göttingen I und der Umwandlung der Schule am Hohen Hagen in Dransfeld (Haupt- und Realschule) in eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig. Mit dieser Schilderung kommt zu kurz, dass die Phasen des Ausschusses in eine super langweilige von mehr als zwei Stunden und einer hochinteressanten von etwa anderthalb Stunden trefflicher beschrieben werden können.

Landkreis Göttingen
Landkreis Göttingen

Mit einem Antrag, ein Schulsicherungskonzept zu erstellen, beginnt eine sehr interessante Standortdiskussion.

Mitteilungen und Berichte

Der Dezernent teilt mit, dass nach Antrag in der abgelaufenen Wahlperiode untersucht werden sollte, wie teuer eine Änderung der Satzung über Schülerbeförderung wäre, die zu einer Verringerung der Beförderungszeiten um 30 Minuten führt. Es liegt nun eine Berechnung des Zweckverbandes Verkehrsverbund Südniedersachen vor, wonach dies 970.000 EUR im Jahr kostet. Die Verwaltung erwarte nun von der Politik eine Entscheidung, ob die Mittel dafür aufgebracht werden sollen.

Haushalt (2. Befassung)

Als Vorlage verteilte die Verwaltung eine Aufstellung mit verschiedenen Änderungen zu dem ursprünglichen Entwurf des Haushaltsplanes. Neu ist ein Betrag in Höhe von 38.500 EUR für die Schülerbeförderung von Kerstlingerode nach Groß Schneen. Die Verwaltung erläuterte auf meine Nachfrage, es hätten inzwischn 15 Erziehnungsberechtigte den Wunsch geäußert, ihre Kinder in die Oberschule nach Groß Schneen anzumelden. Diese Zahl ist für mich nach Gesprächen, die ich in der vergangenen Zeit führte, überraschend hoch.

20.000 EUR werden veranschlagt für einen Verbindungsgang an der BBS I.

Quälend habe ich die nun folgenden zwei Stunden empfungen, in denen Handlungsschwerpunkte, Änderungen zu Handlungsschwerpunkten und Produktziele festgelegt wurden. Der Landkreis hat als Schulträger so überhaupt keinen Einfluss auf die Gestaltung des Unterrichtes, so dass ich es für abwegig halte, als Ziel zu bestimmen, dass die Quote der Schulabbrecher unter 3% liegt, auch wenn das sicherlich wünschenswert, wenn auch nicht ambitioniert ist. Ein Lehrervertreter fragte nach den Kostenwirkungen eines solchen Zieles. Die Frage ist mehr als berechtigt. Dass die Abbrecherquote zum Beispiel durch die Ausstattung von Schulen mit Tablett-PC gesenkt werden kann, kann man halt glauben, muss man aber nicht.

Hoffentlich sind es wenigstens keine Tabletts mit propietären Betriebssystem.

Um diesen Abschnitt nicht zu negativ zu beenden, bemerke ich am Ende, dass der Sozialfonds an den Schulen bleibt.

Schulforn Lagerlogistik / Fachlageristen an der BBS Hann. Münden

Der Landkreis sollte unter diesem Punkt als Träger der Einrichtung der Schulformen Fachkraft für Lagerlogistik und Fachlageristin zustimmen.

Die Begründung der Vorlage von der Verwaltung ist nach deren Aussage zu einem großen Teil aus dem Antrag der Schule entnommen. Die darin angesprochene Kooperation mit den verschiedenen Berufsbildenden Schulen wurde wohl nicht überprüft. Die Anzahl der offenen Stellen für den Ausbildungsberuf ist nicht recherchiert. Die Angabe der Schule, nachdem voraussichtlich 12 Azubis eingestellt werden, wurde angezweifelt.

Ein anwesender Lehrer der Schule fühlt sich im Hinblick auf die Nachfrage zu dem Antrag angegriffen. Der Lehrervertreter im Ausschuss weist darauf hin, dass dieser Antrag auch wegen der Standortsicherung der BBS Hann. Münden wichtig ist.

Am Ende hat das Gremium der Verlockung nicht widerstehen können, den Behandlungspunkt als beraten an den Kreisausschuss zur endgültigen Entscheidung zu leiten. Dadurch wird das Problem auf das nächste Gremium delegiert.

Der Kreisausschuss tagt in nicht öffentlicher Sitzung, so dass das konkrete Abstimmungsverhalten im Geheimen bleibt. Ich halte den Antrag in der vorliegenden Form für nicht plausibel.

Fachhochschulreife an der BBS Münden

Der Antrag der BBS Münden auf Einrichtung der zweijährigen Berufsfachschule Sozialassistent/-in, dreijährige Berufsfachschule Altenpflege und dreijährige Berufsfachschule Ergotherapie wurde ohne lange Diskussion zugestimmt.

Neue Schulformen an der BBS 1 Göttingen (Arnoldi Schule)

Auch der Antrag der Arnoldi-Schule, den Schwerpunkt Informatik in der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft auf den Schwerpunkt Industrie / Logistik zu wechseln, fand schnell eine Zustimmung

Einrichtung einer Oberschule in Dransfeld

Das interessanteste Thema des Tages spielte in Dransfeld.

Die Schule am Hohen Hagen hat beantragt, statt der Haupt- und Realschule Dransfeld eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig einzurichten.

Im Vorfeld hatte das Stadtradio die allgmeine Kritik eines Samtgemeinderatsmitgliedes einer im Kreis vertretenen Partei an dieser Schulform aufgenommen. Soweit sich die Kritik darauf bezieht, dass es nicht gut ist, unter den Schülerinnen und Schülern zu früh zu sieben, halte ich dies für berechtigt. Andererseits geht es bei der hier zu treffenden Entscheidung nicht darum.

Der Landkreis Göttingen muss sich wohl oder übel an das Schulgesetz halten. Insofern überrascht es mich doch, dass die wenig hilfreiche Fundamentalkritik ein Medienecho findet.

Der Kreiselternrat will eine IGS im Westkreis errichten. Er befürchtet, dass die Einrichtung einer Oberschule das Ergebnis der Umfrage zur IGS in Hann. Münden im kommenden Schuljahr negativ beeinflussen wird. Dort soll der Elternwille ermittelt werden, um eine IGS in Hann. Münden beantragen zu können. Der Kreiselternrat lehnt die Zustimmung daher ab und würde statt dessen lieber eine Oberschule mit gymnasialen Zweig befürworten.

Die Schulleiterin hielt ein engagiertes Plädoyer zugunsten des Antrages der Schule („Es ist einfach so.“).

Ein Mitglied der Grünen bat ebenso wie der Kreiselternrat darum, den Antrag bis zum Ausgang der Befragung über die Einrichtung einer IGS in Hann. Münden zurück zu stellen.

Große Politik: Es gab Beratungsbedarf in der Mehrheitsgruppe von SPD und Grünen und die Sitzung wurde um einige Minuten unterbrochen.

Nach der Fortsetzung der Sitzung stellte der Grünen-Abgeordnete den Antrag, über das Ansinnen der Dransfelder Schule erst nach der Durchführung der Befragung der Eltern zur Einrichtung einer IGS in Hann. Münden zu entscheiden.

Dieser Antrag fand eine Mehrheit im Ausschuss.

Die endgültige Entscheidung wird im Kreisausschuss getroffen.

Bei dieser Gelegenheit möchte darf ich Euch noch tippen, dass ich natürlich (leider) im Schulausschuss nicht stimmberechtigt bin. Wäre ich es, hätte ich für den Antrag der Dransfelder Schule votiert.

Die Gefahr, dass dies entscheidungserheblichen Einfluss auf eine noch durchführende Befragung für die Schule in Hann. Münden hat, halte ich für gering. Auch bei dieser Befragung wird wieder der gesamte Kreis inklusive Duderstadt beteiligt. Da Personen aus diesem Gebiet sehr viel weniger von der Entscheidung tangiert werden, ist dies dort schwer zu vermitteln, was eher das Kernproblem einer solchen Befragung ist. Die jetzige Form der Entscheidungsfindung führt für mich eher dazu, dass die Dransfelder Eltern gegen die IGS in Hann. Münden stimmen, weil sie eine (Ober) – Schule in Dransfeld sichern wollen.

Schulbaukasse

Die Anträge der Gemeinde Rosdorf (Anbau / Einrichtung Schulmensa Heinrich-Grupe-Schule) und auf Zuweisung von Mitteln an den Landkreis (verschiedene Schulen) wurden vom Ausschuss befürwortet.

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