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Nach PIRATEN und LINKEN nun auch FREIE WÄHLER für Naturbadesee Rosdorfer Baggersee

 

Nach den Piraten und den Linken haben sich nun auch die Freien Wähler Südniedersachsen zum Rosdorfer Baggersee geäußert und sich dafür ausgesprochen, sich bereits jetzt Gedanken darüber zu machen, wie der See und seine unmittelbare Umgebung in 20 Jahren nach Beendigung des Kiesabbaus genutzt werden könnten. In der Kreistagssitzung am 29.04.2015 wurde die Idee eines Naturbadesees in Spiel gebracht. Ein anderer Teil ließe sich als Naturschutzgebiet abgrenzen, so Linke und Piraten in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 8. Mai 2015.

Die Kreisverwaltung hatte sich vorher in Bearbeitung eines gemeinsamen Antrags von Linken und Piraten („Müllentsorgung und Toiletten“) mit Eigentümern und Kiesabbaubetrieb zusammengesetzt und erstmalig bekanntgegeben, der Kiesabbau werde in etwa 20 Jahren (also im Jahr 2035) beendet sein.

Rosdorfer Baggersee, Panoramablick von der Westseite
Rosdorfer Baggersee, Panoramablick von der Westseite.

In der Kreistagsdebatte hielt Lothar Dinges (Freie Wähler) eine Rede. Die Freien Wähler stimmten zwar wie SPD, Grüne und CDU gegen den Antrag. Dinges betonte jedoch, es wäre sinnvoll, wenn es bereits jetzt eine skizzenartige Darstellung einer Realisierung eines „Naturbadeerlebnisbereiches Rosdorf“ geben würde, mit Voraussetzungen einer Umsetzung für den Fall, dass eine Genehmigung möglich würde: „Die Realisierung des Projektes Naturbadesee Rosdorf würde neben dem Wendebachstausee eine weitere sinnvolle Einrichtung entstehen lassen„.

Diese sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Rosdorfer Baggersee“ stand im Kontrast zu den emotional geprägten Reaktionen der Mehrheitsfraktionen, die von unredlichem Verhalten der Linken und Piraten sprachen. Die Antragsteller würden sich „wie ein ungezogenes Kind“ verhalten, wenn sie der Aufforderung der Fraktionen von SPD, Grünen und CDU nicht nachkommen wollten, den Antrag zurückzuziehen. In der Sitzung prallten die wenig sachorientierten Argumente an den Linken-Abgeordneten Eckhard Fascher und Andreas Gemmecke ab, die die Verwaltung in einer differenzierten Darstellung nicht nur kritisiert, sondern auch positive Aspekte hervorgehoben hatten.

Auch in der gemeinsamen Presseerklärung von Linken und Piraten vom 8. Mai 2015 wurde positiv vermerkt, „dass erstmals von Seiten der Verwaltung seit 1969 der Name des Rosdorfer Baggersees offiziell anerkannt und erstmals die verbleibende Kiesabbauperiode präzise mit 20 Jahren angegeben wurde. Der Badebetrieb wurde als real existent beschrieben und die Müllmenge realistisch beziffert. “

Die Presseerklärung weiter im Wortlaut:

„Allerdings trifft die Beschreibung der Gegebenheiten für den Südteil des Baggersees nicht zu.

Die Argumentation der Verwaltung hat im Südteil gravierende Schwächen„, so LINKEN-Fraktionsvorsitzender Dr. Eckhard Fascher. „Der Südteil ist kein Betriebsgelände, weil dort keine Betriebsanlagen mehr sind, baggern ist dort inzwischen nicht mehr erlaubt.“

Es handelt sich bei den dortigen Liegewiesen um die freie Landschaft, die von allen betreten werden kann„, ergänzt Francisco Welter-Schultes, Mitglied im Vorstand des PIRATEN-Kreisverbandes. „Auch der Schilfgürtel ist nicht geschlossen, dazwischen gibt es seit jeher freie Badestellen.“

Wenn alle Kiesseen lebensgefährlich wären, wie von der Mehrheitsgruppe behauptet, dann wären nicht 70 % der 192 niedersächsischen Badeseen ehemalige Baggerseen. Von diesen sind nur etwa die Hälfte mit einer Aufsicht versehen.

Für die Zukunft werden LINKE und PIRATEN weiter die Einhaltung der europaweit geltenden Umwelt- und Hygienestandards einfordern. Es kann nicht die Aufgabe der Angler sein, in der Saison 4-5 Tonnen Müll von 80.000 Badegästen einzusammeln. Solche Mengen liegen jenseits der Zumutbarkeitsgrenze.

Im Hinblick auf die langfristige Nutzung des Baggersees nach Beendigung des Kiesabbaus in etwa 20 Jahren unterstützen LINKE und PIRATEN die Anregung der FREIEN WÄHLER, sich bereits jetzt darüber Gedanken zu machen, wie dieser See später genutzt werden könnte. Eine Nutzung als hauptsächlich mit dem Fahrrad zu erreichender Naturbadesee wäre in einem Teilgebiet sinnvoll, ein anderer Teil ließe sich als Naturschutzgebiet abgrenzen. Neue Parkplätze wären nicht Teil dieser Vision.“

2 Kommentare zu “Nach PIRATEN und LINKEN nun auch FREIE WÄHLER für Naturbadesee Rosdorfer Baggersee

  1. J. Ganberg

    Ein Naturbadesee ist gut. Aber bitte kein Naturschutz Gebiet daraus machen. Das wäre dann nur eine Grundlage für neue Verbote.

  2. Gemeint war ein Teil zum Baden, ein Teil für Naturschutz. Wie in Seeburg. Die Kreisverwaltung sieht den Südteil des Baggersees bereits jetzt als Naturschutzgebiet an und erlaubt das Baden dort deswegen nicht, wie am 4.3.2015 im Umweltausschuss erläutert wurde.

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