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Kostenlose Fahrräder für Flüchtlinge

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 12.05.2015

Die Göttinger PIRATEN begrüßen den Vorschlag der Verwaltung, Flüchtlingen kostenlos Fahrräder aus Fundbürobeständen zur Verfügung zu stellen (Beratung am 12. Mai 2015, Sozialausschuss).
Die Verwaltung übernimmt damit einen Vorschlag aus einem Antrag der SPD-Fraktion, dessen Intention die PIRATEN bereits in einer Pressemitteilung am 26. März 2015 ausdrücklich unterstützt hatten.

Einige Ratsmitglieder hatten argumentiert, die meist nicht verkehrssicheren Fahrräder dürften nicht kostenlos an die Flüchtinge abgegeben werden. Die Verwaltung schlägt jedoch vor, die Instandsetzung sollten die Flüchtlinge selbst übernehmen.

»Dies ist der richtige Ansatz. Die Flüchtlinge sollten informiert werden, wann ein Fahrrad in Deutschland als verkehrssicher gilt. Die Lösung liegt in der Bereitstellung von Information, nicht in Bevormundung«, so Friederike Buch von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten des Kreisverbandes. »Beispielsweise bietet der ADFC donnerstags in der Güterbahnhofstraße eine kompetente Anleitung zu Fahrradreparaturen, die gut angenommen wird

Weender Tor
Fahrräder am Bahnhof. Die Stadt gabelt immer wieder verwaiste Räder auf.

Irritiert zeigen sich die PIRATEN jedoch von der Aussage in der Verwaltungsvorlage, zur Nutzung eines Fahrrades „sollte“ neben einem guten Fahrradschloss auch ein Fahrradhelm „dazu gehören“.

Fahrradhelme im Stadtverkehr sind aus mehreren Gründen umstritten. Radfahrer mit Helm tendieren zu riskanterer Fahrweise. Gleichzeitig tendieren motorisierte Verkehrsteilnehmer dann zu geringeren Sicherheitsabständen zu Radfahrern, wenn diese einen Helm tragen.
Das Tragen eines Helms führt nur dann zu erhöhter Sicherheit, wenn Radfahrer aufgrund ihrer eigenen Fahrweise besonderen Gefahren ausgesetzt sind, beispielsweise bei sportlicher Betätigung.
(Zusammenfassende Darstellung der Helmproblematik bei Wikipedia)

Ein Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs vom Juni 2014 hatte eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Schleswig aufgehoben und betont, in Deutschland sei es üblich, keinen Fahrradhelm zu tragen. Das Tragen von Schutzhelmen sei weder erforderlich noch zumutbar, hieß es in der Urteilsbegründung.

Da im Fall eines Unfalls Fußgänger und Autofahrer mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Kopfverletzung erleiden als Radfahrer, müssten die Behörden das Tragen eines Helms für diese beiden Verkehrsarten früher empfehlen als für den Radverkehr.

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