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Kein Lob von den Piraten für neuen Gehwegübergang an der Danziger Straße

Die Arbeiten an der Danziger Straße sind beendet. Die Stadt hat den Zebrastreifen zwischen Friedensstraße und Tilsiter Straße mit einem neuen Gehwegübergang ausstatten lassen. Das Ergebnis ist für die Göttinger Piraten nicht zufriedenstellend. In einer Fotostrecke dokumentierten die Piraten gleich mehrere Mängel in der nicht normgerechten Ausführung.

Für Senioren, Gehbehinderte und Menschen mit Kinderwagen stellt der Überweg mit Längsrillen auf voller Breite und vier unbequemen Bordsteinen eine unnötige Barriere dar. Zudem verfügt der Zebrastreifen nicht über die vorgeschriebene Normbreite von vier Metern, er ist nur auf drei Meter Breite angelegt. Eine Bereich für Gehbehinderte mit einer Nullabsenkung fehlt. Rillen- und Noppelplatten wurden teils verwechselt und an falschen Stellen verlegt.

„Der umgestaltete Überweg ist weder senioren- noch normgerecht. Einige Stolperfallen sind außerdem vorhanden. Durch die fehlende Nullabsenkung wird es Senioren mit Rollatoren nicht leicht gemacht, von der Straße auf den Gehweg zu gelangen. Solcherart Mängel vorzufinden ist umso merkwürdiger, da sich der Übergang direkt vor einem Sporthaus befindet, das stark von Senioren aufgesucht wird. Eigentlich dürfte es nicht schwierig sein, bereits vorhandene Vorgaben, seniorengerecht zu bauen, auch umzusetzen“, so Erich Wutschke, senioren- und behindertenpolitischer Sprecher der Göttinger Piraten.

Die Piraten betonen, wie wichtig es ist, dass überall in Deutschland dieselben Konventionen eingehalten werden. Auch in Göttingen muss endlich verstanden werden, was der Unterschied zwischen Rillen- und Noppenplatten ist und dass man diese nicht willkürlich verlegen kann.
Ein Antrag im Bauausschuss, sich einen Leitfaden aus Bamberg [1] zu Hilfe zu nehmen, um die bundesdeutschen Normen korrekt einzuhalten und zudem auch endlich die Bedürfnisse von Senioren und Gehbehinderten mit Rollradunterstützung zu berücksichtigen, war kürzlich von einer Mehrheit aus SPD und CDU abgelehnt worden [2]. Beide Parteien hatten sich nicht mit dem Inhalt des Antrags beschäftigt und nur aus Trotz dagegen gestimmt. Ausdrücklich abgelehnt wurde von SPD und CDU das Ansinnen, der Stadt beim Umbau des Gehwegübergangs an der Danziger Straße genauer auf die Finger zu schauen. Nach Ansicht der Piraten und angesichts des erzielten fragwürdigen Ergebnisses bei diesem Umbau eine klare Fehlentscheidung.

Besonders ärgerlich finden die Piraten, dass bei dem wenigen Geld, das man für den Ausbau von Rad- und Gehwegen zur Verfügung hat, Baumaßnahmen in einer so ausnehmend schlechten Qualität durchgeführt werden. Durchschnittlich kann jeder städtische Straßenabschnitt nur alle 30 Jahre umgebaut werden.

Normalerweise gilt die Regel, dass bei einem Umbau die aktuelle Norm herangezogen und umgesetzt werden muss. Dies ist an der Danziger Straße nicht geschehen, weder beim Zebrastreifen noch bei den Rillen- und Noppenplatten. Nach Ansicht der Piraten hätte der bestehende und mit drei Metern zu enge Zebrastreifen zunächst auf vier Meter verbreitert werden müssen, bevor man den Übergang vom Gehweg zur Fahrbahn gestaltet.

Quellen

[1] Bodenindikatoren im öffentlichen Raum, Leitfaden zur praktischen Anwendung der DIN 32984 (Bamberg 2014)
https://www.stadt.bamberg.de/media/custom/1829_9371_1.PDF?1408518831

[2] Bauausschuss 8.6.2017
https://ratsinfo.goettingen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=15067
https://ratsinfo.goettingen.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=101499

 

Anhang

Überweg Danziger Straße nach dem Umbau im Juni 2017: Mit drei Metern zu eng für einen Zebrastreifen, der nach der heutigen Norm vier Meter breit sein muss, damit Autofahrer ihn sicher erkennen können. Der Zollstock misst zwei Meter, links daneben ist ein Teil des Zebrastreifens durch Asphalt überdeckt. Dies erzeugt zusätzliche Missverständnisse.

Der Übergang vom Gehweg zur Fahrbahn ist auf voller Breite mit einem für Senioren und Gehbehinderte unangenehmen Bordstein versehen worden. Eine Nullabsenkung für Gehbehinderte, wie sie inzwischen in den meisten Städten üblich ist, ist nicht vorhanden.

Die Rillenplatten führen Blinde auf der engen Verkehrsinsel ohne Vorwarnung direkt auf eine Schilderstange zu. Eine solche Installation widerspricht der Norm DIN 32984 und ist gefährlich. Die Noppenplattenreihe hätte nicht neben der Stange, sondern mittig zwischen Bordstein (im Bild oben rechts) und Stange gelegt werden müssen. Im Bamberger Leitfaden wird das genau erklärt.

Chaos pur: mal Rillen, mal Noppen, was gerade da ist, als wäre es egal. Rillen und Noppen haben für Blinde bundesweit einheitlich und klar bezeichnete Funktionen, die beispielsweise im Bamberger Leitfaden nachgelesen werden können. Das Feld im Bild links wird Auffindestreifen genannt und hätte hier ausschließlich aus Noppenplatten bestehen dürfen.

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