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Jobcenter Göttingen – Hintergrundgespräch

Am 15. März habe ich an einem Hintergrundgespräch zum Jobcentre teilgenommen.

Logo des Arbeitsamtes
Arbeitsamt Quelle: wikipedia.org

Landrat Reuter führte zum Grund des Treffens aus, dass dies auch als vertrauensbildende Maßnahme angesehen wird. Das Thema Hartz-IV ist sehr konfliktreich. Auch die Mitarbeiter der Sozialverwaltung wünschen sich, dass die Kreistagsmitglieder ihnen den Rücken stärken. Weiter geht es mit Hintergründigem zu diesem Thema.Meine Nachfrage, ob inzwischen alle von den Heranziehungsgemeinden übernommen Mitarbeitern unbefristet übernommen wurden oder ob weiterhin Abordnungen verlängert werden, wurde dahin gehend beantwortet, dass (inzwischen) nur noch dann Abordnungen erfolgten, wenn die Mitarbeiter dies wünschen. Die Beschäftigten besitzen zum großen Teil unbefristete Arbeitsverträge, es sei denn, es sind nur befristete Aufgaben zu erfüllen; in diesen Fällen würden langfristige Zeitverträge abgeschlossen (in der Regel für zwei Jahre).

Die Vorstellung des Jobcentre erfolgte anhand der hinterlegten Präsentation (> 8 MB).

Vorweg: Die Erfolgskriterien des Jobscentres sind sehr dem Weltbild des Managementarialismus verhaftet. Eine Vermittlung in eine freie Stelle heißt „Arbeitsmarktintegration“ und es werden quantitative Ziele vorgegeben, die erreicht werden sollen (Management By Objectives).

Werden die vom Bund vorgegebenen Ziele nicht erreicht, drohen wohl keine Sanktionen; andererseits könnte es sein, dass man sich gegenüber anderen Jobcentres, die bessere Quotienten liefern, rechtfertigen muss. Die fehlende Möglichkeit, auf Nichteinhaltung der Zielvorgaben reagieren zu können, ist bereits in Grund dafür, diese Sicht auf die Erfolgsindikatoren der Tätigkeit der AlG-2-Behörde zu hinterfragen. Ich bin gespannt, ob die Diskussion über das Bedingungslose Grundeinkommen hier neue Ideen für die Bundespolitik liefert.

Die Zielkennzahlen sind übrigens zentral auf der Seite www.sgb2.info hinterlegt. Dort kann man auch Vergleiche zwischen Landkreis Göttingen, den Ländern, dem Bund oder anderen Kommunen anstellen.

Alle Anwesenden waren der Meinung, dass auch die Wirtschaft einen Beitrag leisten müsse. Dies war vor allem deshalb leicht, weil kein Wirtschaftsvertreter anwesend war. Ich habe in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass nach wie vor noch kein Vertreter der Arbeitgeber für den Schulausschuss benannt wurde. Man könnte den Eindruck bekommen, dass dies von den Verbänden als unwichtig angesehen wird, obgleich gleichzeitig immer wieder ein Mangel an qualifizierten jugendlichen Berufseinsteigern beklagt wird [1]. Die Verwaltung bestätigte, dass auch im SGB-II-Beirat schwer Wirtschaftsvertreter zu gewinnen sein. Wie bekommen wir die Arbeitgeber ins Boot?

Weiter soll versucht werden, möglichst keine individuellen Fälle im Rahmen der Sitzungen des Sozialausschusses zu behandeln. Wenn Rückfragebedarf besteht, soll dies in erster Linie über Kommunikation der Abgeordneten mit der Verwaltung erfolgen. Mir erscheint dies sinnvoll, allerdings zeigte sich anhand der Diskussion, dass das wohl einigen Akteuren schwer fallen wird.

Ach ja, es gab noch weitere Ergebnisse: Die Wertgrenzen für freie Vergaben von Aufträgen soll erhöht werden, um schneller mit geringerem Entscheidungsaufwand auf Förderprogramme reagieren zu können.

[1] zum Beispiel www.welt.de/wirtschaft/article2255983/Die-erschreckenden-Maengel-der-Berufseinsteiger.html, 16.03.2012

3 Kommentare zu “Jobcenter Göttingen – Hintergrundgespräch

  1. Also die PP-Präsentation ist der reine Wahnsinn! Noch undeutlicher kann man kaum werden. Und dann ist das ein Scan!
    Wenn man die Präsentation anbietet, dann muss die doch auch für die lesbar sein, die nicht dabei gewesen sind als jemand eloquent die Daten ausgelegt hat, oder?

    • Ich habe die Präsentation eingescannt. Die Alternative ist, sie nicht anzubieten. Wenn sich ein weiterer Leser findet, der meint, ich soll sie entfernen, mache ich das. An meinem Rechner ist sie allerdings deutlich erkennbar. Grüße, Andreas

      • Es geht erst in zweiter Hinsicht um die Qualität des Scan-Vorgangs. Mit vielen Fachausdrücken gespickt ist die Präsentation deswegen nicht wirklich lesbar.

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