Grüne Welle Nikolausberger Weg

Die Göttinger Piraten legen zur Ratssitzung am 15. April 2016 einen von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten fertig ausgearbeiteten Grüne-Welle-Schaltplan für vier Ampelkreuzungen am Nikolausberger Weg vor. Es handelt sich um den Streckenverlauf zwischen Nonnenstieg und Goßlerstraße.

Die Piraten wollen alle vier Ampelkreuzungen der Strecke koordinieren und sie hierfür mit einem 69 Sekunden-Umlauf ausstatten (Grüngabe alle 69 Sekunden). Gegenwärtig läuft jede Kreuzung in einem anderen Umlauf (Nonnenstieg 70 Sekunden, Waldweg 69, Humboldtallee 90 und Goßlerstraße 69 Sekunden), sodass die Voraussetzung, eine Grüne Welle einzurichten, nirgends gegeben ist.
Intern war dieser Vorschlag bereits Anfang 2014 bei der Verwaltung eingereicht worden, die jedoch untätig blieb. Nun soll der Rat als Entscheidungsgremium eine bindende Arbeitsanweisung verabschieden.

Eine Grüne Welle bewirkt durch gleichmäßigeren Fahrfluss eine Verringerung der Lärm- und Abgasbelastung, sie kontrolliert zudem die Fahrgeschwindigkeit. Auch dann, wenn die Kfz nur mit Tempo 30 vorwärtskommen, legen sie die Strecke schneller zurück als wenn sie ständig vor roten Ampeln warten und dazwischen aufdrehen.

»Wir Piraten fordern funktionierende Grüne Wellen auch an anderen Straßenabschnitten in Göttingen. Der Bürger zahlt Steuern und erwartet, dass diese Gelder zumindest manchmal auch sinnvoll eingesetzt werden«, so Daniel Isberner und Francisco Welter-Schultes von der Arbeitsgruppe Ampelpiraten. »Der Denkmalklotz am Bahnhof war als Steuersparmodell teurer als das, was wir hier beantragen

Der vorgelegte Schaltplan ist so ausgelegt, dass Fahrzeuge bergab bei etwa 30 km/h eine Grüne Welle vorfinden. Kfz und Fahrräder würden nach der Grüngabe am Nonnenstieg an allen drei folgenden Ampeln Grünlicht erhalten und bis zum Weender Tor durchfahren können.
Bergauf bewirkt derselbe Schaltplan, dass Kfz und Fahrräder, die an der Goßlerstraße losfahren, beide bis zum Waldweg Grün bekommen. Danach trennt sich zwischen Waldweg und Nonnenstieg der Kfz-Verkehr vom langsameren Radverkehr. Motorisierte Fahrzeuge erreichen bei etwa 40-45 km/h das Grünlicht am Nonnenstieg. Die Radfahrer brauchen mehr als eine Minute länger und erreichen die Nonnenstieg-Ampel zur nächsten Grünphase.

Schaltplan Grüne Welle Nikolausberger Weg
Schaltplan für eine Grüne Welle am Nikolausberger Weg, Vorschlag der Piraten. Oben: bergab (Ost-West). Unten: Bergauf (West-Ost)
K = Kreuzung, 55a = Nonnenstieg, 53 = Waldweg, 52 = Humboldtallee, 51 = Goßlerstraße.
Grüne Balken = Grünphasen, rote Striche = Rotphasen. Oben die laufende Zeit in Minuten. Der Turnus wiederholt sich alle 69 Sekunden.
Schwarz gestrichelte Linien: Fahrstrecke für Radfahrer. Die Strecke zwischen K53 und K55a ist deutlich steiler, Fahrräder brauchen entsprechend länger.

Ein erwünschter Nebeneffekt ist zudem, dass sowohl bergauf als auch bergab die Radfahrer erst dann die nächste Ampel erreichen, wenn die Autos dort bereits weitergefahren sind. Dies bewirkt eine zeitliche Entzerrung von Rad- und Kfz-Verkehr.
Gegenwärtig drängen sich stehende Kfz und rechts vorbeifahrende Radfahrer an den zu eng gestalteten Aufstellbereichen. Es kommt häufig zu aggressivem Verhalten beider Seiten, oder die Radfahrer weichen auf den Fußweg aus und fahren dort bis zur Ampel vor.

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