PiratenPlanet Pressemitteilung

Griechenland-Debatte mit Kristos Thingilouthis in Göttingen

Pressemitteilung des Kreisverbandes,30.07.2015

Gerade erst war er auf dem Bundesparteitag der Piraten am vergangenen Wochenende in Würzburg als Politischer Geschäftsführer mit 77 % wiedergewählt worden: Am Montag 27. Juli war Kristos Thingilouthis zu Besuch beim Kreisverband der Göttinger Piraten. Auch der Vorsitzende der Piratenpartei Hessen, Volker Berkhout aus Kassel, nahm an dem Arbeitstreffen teil.

Themen waren die zukünftige politische Ausrichtung der Piratenpartei und die Koordination in den kommenden beiden Kommunalwahlkämpfen in Hessen und Niedersachsen. Der niedersächsische Wahltermin am 11. September 2016 ist genau ein Wochenende vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus, wo erstmals eine Piratenfraktion auf Landesebene zur Wiederwahl anstehen wird.
»Als Stimmungsbarometer kommt den niedersächsischen Kommunalwahlen daher für uns natürlich besondere Bedeutung zu«, so Thingilouthis.

Piratentreff 27.7.2015 mit Kristos Thingilouthis
Piratentreff 27.7.2015 im Inti: Wilhelm Strübig, Niels-Arne Münch, Jonas Boungard (Vorstandsmitglied Kreisverband Kassel), Francisco Welter-Schultes, Friederike Buch, Kristos Thingilouthis, Angelo Perriello, Volker Berkhout (Vorsitzender Piratenpartei Hessen).

Weitere Themen des Abends waren unter anderem die kritischen Äußerungen der Göttinger Piraten zu Einschüchterungsversuchen und Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung und die aktuellen Entwicklungen in der griechischen Finanzkrise.

In der Griechenland-Frage waren sich die Piraten darin einig, dass die Sparmaßnahmen, die dem Land derzeit aufgebürdet werden, vergleichbar sind mit den Fehlern, die 1919 im Versailler Vertrag festgeschrieben worden waren. Eine wirtschaftliche Konsolidierung Griechenlands werde so verhindert. Obendrein bedeutet das Spardiktat de facto die Aushebelung der Demokratie.

»Wenn es mit einem eindeutigen Wahlergebnis und einem ebenso eindeutigen Volksentscheid im Rücken nicht möglich ist, eine Alternative zur Sparpolitik durchzusetzen, stellt sich irgendwann die Frage, wozu man noch wählen soll«, so Niels-Arne Münch, Vorsitzender der Piraten Göttingen. »Demokratie und das Projekt Europa haben durch die verantwortungslose Politik der Bundesregierung schweren Schaden genommen

Nicht alle Piraten sahen die Dinge ganz so eindeutig. Einigkeit bestand darüber, dass auch in Griechenland Fehler gemacht wurden, insbesondere fehlt es an funktionierenden staatlichen Strukturen und einem effizienten System, Steuern einzutreiben. Sehr kritisiert wurde das sich aus der griechischen Geschichte erklärende fehlende Bewusstsein für den Wert öffentlich zugänglicher Resourcen – egal ob es sich um Fischerei, Forstwirtschaft oder Finanzen handelt. Ebenso problematisch sei die alltäglich spürbare Korruption, die sich schon bei einem flüchtigen Einblick in viele staatliche Strukturen offenbart.

»Ich weiß auch nicht, wie man das löst, aber die Griechen werden früher oder später wichtige Verwaltungsstrukturen ändern müssen«, so Vorstandsmitglied Francisco Welter-Schultes, der selbst griechisch spricht und insgesamt zwei Jahre im Land verbrachte. »In jedem Fall ist eine differenzierte Betrachtung nötig

»Mich erstaunt sehr, wie kenntnisreich und differenziert die Griechenland-Problematik hier in Göttingen diskutiert wird«, urteilte zum Abschluss Thingilouthis, dessen Eltern in den 1950er Jahren aus Griechenland eingewandert waren. »Das erlebe ich selten in dieser Debatte. Ich selbst hatte einmal versucht, in Griechenland ein Kleinunternehmen zu gründen und kann vieles bestätigen. Die griechische Bürokratie ist ein erhebliches Hindernis für die Wirtschaft

0 Kommentare zu “Griechenland-Debatte mit Kristos Thingilouthis in Göttingen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.