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Göttinger Piraten distanzieren sich

Aaron Koenig, Vorstandsmitglied im Bundesvorstand der Piratenpatei, hat in seinem Blog seine persönliche Meinung geäußert und damit nicht die Meinung aller Piraten wiedergegeben, insbesondere nicht die des Göttinger Stammtisches.

Die Frage ist, ob ein Vorstandsmitglied in jedes Wespennest treten sollte, das unsere aktuellen politischen Positionen konterkariert und uns von den notwendigen Diskussionen ausbootet und damit die möglichen alternativen Ansätze schwächt.

13 Kommentare zu “Göttinger Piraten distanzieren sich

  1. Wäre interessant zu erfahren, worum es eigentlich geht. Macht doch bitte hier und auch in Zukunft einen Link zu den nötigen Hintergrund-Infos.

    Danke!

  2. Lobenswert ist der Termin-Eintrag „Kunst gegen Faschismus“. Kurs beibehalten, kann ich nur sagen!

  3. Traurig. Habt ihr euch auf dem Stammtisch mal über die Hintergründe schlau gemacht.
    Die Schweizer haben das ausgeübt, was die Piratenpartei propagiert: Direkte Demokratie.

    Diese Entscheidung der Mehrheit eines Volkes nun in Abrede zu stellen, finde ich beschämend. Auch wenn man nicht mit dem Ergebnis einverstanden ist, muss man dies nun mal akzeptieren. Solche Entscheidungen sind nun mal möglich, wenn das Volk die Möglichkeit der direkten Einflussnahme besitzt.

    Nichts anderes wollte Aaron Koenig in seinem Blog ausdrücken.
    Also bitte nächstesmal besser informieren. Es ging bei der Entscheidung des Schweizer Volkes nur um das Verbot des Baus von Minaretten, nicht um das Verbot der Religionsausübung.

    • „Nur um das Verbot von Minaretten“ – verbieten wir in Zukunft auch Hochhausbauten von Wirtschaftunternehmen, weil sie Macht demonstrienen wollen?
      Dass Aaron Koenig das Wahlverhalten respektiert, kann ich mitvollziehen, auch wenn ich selbst nicht so entschieden hätte. Aber die Begründung ist in ihrer Pauschalität einfach falsch.
      Ich diskriminiere ja auch nicht alle Katholiken als totalitär, oder verbiete Kirchtürme, weil der Papst unhaltbare Äusserungen macht. Im Übrigen auch mit Absolutheitsanspruch. Und wenn ich mich recht entsinne, ist die Zeit als gewalttätig gegen Andersgläubige vorgegangen wurde noch nicht so lange her.

  4. Bedauerlich das die Göttinger Piraten sich davon distanzieren. Allmählich sollte das Wesen des heutzutage „gelebten“, von Männern interpretierten Islam doch hinlänglich bekannt sein. Auch wenn die „radikalen fundamentalisten“ in der Minderheit sind, oft genug erlebt man auch in Deutschland den Mißbrauch der Religionsfreiheit von (vermeintlich) muslimisch Gläubigen – Männern wie Frauen, und erst recht Jugendliche. Und das nicht nur an öffentlichen, sondern auch privaten Einrichtungen. Da muss dann nur die „Nazi-Keule“ rausgeholt werden, und schon verstummt der feige Deutsche.

    Wie gesagt: Schade – aber euer Recht.

    • Hier das Original wie es im Netz stand und bevor es Aaron mehrfach editiert hat: http://www.scribd.com/doc/23517102/Aaron-Koenig-Blogspot-Com-2009-11-Respekt-Fur-Die-Schweiz-HTML

      Ich persönlich störe mich an diesem Satz: „Eine politisch-totalitäre Bewegung, die sich anderen Glaubens- und Denkrichtungen überlegen fühlt und den Anspruch hat, Andersdenkende zu bekehren und gegebenenfalls zu töten, steht hingegen nicht unter dem Schutz der Religionsfreiheit – denn Freiheit geht immer nur so weit, wie sie die Freiheit eines anderes nicht verletzt.“

      auch wenn der Absatz – denn Freiheit geht immer nur so weit, wie sie die Freiheit eines anderes nicht verletzt – richtig ist stimme ich dem anderem vorgenannten nicht zu und schon garnicht stimme ich zu soetwas im Zusammenhang mit dem Minarettverbot bei zu heften.

      Wenn ich mich davon nicht distanziere, bleibt nur eine Alternatvie: Mein Austritt. Wegen Stefan Koenig? Ganz sicher nicht!

      Über die Schweizer haben wir uns nicht schlau machen müssen (wenn auch geschehen): Wir distanzieren uns von der Meinung die Koenig in seinem Blog am 30.11. vertritt, nicht von Volksentscheiden und Demokratie. Und wir haben nicht monatelang diskutiert sondern einmal reagiert. Oben stehende Sätze sind im Konsens mit allen Anwesenden entstanden.

      • Hi ue,

        hast du Dir / habt ihr euch mal den Koran durch gelesen, was im Einzelnen zur Verbreitung des Islam steht? Vor allem die „Form“ der „Bekehrung“, bzw. die Folgen für einen „Ungläubigen“ der sich weigert zu konvertieren?

        Habt ihr regelmäßig Kontakt zu hier lebenden Muslimen, die nicht ihren Willen kriegen, und auf Menschen treffen die sich nicht mit der Religionsfreiheit oder Nazikeule einschüchtern lassen? Ich habe dies und bin einer von letzt genannteren, und was ich da erlebe ist schlichtweg GENAU das, was Aaron da von sich gibt. Wobei die Gewaltandrohung gegen meine Person noch das harmloseste ist.

        Ich finde die Beschreibung durchaus passend und realistisch.

        • Ich habe den Qur’an gelesen, nicht alles, nicht genug, zudem die Deutsch/Arabisch Ausgabe von Ahmadiyya Muslim Jamaat (siebte Auflage), nur weil ich wissen wollte wovon man redet. Ich habe auch die Bibel (AT und NT gelesen), also es gibt noch eine ganze Menge zu lesen.

          Mein damaliger erster Eindruck: Beides ziemlich heftige Splatteromane (um es salop zu sagen), aber für andere ihr Ding. Ihre Relgion, ihre Freiheit.

          Und nun zu meiner Freiheit: Aarons Blog vertritt nicht meine Meinung und nicht die Meinung anderer Piraten. Die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit das piratige Thema – Basisdemokratische Volkentscheide in der Schweiz – jetzt noch irgendwie von Piratendeutschland aus noch zu besetzen wurde genommen. Selbst die Diskussion ist nicht mehr möglich, da die Zeit für Aarons Themenbesetzung flöten geht.

          Meine Ansicht: Aarons Blogs sind seit dem Sarrazin Beitrag wie ein Unfall, man will nicht hinsehen kann aber auch nicht wegsehen. Es ist Hardcore-Shore der übelsten Sorte und die Shore scheint mir persönlich auch der Grund für seine Ticks.

          • Hi ue,

            oh ja, Splatterromane (Koran und Bibel) sind auch einer der Gründe, warum ich der Meinung bin, dass man die „Religionsfreiheit“ dringend hinter andere Rechte wie persönliches Eigentum, Hausrecht etc. stellen sollte, wenn man sie nicht sogar komplett streichen sollte und ersetzt durch „Jeder kann glauben was er will, solange es in den eigenen 4 Wänden ist, die Persönlichkeit anderer Menschen sowie deren Eigentum ist dabei höher zu achten, als der Wille seinen Gott predigen/huldigen zu dürfen.“

            Damit hätte man dieses leidige Thema endlich vom Tisch. Ich weiß, ich bin ein furchtbarer Atheist der leicht reden kann… ;o)

  5. Die generellen Fragen kann man unabhängig vom Islam stellen:

    1. Liegen die individuellen Grundrechte höher bewertet als Mehrheitsentscheidengen? Oder anders gefragt: Darf eine Mehrheit einer Minderheit Grundrechte aberkennen?

    Meine persönliche Antowrt darauf wäre, NEIN, Grundrechte gelten absolut und universell.

    2. Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit? Sind Beleidigungen, Diffamierungen etc. Meinungsfreiheit? WO darf man seine Meinung veröffentlichen? Ich lasse ja auch nicht Leute ihre Meinung an meine Wohnzimmerwand malen – und das ist KEINE Einschränkung der Meinungsfreiheit.

    Meine Antwort wäre, dass das Recht der Meinungsfreiheit da endet, wo die Grundlegende Menschenwürde und die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen anfangen und dass die Meinungsfreiheit sich auf den EIGENEN privaten Raum und den öffentlichen Raum beziehen, nicht aber auf den privaten Raum anderer oder anderer Organisationen. z.B. ist es für mich keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn eine Partei ihre Mailinglisten moderiert. Das sehe ich wie mein Wohnzimmerbeispiel.

    3. Wieviel Meinungsfreiheit hat ein Amtsträger einer Partei?

    Meiner Meinung nach darf er sagen was er will – muss aber die Konsequenzen für die Partei im Auge behalten. Sollte er eine Meinung haben, die der Partei schaden würde, muss er diese entweder für sich behalten oder zurücktreten und die Meinung dann verbreiten.
    Dies ist für mich eine freiwillige Selbstverpflichtung, die man in dem Moment eingeht, in dem man sich zur Wahl aufstellt.

    Auf Aarons Beispiel bezogen:

    Es ist eine unter Piraten noch nicht ganz geklärte Frage, ob das Grundrecht der Religionsfreiheit hier durch Mehrheitsentscheid eingeschränkt wurde. Meiner Meinung nach ja.

    Es hat also mit einem kontroversen Thema als Medienpirat öffentlich eine Position bezogen, über die in der Partei keine einheitliche Meinung herscht und dies in einer Art und Weise getan, die uns wieder mal in die Nähe der Rechtspopulisten rückt(Verlinkung, Islam pauschal behandeln, etc.). Dies zeugt IMHO von Inkompetenz für sein Aufgabengebiet als Medienpirat und deshalb würde ich mir dort möglichst bald jemand kompetenteren wünschen.

    LG

    Gerald

  6. Pingback: Tweets die Göttinger Piraten distanzieren sich erwähnt -- Topsy.com

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