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Golfplatzpläne ohne Finanzierungsmodell unseriös

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 27.05.2015

Die Göttinger PIRATEN zeigen sich erstaunt darüber, dass es nicht den Ansatz eines seriösen Finanzierungskonzeptes für das geplante Golfplatz-Vorhaben in Geismar gibt.

Sicherlich muss es erlaubt sein zu planen, Ideen zu entwickeln und über Visionen nachzudenken. Golfplätze haben in vielen Gegenden dazu beigetragen, die ökologische und Erholungswertigkeit von Gebieten zu erhöhen. In Geismar wäre das in Teilen des Areals zwar sicherlich nicht der Fall, aber im Prinzip wäre gegen einen Golfplatz bei Göttingen nichts von vornherein einzuwenden.

Doch die Voraussetzung für eine ernsthafte Planung wäre eine seriöse und nachvollziehbare Finanzierungsperspektive, die die Erfahrungswerte berücksichtigt. Ohne diese würde sich das Vorhaben nur auf leere Versprechungen gründen, die hinterher nicht eingehalten werden können.

»Nach der Aufstellung des Flächennutzungsplans hätte die Politik nur noch sehr wenig Einfluss auf die GöSF GmbH. Der Golfplatz-Eintrag muss daher von vornherein aus dem Plan herausgenommen werden«, so der Fraktionsvorsitzende Martin Rieth, selbst Golfer.

Foxford Hills Golf Club, Illinois
Golfplatz in Foxford Hills, Illinois, USA.
Foto: Dan Perry.

Steht die Planung wirklich am Anfang? Einerseits wird gesagt, es gebe seit 2007 öffentlich bekannte Planungen. Auf der anderen Seite gelang es nicht, in dieser Zeit ein wirtschaftliches Modell auszuarbeiten.

»Wenn es der GöSF in acht Jahren nicht gelingt, ein grundlegend überzeugendes Finanzierungskonzept für einen Volksgolfplatz zu erstellen, dann ist entweder die Idee nicht umsetzbar oder etwas anderes stimmt nicht«, so Rieth.

Gut 700 Golfplätze gibt es in Deutschland, fast 400 davon öffentlich. Investitions- und Betriebskosten sind bekannt. Es gibt ausgezeichnete Statistiken und reichhaltig Erfahrungswerte, auch bezüglich der Preise auf Volksgolfplätzen. Man braucht nicht 8 Jahre, um sich in dieses Thema einzuarbeiten.

Der Trend ist inzwischen ein Problem: die Golfclub-Mitgliederzahlen stagnieren und Vereine haben große Mühe, ihre Mitglieder zu halten. Die Zahl der Golfspieler sinkt seit 2012 in allen Altersklassen unter 50 – keine guten Voraussetzungen für einen neuen Golfplatz in einer jungen Universitätsstadt.
Auf den Britischen Inseln befindet sich Golf schon im freien Fall: in England gab es 2009 noch 830.000 Golfspieler – heute sind es nur noch 680.000. 20 % Verluste ebenfalls in Irland, Schottland und Wales.

2007 war es berechtigt zu sagen, man müsse erst einmal nachdenken, die sportliche Trendentwicklung abwarten und mögliche Perspektiven ausloten. Jetzt haben wir 2015.

Die PIRATEN rufen weiterhin dazu auf, die online-Unterschriftenliste „Kein Golfplatz am Drachenberg“ zu unterschreiben.
https://www.openpetition.de/petition/online/nein-zum-golfplatz-im-gottinger-suden

Bislang (25.7.2015) haben über 4500 Personen die Petition unterschrieben, davon gut 3200 aus dem Göttinger Stadtgebiet. Um einen Bürgerentscheid zu erzwingen, müssten in Göttingen 9000 Unterschriften gesammelt werden – allerdings nicht online. Niedersachsen hat auch unter Rot-Grün nach wie vor das höchste Quorum in Deutschland. Die PIRATEN fordern mehr direkte Demokratie.

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