PiratenPlanet Pressemitteilung Umweltpolitik

Göttinger Tageblatt hatte über Molche an der Zoologie schon 2014 berichtet

Pressemitteilung des Kreisverbandes, 04.08.2015

Das Molchvorkommen an der Zoologie muss der Stadt bekannt gewesen sein. Die Göttinger Piraten fordern eine Untersuchung der Vorfälle im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Tötung geschützter Amphibien auf dem Gelände des geplanten Großbauprojektes am Groner Tor.

Nach wie vor behauptet die Stadt, vor der Baumfällaktion und Grundstücksräumung am 19. März 2015 nichts von den dort lebenden Molchen gewusst zu haben. Da in den vergangenen Jahren das Zoologische Museum immer wieder im Rahmen von Museumsaktionen die dort lebenden Molche mit einbezogen hatte und darüber auch ausgiebig in der Tagespresse berichtet worden war (Beispiel: Göttinger Tageblatt vom 15.8.2014: „Nachwuchsforscher besuchen Zoologisches Museum in Göttingen“), erscheint die Aussage der Stadt unglaubwürdig, vor März 2015 nichts von den Tieren gewusst zu haben.

Die Berichte und das vom GT in der beigefügten Fotodokumentation veröffentlichte Bild eines von den Kindern gefundenen Molches belegen außerdem, dass es buchstäblich kinderleicht ist, Molche auf diesem Grundstück zu finden. Undenkbar, dass ein Fachgutachter diese übersehen haben könnte.

Bergmolch, Männchen, fotografiert im Mai 2015 am Rand des Tümpels hinter der Zoologie. Foto: Wikipedia User Kryp.
GT-Fotografin Hinzmann hatte bereits 2014 einen Molch aus der Zoologie-Population fotografiert – und veröffentlicht.

Es ist Pflicht, im Vorfeld zu einer Grundstücksplanierung fachgutachterlich prüfen zu lassen, ob dort geschützte Tier- oder Planzenarten vorkommen. Dass ein spezialisiertes Fachgutachterbüro ein solch eindeutiges und gut bekanntes Molchvorkommen übersehen und die Information nicht an die Stadt weitergeleitet haben könnte, erscheint völlig abwegig. Die Piraten fordern die Offenlegung des Umweltgutachtens.

»Es ist empörend, dass Stadtbaurat Dienberg nach wie vor jede Verantwortung abstreitet und behauptet, nichts von den Amphibien gewusst zu haben«, so Angelo Perriello, Mitglied des Vorstands. »Eine wissentliche Auftragsvergabe zur Tötung von streng unter Naturschutz stehenden Tieren ist alles andere als erlaubt. Wir fordern eine eingehende Untersuchung der Hintergründe. Niemand hat in unserem Land das Recht, sich über das Gesetz zu stellen.«

Die Piraten hatten das geplante Großbauprojekt am Groner Tor aus städtebaulichen Gründen von Anfang kritisch gesehen, als einzige Ratsfraktion 2014 gegen den Verkauf des Grundstücks an einen Privatinvestor gestimmt und vor allem den Entzug quasi sämtlicher Beteiligungsrechte der Bevölkerung angeprangert.
Hauptforderung ist nach wie vor eine Bürgerbefragung zum Bauprojekt am Groner Tor und die Möglichkeit zur Mitentscheidung.

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