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Elektromobilität – Ein Erfahrungsbericht.

Am vergangenen Wochenende durfte ich für die Piraten und die Stadt Göttingen zum „HiMove“ (Hildesheimer Tag der Elektromobilität) mit einem E-Up des Goetheinstituts
fahren und den Wagen das weitere Wochenende nutzen.

Foto: EMobile auf der HiMove
EMobile auf der HiMove

Ich möchte hier einen kurzen Erfahrungsbericht und meine Meinung wiedergeben.

Hildesheimer Tag der Elektromobilität

Donnerstag habe ich den E-Up übernommen, die Batterie war ca. 80% voll, nach
Fahrt nach Hause und am nächsten Tag zur Arbeit noch etwa 75% voll, da es bis
Hildesheim ca. 90km sind, habe ich den E-Up vorsichtshalber im Groner Parkhaus
aufgeladen. Die Ladung mit Menekes Stecker wollte nicht funktionieren, warum
auch immer, also nutzte ich die normale Haushaltssteckdose. Laden ist dort
gratis, der Strom ist Grün (GöStrom), aber das Parken schlug mit 5,- Euro zu
Buche, nach ca. 4 Stunden habe ich den Wagen auf den Firmenhof umgeparkt, die
25% dürften nach ca. 3 Stunden geladen worden sein. Wenn man nicht eh in der
Stadt gebührenpflichtig parken muss, ist das Aufladen dort also eher nicht so
günstig.

Nach der Arbeit fuhr ich über Landstraße nach Hildesheim im Eco Modus, d.h. bei
max 115 km/h gedrosselt (natürlich real max 100km/h auf Landstraße) und
eingeschränkter Klimaanlagenfunktion. In Hildesheim hatte ich dann noch 51km
Reichweite zur Verfügung. Beim Flugplatz gab es dann zwar Lademöglichkeiten,
aber auch nur über Schuko (normale Steckdose) und kurz, da bald der Autocorso
zum neuen Rathaus startete.

Ein Texla Model S.
Ein Tesla Model S.

Die VW E-Up waren dabei deutlich in der Mehrheit, zumeist aber auch der öffentlichen Hand gehörend. Es gab darüber hinaus einige Renault Zoe und Twizy sowie wenige Fahrzeuge anderer Hersteller, diese dafür überwiegend in Privatbesitz.

Der Corso fuhr verbrauchsarm mit Schrittgeschwindigkeit zum Hildesheimer
Rathaus, eine Strecke von 5km kostete dabei laut Anzeige nur 2km Reichweite.
Auch am Rathaus gab es Schnellademöglichkeit nur für die Glücklichen, die
entsprechende Wandler des Starkstromanschlusses dabei hatten, ich musste erst
einmal wieder mit Schuko vorlieb nehmen, bis mir jemand einen Adapter für den
Zoe lieh, damit hatte ich ca. 1,5 kw/h mehr Ladeleistung. Nach Rundgang und
kurzem Einkehren in einem Lokal hatte ich wieder 84km, für die Rückfahrt bis
Göttingen zu knapp.

E-Mobilität fördert Besuche bei den Eltern

Auf der Häfte der Strecke hätte es zwar in Seesen und Einbeck (letztere wohl mit
Schnelladung) Möglichkeiten gegeben, ich entschied mich aber dafür bei meinen
Eltern zu übernachten und in aller Ruhe in deren Garage aufzuladen.

Sonnabend musste ich arbeiten und nutzte den Wagen nur für die Fahrt zur Arbeit
und zurück. Insgesamt habe ich mit normalen Fahrmodus die Reichweite auf ca 65km
reduziert. Sonntag probierte ich die Ladesäule am Kaufpark aus,
dort gibt es u.a. das Europäische CCS Ladesystem, welches auch der E-Up
unterstützt.

Mit also ca. 30% Batteriekapazität habe ich dort den Ladevorgang gestartet, bin bei einem amerikanischen Burgerimbiss essen gegangen. Habe dort auch nicht mehr Zeit verbracht, wie ich zum Essen gebraucht habe, als ich an der Ladesäule zurück kam, betrug der Ladestand 98%! Das begeistert

Elektrisch durch den Kaufunger Wald.

Ich hab dann eine Rundfahrt von dort über Hann. Münden und durchs Fuldatal nach Kassel und von dort durch den Kaufunger Wald und Witzenhausen zurück zum Kaufpark unternommen. Das sind etwa 100km Fahrstrecke mit einigen Steigungen und Gefälle; die Restreichweite am Kaufpark betrug danach immerhin noch knapp 30km oder 22% Batteriekapazität.

Bei erneuten aufladen habe ich die Anzeige der Säule eine Weile beobachtet. Man konnte wirklich zuschauen, wie die Kapazität anstieg. Schon nach 5 Minuten betrug der Ladestand wieder 50%, nach 15 Minuten etwa 80%, erst danach wurde es langsamer, weil relativ volle Batterien nicht mehr so viel Energie auf einmal aufnehmenkönnen.

Foto: Unsere Testperson vor dem Emobil des Goeteinstitut.
Unsere Testperson vor dem Emobil des Goeteinstitut.

Mein Fazit:

Das Fahren mit dem E-Up hat mir sehr viel Spaß gemacht, die Beschleunigung ist
enorm, es ist schön ruhig und vermittelt ein sicheres Gefühl. Das ist
ein gutes Argument um Menschen zum Umsteigen zu bewegen, aber zugleich
auch schlecht – ich bin eigentlich alles andere als ein begeisterter Autofahrer,
wenn es andere Menschen wie mich so begeistert, werden die öffentlichen
Verkehrsmittel möglicherweise eher weniger genutzt.

Grundsätzlich bin ich dennoch der Meinung, dass der Umstieg von Autos mit
fossilen Brennstoffen auf Autos mit Elektroantrieb die Umweltprobleme nur etwas
lindert, da auch für Elektroautos enorme Ressourcen benötigt werden. Sinnvoller
als ein Elektroauto ist immer noch gar kein Auto, also möglichst weitgehend
darauf verzichten, es nur nutzen wenn es nötig ist. Insofern ist der Einsatz
der Elektroautos bei unseren Car Sharing Organisationen sinnvoll. Hier sind sie für viele Meneschen erschwinglich und gleichzeitig nutzen Car Sharer Autos wohl eher nicht für die täglichen Fahrten zu Arbeit, Supermarkt ect.

Über den Verfasser

Andreas Knopf ist beruflich im Verkeht unterwegs und  Verkehrsexperte der Piraten Ratsfraktion.

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