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Digitalisierung der Schulen muss aus öffentlichem Haushalt finanziert werden

Die Piraten begrüßen den Willen der Schulen in Stadt und Landkreis Göttingen, sich digital besser aufzustellen und im Unterricht Whiteboards und Tablets zu verwenden.
Kritik gibt es von den Piraten aber dafür, dass die Schulen immer noch nicht wissen, wann sie Geld vom Bund erhalten werden, um WLAN und weitere Anschaffungen finanzieren zu können. Allein für die niedersächsischen Schulen wurden 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Für die Piraten kommt nicht in Frage, dass Eltern diese Kosten tragen sollen.

»Der Bund steht in der Pflicht, den Schulen die zugesagte Finanzierung schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen und die benötigten Mittel noch in dieser Legislaturperiode im Bundeshaushalt zu beantragen. Die Schulen benötigen Planungssicherheit bei der Digitalisierung des Unterrichts«, so Dana Rotter, Direktkandidatin der Piraten für den Bundestag.

Als Folge dessen, dass der Bund bisher nicht die versprochenen Mittel ausgeschüttet hat, setzen einige Schulen im Landkreis auf die „Bring your own device“-Regel. Das heißt Tablets müssen von Eltern selbst finanziert werden. Die Piraten lehnen diese Regel ab. Die finanzielle Belastung für Eltern ist unverhältnismäßig hoch. Vor allem dann, wenn man die Kurzlebigkeit der Geräte berücksichtigt. Insbesondere für Empfänger von Sozialleistungen ist diese Regelung nicht akzeptabel, da sie, anders als bisher, keine Unterstützung vom Land mehr beantragen können. Da die Technik der Geräte enorm schnell veraltet, besteht zudem ein Problem, das man bei klassischen Lehrmitteln nicht kannte: Das nächst jüngere Kind der Familie kann das Gerät schon 1-2 Jahre später nicht mehr verwenden.

»Es ist einfach unsozial. Eltern geben hunderte von Euro für klassische Lehrmittel und weiteren Schulbedarf aus und müssen nun auch noch Tablets selbst bezahlen. Für Sozialhilfeempfänger wird es so unmöglich, ihre Kinder auf Schulen gehen zu lassen, die auf Digitalisierung setzen. Chancengleichheit sieht anders aus! Wir setzen uns für eine umfassende Lehrmittelfreiheit ein, um so gleiche Bildungschancen für alle zu gewährleisten«, so Rotter weiter.

Neben sozialen Aspekten muss aber auch auf IT-Sicherheit geachtet werden. „Bring Your Own Device“-Regelungen stellen eine enorme Sicherheitslücke dar, selbst für große Firmen mit eigener IT-Sicherheitsabteilung. Schulcomputersysteme enthalten sensible persönliche Daten, wie Noten und andere Informationen zu größtenteils minderjährigen Schülern. Diese durch solche Regeln für Cyber-Angriffe zu öffnen, können die Piraten nicht gut heißen. Neben dem alltäglichen Umgang mit modernen Kommunikationsmedien sollte auch IT-Sicherheit Teil des Bildungssystems sein. Gerade die wird durch derartige Methoden aber nicht gelehrt.

 

 

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