Aus der letzten Sitzung des Kreisschulausschusses am Donnerstag, 21. November 2013 picke ich mir den Tagesordnungspunkt 7 “Beschulung des künftigen Ausbildungsberufes Kauffrau / -mann für Büromanagement” heraus, um Euch ein paar Zeilen zu tippen.

Was bisher geschah:

Mit einer Zeitverzögerung von 10 – 15 Jahren schlägt das Zeitalter des Managementarialismus auch im Schulwesen zu. Die drei Ausbildungberufe Bürokaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation und Fachangestellter für Bürokommunikation dürfen keine Kaufleute und Fachangestellte mehr sein. Sie werden zusammengefasst in einen Ausbildungsgang, der “Kauffrau für Büromanagement” heißt.

Nun sind Schüler ein knappes Gut und besonders mangelt es den Berufsbildenden Schulen in Duderstadt und Hann. Münden an dieser Spezies, so dass sie beantragten, allein an deren Standorten diesen Ausbildungsgang ausbilden zu dürfen. Im Lehrerjargon heißt das “die ausschließliche Beschulung” zu übernehmen.

Natürlich finden das die Schülerinnnen und Schüler nicht so gut, die in Göttingen wohnen, weil sie dann den Weg nach Duderstadt oder Münden auf sich nehmen müssen. Die Ausbildungsbetriebe in Göttingen empfanden das wohl auch eher als mittelmäßig gute Entscheidung. Letztlich wollte die BBS I in Göttingen auch nicht auf die Schüler verzichten. Auch dort werden bislang viele der Berufsbilder gelehrt. Darum haben sie auch beantragt, den Beruf ausbilden zu dürfen.

Büromanager nach Wohnorten
Büromanager nach Wohnorten

 

Die IHK hat die Anzahl der Ausbildungsbetriebe an den Standorten und die Anzahl der Auszubildenden aus den Wohnstandorten ermittelt. Ihr könnt sie an der Grafik ablesen.

Der Ausschuss tagt:

Wäre der Antrag der BBS in Duderstadt oder Hann. Münden erfolgreich gewesen, müßten über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler pendeln. Letztlich hat sich der Ausschuss auf Vorschlag eines Lehrervertreters (glaube ich) darauf geeinigt, an allen Standorten den künftigen schulischen Teil der Berufsausbildung zu ermöglichen, aber zu gewährleisten, dass mindestens eine volle Klasse in den Standorten Hann. Münden und Duderstadt gebildet wird.

Ein sinnvoller Kompromiss wie ich meine. Es wird spannender werden, wenn sich die beiden Berufsbildenden Schulen des Landkreises Osterode ebenfalls um Ausbildungsgänge bewerben.

Taktisch empfand ich den gemeinsamen Antrag von Duderstadt und Hann. Münden unter Ausschluss der BBS I als eher unklug. Das hier gefundene Ergebnis wäre sicher genau so möglich gewesen, hätten sich alle betroffenen Schulen zuvor geeinigt. Es wäre schön, wenn es besondere Anreize für Schülerinnen und Schüler gibt, die sie dazu bringen, von sich aus den Weg in die Schulen nach Hann. Münden oder Duderstadt auf sich zu nehmen. Ich denke da an besonders qualitativ hochwertige Ausbildung oder sonstige Anreize. Neben den Kosten für die Anreise geht den Auszubildenden durch überflüssiges Pendeln auch noch viel Zeit verloren. Ob und wie das im Schulalltag möglich ist, ist mir nicht klar.

Was sonst noch so geschah:

  • Die nunmehr einzige Bewerberin für die Schulleitung der BBS Duderstadt hat sich vorgestellt. Sollte die Bewerberin angenommen werden, werden drei von fünf Berufsbildenden Schulen im Kreis Göttingen von Leiterinnen geführt.

  • Meine Anregung, die Schülerstatistik als bearbeitbare Datei zu versenden wurde nicht aufgegriffen, weil dies nicht möglich sei.

  • Auf meine Anregung, von (Teil-) ergebnissen des Runden Tisches zur Schülerbeförderung berichtete ein Ausschussmitglied, es sei ein Sorgentelefon bei der VSN geschaffen worden. Die Eltern seien davon informiert. Auf der Seite der VSN habe ich noch nichts darüber gefunden. In einer der nächsten Sitzungen sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

Wenn Du bis hier gelesen hast: Vielen Dank für Dein Interesse!

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