Stadtratsfraktion

Einem geschenkten Gaul…


… schaut man nicht ins Maul. Zu dieser Ansicht könnte man kommen, schaut man sich die aktuelle Denkmaldebatte  in Göttingen an.
Auch wenn die Kulturverwaltung dieser Maxime zu folgen scheint, spricht sich die Ratsfraktion der Piratenpartei gegen die Aufstellung des Denkmals aus.
Dies geschieht nicht etwa, weil Ross und Reiter fehlen.Zum einen scheint es, als solle mit dem Werk insbesondere der Künstlerin selbst ein Denkmal gesetzt werden. Auch wenn sie zahlreiche wertvolle Werke geschaffen hat und wir in ihr eine auch über Landesgrenzen hinweg angesehene Künstlerin erkennen, so scheint uns ihre Bedeutung für
Göttingen und ihre Strahlkraft über Göttingen hinaus nicht gleichbedeutend mit der, der Göttinger Sieben.

Zum anderen erscheint uns das Kunstwerk in seinem Format unangebracht. Der Göttinger Bahnhof hat einen viel kleineren Vorplatz als der Hauptbahnhof von Hannover. Die Proportionen zwischen dem monumentalem Kunstwerk und dem Bahnhofsgebäudes sind „optimistisch“ dargestellt. Die Dimensionen des Sockels laut der Vorlage des Ausschuss für Kultur und Wissenschaft am 22.05.2014 sind 2,50 x 4,10 x 4,00 m. Die Darstellung in der im GT am 14.5. abgebildeten Animation: Höhe ca. 3,20m (wenn die männliche Person im Vordergrund links etwa 1,80 m groß ist), also ziemlich genau drei Viertel der tatsächlichen Größe. Wenn der Sockel in realistischer Größe dargestellt wäre, wäre der Mann entsprechend 2,40 m hoch. Bei 75 % der Höhe wird das Monument so dargestellt, als sei es nur etwa halb so voluminös.


Die Piratenfraktion im Göttinger Stadtrat hat schon Ende 2013 die öffentliche Diskussion über das Kunstwerk gefordert, als das Thema erstmals nicht öffentlich zur Sprache kam. Wir sehen nicht ein,  dass über die Köpfe der Göttinger Bürgerinnen und Bürger über ein ästhetisch umstrittenes Kunstwerk an exponierter Stelle entschieden wird. Wie es in der Vorlage für den Auschuss am kommenden Donnerstag zu entnehmen ist, hat die Kulturverwaltung den Bau des Sockels sowie die bauliche Unterhaltung des Denkmals bereits zugesagt, ohne bisher die Kosten darzulegen. Hier fordern die Piraten vollständige Transparenz, sowie die Klärung welche rechtlichen Pflichten dieser und folgenden Generationen daraus erwachsen.

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