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Die Technik der Tücken

Nach den ersten Wochen im Rat der Stadt Göttingen ist es an der Zeit ein erstes Resumé zu ziehen und die ersten Tage revue passieren zu lassen.

Seit nunmehr 70 Tagen verfügen wir über nun über die iPads und sind in der Lage einfachste Aufgaben damit zu erfüllen. Wir können einen WEB-Browser öffnen, haben die Möglichkeit .pdf Dateien zu lesen und darin Markierungen vorzunehmen oder Anmerkungen einzufügen. Programme um Notizen zu erstellen sind ebenso vorhanden wie die Möglichkeit für Schnappschüsse. Diese Grundfunktionalität Funktionalität ist auch notwendig, um das Pad im Ratsbetrieb nutzen zu können.

Für ein Gerät, welches 500+ € gekostet hat erwarte ich jedoch etwas mehr. Auch ein eMail Client ist installiert und es ist möglich damit Postfächer abzurufen, welche den IMAP Standard unterstützen.

Doch hier beginnt auch schon das Experiment mit den Rats-IPads.

Um die eMails abzurufen benötigen wir eine Internetverbindung. Diese ist im Rathaus auch meist vorhanden, leider bricht sie während der Sitzungen auch manches mal ab, was nicht unbedingt dramatisch, doch aber lästig und mir mit meinem Android-Smartphone bisher nicht passiert ist. Auch scheint das Ganze mehr ein Problem der Router zu sein, denn zu Hause habe ich eine konstante Verbindung zu meinem WLAN, auch mit dem Pad. Dafür musste ich hier mein WLAN sichtbar machen, mit versteckten Netzen weiß das Pad nichts anzufangen.

Auf der technischen Seite sind wir wie man sieht noch im Experimentierstadium. Dies wird auch deutliche wenn man sich überlegt, dass die privaten IMAP Postfächer sicherlich nützlich sind, die Verwaltung uns aber auch einen öffentlichen Account zur Verfügung stellt. An diesen werden Termine, Vorlagen, Infomails usw. gesendet. Eine Synchronisation dieses Accounts mit den iPads ist (derzeit) nicht möglich, so dass man Termine doch lieber manuell im privaten Kalender vermerkt.
Da das Pad an sich die Verbindung auch mit einem Exchange-Server vorsieht vermute ich jetzt, dass hier die Gegenstelle die Funktionalität für die iPads bereit stellen müsste, bzw. die bisher übliche Art der Verbindung eben nicht unterstützt wird.

Insgesamt stimmt mich diese Situation aber verhalten optimistisch und dies in zweierlei hinsicht:

In erster Linie zeigt sich wie sinnvoll offene Standards sind, die wir auch in Göttingen etablieren möchten. Für heterogene IT Strukturen sind offene Schnittstellen obligat um reibungslose Kommunikation zu gewährleisten.

Ferner bin ich zuversichtlich auch unseren linux-basierten Fraktionsrechner bis Weihnachten im Netz zu haben. Immerhin wurde letzte Woche die Netzwerkdose gepatcht, so dass wir eine physikalische Verbindung zum Router haben und bereits an unsere Fraktions-eMails gelangen können. Hier fehlt aber noch die nutzerbasierte Netzwerkanmeldung mittels Active Directory (wenn ich hier richtig informiert bin), um auch in die übrigen Bereiche des Netzes vordringen zu können.

Meine ersten zwei Ausschuss-Sitzungen verliefen problemlos. Immerhin hatte ich dann 10 Minuten vor der VA Sitzung Zugriff auf die elektronischen Vorlagen, die mir noch nicht per Mail zugegangen waren, in der Sitzung selber streikte dann die Verbindung.
Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft war für mich sehr interessant. Die Vorlagen hatte ich soweit verfügbar aus dem Ratsinformationssystem geladen und die Vorträge fand ich spannend und informativ. Inhaltlich ist vielleicht von Bedeutung, dass für den Geschäftsführer der Händel-Festspiele mögliche Kürzungen im Rahmen des Zukunftsvertrags durchaus ein reelles Risiko darstellen, während der Geschäftsführer des GSO eine konkretere Gefahr darin sieht mit der Stadthalle die wichtigste Spielstätte zu verlieren und sei es nur für eine Saison z.B. durch Renovierungsarbeiten oder einen Umbau.
Leider wurde ich im nicht öffentlichen Teil von einer Aussage überrascht, nach der eine Information den Fraktionen ja bereits mitgeteilt worden sei. Es ging dabei um eine Lappalie, aber ich musste doch anmerken, dass auch wir uns über eine solche Information freuen würden.

Wir sehen, dass es auf der technischen Seite noch einiges zu tun gibt und auch inhaltlich mit Zukunftsvertrag und Stadthalle spannende Themen anstehen.

3 Kommentare zu “Die Technik der Tücken

  1. Das mit den versteckten Netzwerken ist Blödsinn, man muss es nur zu bedienen wissen ;) Auch spricht das iPad CalDAV, CardDAV, LDAP und IMAP. Muss man auch nur können. Sorry, aber vorher mal nachlesen hätte was gebracht.

    • Moin!
      Ich hab mich selbst noch nicht mit den Rats-Pads auseinander gelegt, jedoch alles, was ich bereits von der Ratsfraktion gehört habe, klingt sehr stark nach starker Rechte-Beschneidung. Daher halte ich es persönlich nicht für unmöglich, dass die Pads auch relativ beschnitten sind von den eigentlichen Möglichkeiten. Daher wäre hier eine Aussage von TS oder MR nicht schlecht. Eine Diagnose ohne das Objekt zur Hand ist da nicht immer leicht. Aber würde mich nicht wundern, wenn viel von dem, was schön zu haben wäre administrativ untersagt wird.

  2. Mein Blog ist umgezogen, daher ist dieser Artikel nicht wirklich neu sondern stammt aus dem letzten Jahr. Zu dem Zeitpunkt das sei nochmal angemerkt hatte ich keine volle Kontrolle über das iPad und konnte bspw. keine Apps, Certifikate oder dergleichen installieren und importieren.

    Aber lass uns bitte nicht dumm sterben und erzähle mal wie man ein verstecktes WLAN nutzt auf dem iPad, und was mir CalDAV, CardDAV, LDAP und IMAP im Zusammenspiel mit einem Outlook Account bringen.

    Es sei noch erwähnt, dass der Exchangeserver nur über VPN und mittels SSL Certifikat erreichbar ist und dass das iPad mit meinem eigenen Mailserver mittels IMAP durchaus zusammen arbeitet, was mir aber zum Empfang der Fraktions-eMails nur bedingt weiterhilft

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