Suche

Alle Einträge in "blog-ts"

Kultur in Göttingen – Kulturausschuss vom 05.07.2012

Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft am vergangenen Donnerstag, den 05.07.2012 war einmal mehr sehr interessant. Nach einer kleinen Overture an der Orgel der Johanniskirche wurde die Sitzung in den Räumlichkeiten der Stadtkantorei fortgeführt.
Diesen Beitrag vollständig lesen

Transparenz

Die heutige Ratssitzung verlief eher ruhig und auch die Vorbereitung passte. Unseren Antrag zur öffentlichen Nutzung des Stadthallenareals haben wir zurück gezogen, die Alternative wäre die Ablehnung durch den Rat gewesen, dafür ist das Anliegen aber zu wichtig, sollte es zu einer Abriss-Entscheidung kommen.

Viel spannender waren zwei Begegnungen nach der Ratssitzung, die mir zeigten wie unterschiedlich Auffassung von Transparenz sein können. Die einen machen sich zum Gläsernen Bürger und glauben sie könnten damit den Transparenzgedanken der Piraten toppen, hier erinnerte ich mich an unser Wahlplakat von 2009:

Gläserner Bürger? Transparenter Staat!

Gläserner Bürger? Transparenter Staat!

Heute wurde im Rat die neue Geschäftsordnung verabschiedet  (ohne unsere Zustimmung); einige wichtige Anträge zur Übertragung von Video und Audio-Daten wurden zuvor auf breiter Front abgelehnt. Hier wurde uns (natürlich im Anschluss an die heutige Sitzung) vorgehalten in unseren Anträgen zur neuen GO die Persönlichkeitsrechte (aller Anwesenden) nicht bedacht zu haben, sonst wäre da sicher mehr drin gewesen für unseren Antrag – wer’s glaubt…. Wäre hier tatsächlich der Wille dagewesen für mehr Transparenz einzutreten, hätte man dann nicht einen eigenen Antrag oder einen Änderungsantrag dahingehend formuliert? Ferne erinnerte ich mich noch an unseren Vorschlag eine Video-Aufzeichnung ausschließlich des Rednerpultes durchzuführen, wie es in anderen Kommunen bereits üblich ist.

Es ist manches Mal eine Gratwanderung zwischen Transparenz und Privatsphäre.  Mir ist heute klar geworden, wie sehr dies mit dem subjektiven Empfinden jedes einzelnen zusammenhängt und wie wichtig es ist, dass wir eine klare Vorstellung haben von Transparenz und von Privatsphäre, dass wir dies Vorstellung formulieren und insbesondere, dass wir sie auch vermitteln können und wollen.

 

 

 

Zweiter Bürgerdialog ergebnisoffen beendet

Der zweite Bürgerdialog am Abend des 14. März 2010 zum Zukunftsvertrag und Entschuldungshilfeprogramm der Stadt Göttingen ging ohne greifbare Ergebnisse zu Ende.

Der Großteil der Zeit wurde mit einer allgemeinen Diskussion zugebracht, auf der einen Seite Gruppierungen der Bürger, die Verwaltung auf der anderen. Bei allgemeinem Konsens über die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen fühlte sich dieser nicht wie ein solcher an. Es wurde viel geredet und wenig gesagt. Einerseits beharrte OB Meyer in langen Monologen immer wieder auf der einmaligen Möglichkeit und der Notwendigkeit der Entschuldung, auf der anderen Seite stand das kategorische Nein eines Gros der Bürgerinnen und Bürger, welche ihre Position durch entsprechende Banner und Schilder untermauerten.

Das Rechenexempel einer Fahrt von 20 Reisebussen nach Berlin um dort Rabatz zu machen gegen eine erste, breit angelegte Veranstaltung zum Bürgerdialog (der m.E. viel zu spät begonnen wurde und zudem in vielen Teilen Mängel aufwies) trug wenig zu einer sachlichen Debatte oder einem Lösungsansatz bei.

Als der überforderte Moderator, er konnte der Veranstaltung keine Struktur geben und kam auch bei der Reihenfolge der Redebeiträge mehrfach durcheinander,  es dann geschafft hatte auf eine konkretere Diskussion von Vorschlägen hin zu lenken wurde die Gelegenheit prompt genutzt, um unter Jauchzen und Glucksen einiger Bürgerinnen und Bürger den Punkt „generelle Ablehnung des Zukunftsvertrags“ aufzurufen – toll!

Die Übergabe einer Unterschriftenliste der Leinebürger gegen den Bau des GVZ III an den Oberbürgermeister wurde ebenso rasch abgehakt und unkommentiert gelassen wie manche Frage aus den Reihen der Bürger.

Bei all dem ist es nicht verwunderlich, dass viele der anwesenden Ratsmitglieder frühzeitig die Veranstaltung verließen, die wenig Dialog, viele Plattitüden und ein wenig Inhalt bot. Die meisten verließen die Veranstaltung still, ein anderer auch laut polternd mit dem kategorischen Nein der Linken auf den Lippen.

Viele der betroffenen Einrichtungen arbeiten derweil konstruktiv und fieberhaft an eigenen Angeboten, Verbesserungs- und auch Einsparvorschlägen. Dabei suchen sie sowohl den Dialog mit der Verwaltung, die diesen im Vorfeld vermissen ließ, aber auch die Diskussion mit den Politikern und Fraktionen.

Ein positiver Auftritt in der Veranstaltung gelang den Vertretern des Fördervereins des Schwimmbades Weende, sie schafften es ihre Position zu verdeutliche, ihr Engagement für den Erhalt des Weender und auch der übrigen Schwimmbäder darzulegen und durch ihre aktive Beteiligung auch die Verwaltung zu einem der wenigen Signale des Entgegenkommens zu bewegen. Hier wird bereits geunkt, dass dies die von vorneherein geplante Änderung in der Vorschlagsliste gewesen sei. Es wurde m.E. deutlich, dass hier konkrete Sacharbeit und und ein breites öffentliches Interesse Hand in Hand gehen. Eloquent gelang es einem ihrer Sprecher zudem den Versuch eines anderen Bürgers ins Leere laufen zu lassen, den Weender Verein mit Sport- und Freizeit-Bezug zu Äußerungen zu und über soziale und kulturelle Einrichtungen zu verleiten, um ggf. wieder eine Konfliktsituation zu schaffen oder die Diskussion erneut in die allgemeine Belanglosigkeit zu führen.

Als Résumé aus den Veranstaltungen bleiben für mich dennoch drei paar wichtige Punkte sowohl für den Zukunftsvertrag als auch für die Zukunft unabhängig von einem Vertrag.
Zum einen ist eine Bürgerbeteiligung gewünscht, und ich sage ungeachtet der vermeintlich hohen Kosten. Diese sollte jedoch nicht erst auf den letzten Drücker geschehen und den Anschein einer bloßen Legitimation haben.
Präsenz zeigen ist wichtig, viel wichtiger ist aber Sacharbeit und sinnvolle Vorschläge anstelle von pauschalen Schuldzuweisungen und dem Bedienen von Klischees.
Die Experten sitzen in den Einrichtungen und nicht in der Verwaltung, zumindest wenn man das rein fiskalische einmal außen vor lässt.

Halbzeit im Bürgerdialog

Nachdem nun die ersten Veranstaltungen im Rahmen des Bürgerdialoges zum Zukunftsvertrag stattgefunden haben ist es Zeit für ein kleines Résumé.

Nachdem eine unserer Anfragen im Rat beantwortet wurde es sei keine Einrichtung (im Bereich der Kultur) in ihrer Existenz bedroht war ich doch sehr überrascht, als im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft sich ein anderes Bild abzeichnete. Es verwundert mich ferner, dass just jene Einrichtungen im Ottfried-Müller Haus stärker betroffen scheinen als andere, größere Kultureinrichtungen. Ebenfalls überraschte mich, dass der zuvor hochgelobte Kulturentwicklungsplan, dessen drei Szenarien mit Hinblick auf das Entschuldungshilfeprogramm entwickelt worden waren in den Vorschlägen der Verwaltung keine Berücksichtigung fand.

Das Internetportal ist ein erster Versuch zu mehr Bürgerbeteiligung, nicht mehr und nicht weniger und in jedem Fall ausbaufähig. Hier zeit sich, dass besonders jüngere und Computer-affine Menschen sich hier beteiligen können. Viele Personen stehen aber vor schier unüberwindbaren Hürden, selbst wenn sie neuen Medien aufgeschlossen gegenüberstehen und durchaus gewillt sind sich dort einzubringen. Hier nur zwei Beispiele:

Die Aufforderung ein Passwort einzugeben schreckt z.B. den ein oder anderen ab, der nicht einsieht hier sein „Internet-Passwort“ einzugeben. Für viele, die täglich am Rechner arbeiten scheint das unverständlich und offensichtlich, dass dies ein gänzlich anderes Passwort gemeint ist. Doch ist dies die erste kleine Hürde, von der mir berichtet wurde. Selbst mit neuem Passwort, eigener eMail Adresse (die nicht gesperrt wird, weil sie über einen anonymen Dienst läuft) und allem guten Willen scheitert der interessierte Bürger ohne weitergehende IT Kenntnisse, wenn in seinem Browser die Cookies abgeschaltet sind oder schlicht eine zu hohe Sicherheitsstufe eingestellt wurde. Ein Login und eine Teilnahme am Portal sind dann faktisch unmöglich.

Einige der Verwaltungs-Vorschläge stoßen auf mehr, andere auf weniger Befürworter, was zu erwarten war. Insbesondere zeigt sich aber welche der betroffenen Personen und Einrichtungen eine Lobby haben und welche nicht.

Es existieren eine Reihe von Bürgervorschlägen, von denen die meisten jedoch bestenfalls als ironischer Beitrag zu einer vorgeschobenen Legitimation durch die Allgemeinheit angesehen werden dürfen. Dort werden verschiedenste Klischees bedient und Vorurteile hofiert. Glücklicherweise ergab sich aus mehreren Gesprächen jedoch, dass unterschiedliche Gruppierungen und betroffene Einrichtungen fieberhaft an sinnvollen und realistischen Gegenvorschlägen und Angeboten ihrerseits arbeiten, um einen allseits verträglichen Zukunftsvertrag zu ermöglichen.

Es bleibt zu hoffen, dass dies bei der gebotenen Eile und dem immensen Zeitdruck gelingt.

Portal zum Zukunftsvertrag online

Bereits vor Ratssitzung am Freitag , den 17.02.2012 ist das Portal der Stadt Göttingen zum Zukunftsvertrag online:

http://www.zukunftsvertrag.goettingen.de/

Wir dürfen gespannt sein, wie gut die Bürger beteiligt werden und wie konstruktiv die Schnittstelle zur Ausarbeitung eines Entschuldungshilfeprogramms sein wird, insbesondere in Hinblick auf den straffen Zeitplan.

 

 

Zwei kurze Informationen

Weiter unten habe ich zum Entwurf des Kulturentwicklungsplans Stellung genommen, nähere Informationen sowie den Entwurf selbst findet man auf der Seite der Stadt im Bereich für den Ausschuss für Kultur und Wissenschaft (TOP zum Kulturentwicklungsplan)

Da das Thema Entschuldungshilfepaket immer konkreter wird hier noch ein Link zur Information, wie es andernorts ablief.

So ganz lässt sich das nicht auf Göttingen übertragen, zumal unser Zeitrahmen deutlich gestraffter erscheint, dennoch gibt der Text einen kurzen Einblick was unter dem Schlagwort „Solinger Modell“ in diesem Zusammenhang verstanden werden kann.

 

Blog Update

Nachdem ich ein wenig herumprobiert habe ist es mir gelungen jetzt Artikel in dem Blog zu erzeugen anstatt einen Artikel endlos zu erweitern. Aus diesem Grund sind meine Berichte der Ratsarbeit jetzt unter http://www.piratenpartei-goettingen.de/category/ratsfraktion/tobias-schleuss/blog zu finden.

Ein frohes neues Jahr

Mittlerweile ist das Jahr 2012 schon ein paar Wochen alt und auch die ersten Veranstaltungen und Ausschuss-Sitzungen haben stattgefunden.
Beginnen möchte ich aber dort wo ich im vergangenen Jahr aufgehört habe, der Technik:

Seit gestern ist es von unseren Fraktionsräumen aus möglich auch mit Linux ins Netz zu gelangen und wir können vor Ort endlich sinnvoll arbeiten. Auch der Empfang von Fraktions-eMail auf unseren iPads ist möglich, wenn auch noch etwas umständlich.

Mein Rats-iPad ist mittlerweile personalisiert, d.h. ich kann selbstständig die erforderliche Software installieren und die entsprechenden Einstellungen vornehmen (Installation von Certifikaten etc.). Ein Nachteil der Umstellung war, dass ich die zuvor über den Verwaltungs-Account installierte Software erneut beschaffen und installieren musste (Kostenpunkt ca. 40 €). Darüber hinaus habe ich jetzt eine App installiert, mit der ich auch OpenOffice Textdokumente und Tabellen betrachten kann, was meine Arbeit mit freien Formaten hoffentlich etwas erleichtert.

Nun aber zur Politik

Am 19.1. tagte erstmalig für dieses Jahr der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft.

In der Sitzung ist mir klar geworden, dass ich mir so manches Fachvokabular noch aneignen muss. So sind z.B. die Landeszuschüsse zur Sprachförderung in der Niederschfrift unter dem Begriff „Soziokultur“ zu finden.

Besonders interessant war in der Sitzung der Diskussionsentwurf der Kommission Kulturentwicklungsplan (Top 4). Hier hat die Komission drei Modelle erarbeitet nach denen die weitere Kulturfinanzierung in Göttingen zukünftig vollzogen werden könnte, insbesondere im Hinblick auf den im Raum stehenden Zukunftsvertrag mit dem Land:
Option 1 wäre die „Aufrechterhaltung des Status Quo“, dies bedeutet, dass große Teile der Mittel längerfristig vertraglich an bestimmte Institutionen und Projekte fließen und nur wenig Spielräume für neue und kleinere Projekte bleiben. Darüber hinaus müsste im Falle von Kürzungen damit gerechnet werden, dass insbesondere Kleinere Projekte bei einer Kürzung von bspw. 10% für alle, in ihrer Existenz bedroht wären.
Option 2 wurde besonders hervorgehoben, sie beinhaltet zwar ebenfalls Einsparungen, diese sollen aber vorwiegend durch die Optimierung von Betriebsabläufen, wie dem Abbau redundanter Verwaltungsstrukturen sowie verstärkte Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen und Wegfall doppelter/redundanter Kulturangebote. Hier wurde auf mögliche zusätzliche Kosten durch Beratung und Organisation von Extern hingewiesen.
Als dritte Option wurde die „Priorisierung bei kulturiellen Angeboten“ angeführt. Dies bedeutet de Facto die Schließung der ein oder anderen Einrichtung.
Nachdem Option 2 nun besonders gelobt wurde brach im Anschluß Herr Arnold noch eine Lanze für Option 1, die es bisher immer wieder ermöglicht hätte, dass die „großen Institutionen“ den kleineren Künstlern immer wieder Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung gestellt hätten und für sie sowie für diese Künstler die mit den Verträgen verbundene Planungssicherheit ein wichtiger Aspekt seien.
Im Anschluss daran sprach Herr Prof. Haselbach zum Thema „schlanker Kulturplanung“ mit der Quintessenz, dass Ziele/Zielvorgaben und ein Gesamtkonzept viel wichtiger sind als konkrete Fallentscheidungen.
Insgesamt scheint mir der Entwurf sehr gelungen, zeigt er doch eine Reihe von praktikablen Möglichkeiten auf die Kulturlandschaft in Göttingen trotz knapper Kassen zu erhalten und zu pflegen.
Persönlich empfinde ich die zweite Option ebenfalls als sehr sehr sinnvoll, da sie mir am flexibelsten erscheint und zudem Maßnahmen zur Kostenoptimierung in starkem Maße von den Kulturschaffenden selber ausgehen durch Kooperationen und Querschnittsfindung und sie zudem neuen Projekten die Möglichkeit gibt am Kulturhaushalt beteiligt zu werden. Dennoch sollten wir alle Möglichkeiten einmal diskutieren.

In den weiteren ToPs folgten die Benennung von Straßen, Plätzen und die Anbringung von Gedenktafeln für mehr oder weniger berühmte Persönlichkeiten, die teils hitzig diskutiert wurden, bevor um ca. 17:45 Uhr die Bürgerfragestunde eröffnet werden konnte.

Ein göttinger Bürger beanstandete dabei zum wiederholten Male die sehr hohen Eintrittspreise bei Veranstaltungen in Stadt- und Lockhalle und merkte an, dass bei einer Veranstaltung in der Stadthalle vor wenigen Tagen die Hälte der Plätze unbesetzt blieb.
Dies rief mir unser Wahlprogramm ins Gedächtnis mit der Forderung nach einer „5-vor-Karte“. Es würde sicherlich Sinn machen auf einen diesbezüglichen Antrag hinzuarbeiten, dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass die Veranstaltungen in den Meisten Fällen von privaten Veranstaltern durchgeführt werden und die Stadt keinen direkten Einfluss darauf hat. Dennoch könnte man z.B. im Rahmen von Kulturförderung oder anderen Maßnahmen darauf hinwirken solche Karten für Veranstalter attraktiv zu machen.

Der Punkt auf dem ich am meisten gespannt war war die erste Lesung des Haushaltsplanentwurfs 2012 für den Bereich Kultur. Im Voraus war ich den Entwurf einmal durchgegangen und hatte auch einige Anmerkungen notiert. Gleich vorweg was mir an dem Schriftstück fehlt und was ich auch im Gesamtentwurf nicht finden konnte ist ein Abkürzungsverzeichnis.
In dieser ersten Lesung ging es wohl wirklich nur um einen kurzes Durchblättern des vorliegenden Schriftstücks. Mir persönlich kam es sehr schnell vor, denn wann immer ich die Hand hob um eine Frage zu stellen waren wir bereits 2-3 Seiten weiter. Möglicherweise ist das einfach die Routine, die mir fehlt ;).

Auffällig ist bei dem Entwurf der Wegfall der Kennzahlen, die in den vorherigen Haushalten noch explizit aufgefürht wurden. Dies trägt klar zur Übersichtlichkeit bei, ist der Transparenz aber alles andere als dienlich.

Eine meiner Fragen bezog sich auf die Abkürzung „ILV“, die in vielen der Tabellen zu finden ist. Diese Interne Leistungsverrechnung führt Beträge auf, die in der Verwaltung anfallen, wenn eine Einrichtung bspw. Leistungen von der Verwaltung (Druckerei etc.) in Anspruch nimmt. Diese Buchungen „linke Tasche – rechte Tasche“ sind für die Verwaltung gewiss höchst spannend, uns helfen sie aber nur bedingt. Dieses Schema setzt sich durch den gesamten Entwurf fort. Dort aufgeführte Erträge beziehen sich ausschließlich auf Gelder im Bereich der Verwaltung.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass praktisch mit allen aufgeführten Zahlen insbesondere die Ordnungsliebe der Verwaltung befriedigt wird.

Für uns Politiker einzig relevant sind die fett gedruckten Zahlen am Ende der Tabelle. Wieviele Einnhamen etc. entstanden, wieviel an Spendengeldern gesammelt wurde und Ähnliches ergibts sich aus Wirtschaftsplänen, die meiner Vorlage nicht angefügt waren (aber wohl am Ende des Gesamthaushaltsentwurfs zu finden sind). Die werde ich ebenfalls noch durcharbeiten (müssen). Einige Fragen bleiben. Wo ist die Transparenz? Wo sind die interessannten Zahlen? (welche Einnhamen haben die Einrichtungen?, Wieviel fließt an die Stadt zurück bzw. in den Kulturbereich?, Welche Kosten der Einrichtungen wie Vergütungen,Raummieten, Versicherungen etc. trägt das Kulturbudget?).

Zum Abschluss wurde noch angeführt, dass auch Anträge auf Bezuschussung vorliegen, die in dem Entwurf noch nicht aufgeführt sind, jedoch zu berücksichtigen seien. Es gibt aber die Aussicht darauf, dass der folgende Entwurf diese Anträge beinhaltet.

Der nicht öffentliche Teil war dann in wenigen Minuten abgehandelt, weil es kaum etwas zu sagen gab. Es wurde jedoch und soviel möchte ich berichten geäußert, dass es sich bei dem Gremium um den Ausschuss für Kultur und Wissenschaft handet, der Anteil der Wissenschaft aber bisher eher knapp bemessen war und sich dies ändern sollte. Dieses Ansinnen kann ich persönlich nur befürworten und m.E. hätt das ruhig im öffentlichen Teil Erwähnung finden können.

Nach Ende der Sitzung war ich um 18:26 Uhr wieder im Fraktionsbüro.

Die Technik der Tücken

Nach den ersten Wochen im Rat der Stadt Göttingen ist es an der Zeit ein erstes Resumé zu ziehen und die ersten Tage revue passieren zu lassen.

Seit nunmehr 70 Tagen verfügen wir über nun über die iPads und sind in der Lage einfachste Aufgaben damit zu erfüllen. Wir können einen WEB-Browser öffnen, haben die Möglichkeit .pdf Dateien zu lesen und darin Markierungen vorzunehmen oder Anmerkungen einzufügen. Programme um Notizen zu erstellen sind ebenso vorhanden wie die Möglichkeit für Schnappschüsse. Diese Grundfunktionalität Funktionalität ist auch notwendig, um das Pad im Ratsbetrieb nutzen zu können.

Für ein Gerät, welches 500+ € gekostet hat erwarte ich jedoch etwas mehr. Auch ein eMail Client ist installiert und es ist möglich damit Postfächer abzurufen, welche den IMAP Standard unterstützen.

Doch hier beginnt auch schon das Experiment mit den Rats-IPads.

Um die eMails abzurufen benötigen wir eine Internetverbindung. Diese ist im Rathaus auch meist vorhanden, leider bricht sie während der Sitzungen auch manches mal ab, was nicht unbedingt dramatisch, doch aber lästig und mir mit meinem Android-Smartphone bisher nicht passiert ist. Auch scheint das Ganze mehr ein Problem der Router zu sein, denn zu Hause habe ich eine konstante Verbindung zu meinem WLAN, auch mit dem Pad. Dafür musste ich hier mein WLAN sichtbar machen, mit versteckten Netzen weiß das Pad nichts anzufangen.

Auf der technischen Seite sind wir wie man sieht noch im Experimentierstadium. Dies wird auch deutliche wenn man sich überlegt, dass die privaten IMAP Postfächer sicherlich nützlich sind, die Verwaltung uns aber auch einen öffentlichen Account zur Verfügung stellt. An diesen werden Termine, Vorlagen, Infomails usw. gesendet. Eine Synchronisation dieses Accounts mit den iPads ist (derzeit) nicht möglich, so dass man Termine doch lieber manuell im privaten Kalender vermerkt.
Da das Pad an sich die Verbindung auch mit einem Exchange-Server vorsieht vermute ich jetzt, dass hier die Gegenstelle die Funktionalität für die iPads bereit stellen müsste, bzw. die bisher übliche Art der Verbindung eben nicht unterstützt wird.

Insgesamt stimmt mich diese Situation aber verhalten optimistisch und dies in zweierlei hinsicht:

In erster Linie zeigt sich wie sinnvoll offene Standards sind, die wir auch in Göttingen etablieren möchten. Für heterogene IT Strukturen sind offene Schnittstellen obligat um reibungslose Kommunikation zu gewährleisten.

Ferner bin ich zuversichtlich auch unseren linux-basierten Fraktionsrechner bis Weihnachten im Netz zu haben. Immerhin wurde letzte Woche die Netzwerkdose gepatcht, so dass wir eine physikalische Verbindung zum Router haben und bereits an unsere Fraktions-eMails gelangen können. Hier fehlt aber noch die nutzerbasierte Netzwerkanmeldung mittels Active Directory (wenn ich hier richtig informiert bin), um auch in die übrigen Bereiche des Netzes vordringen zu können.

Meine ersten zwei Ausschuss-Sitzungen verliefen problemlos. Immerhin hatte ich dann 10 Minuten vor der VA Sitzung Zugriff auf die elektronischen Vorlagen, die mir noch nicht per Mail zugegangen waren, in der Sitzung selber streikte dann die Verbindung.
Der Ausschuss für Kultur und Wissenschaft war für mich sehr interessant. Die Vorlagen hatte ich soweit verfügbar aus dem Ratsinformationssystem geladen und die Vorträge fand ich spannend und informativ. Inhaltlich ist vielleicht von Bedeutung, dass für den Geschäftsführer der Händel-Festspiele mögliche Kürzungen im Rahmen des Zukunftsvertrags durchaus ein reelles Risiko darstellen, während der Geschäftsführer des GSO eine konkretere Gefahr darin sieht mit der Stadthalle die wichtigste Spielstätte zu verlieren und sei es nur für eine Saison z.B. durch Renovierungsarbeiten oder einen Umbau.
Leider wurde ich im nicht öffentlichen Teil von einer Aussage überrascht, nach der eine Information den Fraktionen ja bereits mitgeteilt worden sei. Es ging dabei um eine Lappalie, aber ich musste doch anmerken, dass auch wir uns über eine solche Information freuen würden.

Wir sehen, dass es auf der technischen Seite noch einiges zu tun gibt und auch inhaltlich mit Zukunftsvertrag und Stadthalle spannende Themen anstehen.

Kontakt ● Impressum ● Piratenpartei Deutschland ● Piratenpartei Landesverband NDS ● Junge Piraten
WordPress Thememix aus: pps und piratenmk
Design von Seeki und den Piraten Hagen, WordPress Theme von motorradblogger, Lenne Piraten. Anpassungen durch Piratenpartei Göttingen.