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Wir wollen uns gründen. Nur wie?

Beim Stammtisch wurde sehr ausführlich darüber gesprochen, dass wir uns in Göttingen endlich offiziell als Partei gründen sollten. Es bestand Einigkeit darin, dass dies in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband geschehen sollte. Größe Uneinigkeit herrschte allerdings darüber, welche Organisationsform wir annehmen wollen. Die absurde Frage war letztendlich, ob wir das altbewährte Verbandsmodell oder das etwas piratigere Crewkonzept umsetzen sollten. Absurd deshalb, weil sich die beiden Modelle in keinster Weise ausschließen, sondern sehr gut gegenseitig ergänzen können. Um dies unmittelbar zu zeigen, sei hier Szenario angenommen:

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Wir führen ein schlankes Crewkonzept nach dem Vorbild der Berliner Piraten ein. Damit ist ausdrücklich nicht das etwas überregulierte Konzept aus NRW gemeint. Es geht lediglich darum, mehrere  kleine Gruppen zu haben, die sich möglichst oft treffen, produktiv und konsensfähig sind und dabei auch noch Spaß haben. Die Crews stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sie kommunizieren miteinander und sind  im Ortsverband zusammengefasst. Die Crews organisieren sich weitgehend selbst; ein komplexes Regelwerk wird nicht benötigt. Solange eine Crew funktioniert, sind alle zufrieden. Wenn eine Crew nicht funktioniert (d.h. wenn niemand hin geht) dann stellt sie für niemanden ein Problem da. Die Mitglieder einer Crew sprechen nur für sich selbst. Niemand muss Mitglied einer Crew sein, es gibt ja noch den Ortsverband.

Unabhängig von den Crews gründen wir einen klassischen Ortsverband. Dieser hat in erster Linie verwaltende und koordinierende  Aufgaben. Er hat eine offizielle Postadresse, verwaltet Finanzen sowie Mitglieder und stellt das offizielle Sprachrohr zu Presse und Öffentlichkeit da. Außerdem dient er dazu, die Crews zu unterstützen und miteinander zu vernetzen. Gelegentlich (z.B. monatlich) gibt es eine Ortsversammlung, wo die entsprechenden Formalien erledigt werden und eine gemeinsame Göttinger Linie beschlossen wird. Nach der Ortsversammlung gibt es wie gehabt einen Stammtisch für alle Göttinger Piraten. Hier kann man die existierenden Crews kennen lernen, neue Crews gründen, zu einer anderen Crew wechseln oder einfach nur dabei sein. Wahrscheinlich sollten wir später auch noch einen Kreisverband gründen, um explizit die Region um Göttingen zu unterstützen.  Eine Hochschulgruppe sollte auch in Leben gerufen werden.

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Das Crewkonzept steht also nicht im Gegensatz zum klassischen Verbandsmodell sondern ist eine Zusatzoption für besonders aktive Mitglieder. In den letzten Wochen ist leider vielerorts ein kleiner Lagerkampf zwischen Crewbefürwortern und -gegnern ausgebrochen, weil der Eindruck entstanden ist, dass sich die Piraten noch vor der heißen Gründungsphase für eines der beiden Modelle entscheiden müssten. Der Grund für dieses Missverständnis liegt wahrscheinlich in Berlin, wo das Crewkonzept erstmals eingeführt wurde. In Berlin existiert tatsächlich kein Ortsverband. Das liegt aber lediglich daran, dass Berlin ein Stadtstaat ist und ein Ortsverband lediglich eine Kopie des Landesverbandes wäre. Anders sieht die Sache in Aachen (NRW) aus. Dort existieren ebenfalls nur Crews; die Gründung eines Ortsverbands ist aber in Planung.

Es ist ja schon angemerkt worden, dass bei der gestrigen technokratischen Diskussion die eigentlichen Inhalte zu kurz gekommen sind. Bei einer Gruppe von mehr als zwanzig Leuten bleibt das allerdings wahrscheinlich auch in Zukunft nicht aus. Ich sehe nichts, was dagegen spricht, so schnell wie möglich ein paar formlose Crews zu bilden, in denen die inhaltliche Diskussion besser möglich ist. Der Gründung des Ortsverbands wird das jedenfalls nicht im Wege stehen.

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1 Kommentar zu “Wir wollen uns gründen. Nur wie?

  1. Pingback: Göttingen - Blog - 02 Oct 2009

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