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Weihnachtliche Nutzung des Parkplatzes am Jahnstadion

Eine weihnachtliche Anfrage ist Thema im Bauausschuss am 09.01.2020. Mitte Dezember 2019 wurde der Parkplatz am Jahnstadion (Sandweg) teilabgesperrt, kurz darauf wurden über 40 Sattelschlepper des Logistikunternehmens Waberer’s dort geparkt. Die Parkfläche gehört der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF), einer 100%igen Tochtergesellschaft der Stadt. Das größte Speditionsunternehmen Ungarns stellt die Lkws über die auftragsarmen Weihnachtsfeiertage mitten in Deutschland ab, um Kosten zu sparen.

Unklar ist, ob die GöSF von ihrer Satzung überhaupt berechtigt ist, ihre von der Stadt zur Verfügung gestellten Flächen für gewerbliche Geschäfte zu nutzen, die nichts mit Sport und Freizeit zu tun haben. Denn um ein Gratis-Weihnachtsgeschenk der GöSF an das ungarische Unternehmen dürfte es sich nicht handeln.
Osteuropäische Speditionen suchen über die Feiertage händeringend Stellflächen in den west-mitteleuropäischen Ländern, in denen sie einen Großteil ihrer Fahrten abwickeln. Die Rastplätze auf den Autobahnen sind randvoll. Waberer’s greift mitunter auch zu sehr phantasievollen Ideen – 2015 wurden 200 Lkws in Belgien auf einer unter Naturschutz stehenden Wiese eines Landwirts zum Preis von 3500 Euro abgestellt – das saftige Bußgeld durfte der Landwirt zahlen. Auch arbeitsrechtliche Probleme werden mit dem Abstellen und Verlassen der Lkws umgangen.

Im Flächennutzungsplan ist die Fläche „für den Gemeinbedarf“ ausgewiesen und darf nur für sportliche Zwecke verwendet werden. Hier drängen sich Fragen auf. Sicherlich kann dort nicht jeder seinen Sattelschlepper mit 15-18 Tonnen Leergewicht abstellen, zumal eine Begrenzung auf 7,5 Tonnen ausgeschildert ist und mit Abschleppen gedroht wird.
Die Verwaltung wird gebeten zu klären, ob die Festsetzungen im Flächennutzungsplan mit einer solchen Nutzung des Geländes im Einklang stehen.

Der Gedanke liegt durchaus nahe, den Parkplatz am Sandweg für gewerbliche Geschäfte zu nutzen. Denn dieser wird kaum von Pkws genutzt, selbst zu Trainingszeiten im Stadion ist kaum die Hälfte der Stellplätze belegt.
Frage 6 der Anfrage befasst sich mit der ungleichen Verteilung des Parkraums für Autos und Fahrräder auf diesem Parkplatz. Zu Trainingszeiten reichen dort die veralteten Fahrradabstellanlagen (Typ „Felgenkiller“ der 1960er Jahre) nicht aus. Hier stellt sich in der Tat die Frage, warum die GöSF Parkraum vorhält für Autos, die ihn in dieser Menge nicht brauchen, und gleichzeitig der durchaus benötigte Parkraum für die Fahrräder viel zu knapp bemessen ist.
Angesichts dieser Ungleichverteilung wirkt die weihnachtliche Nutzung des Parkplatzes durch Sattelschlepper osteuropäischer Speditionsunternehmen noch grotesker.

Die Piraten fordern eine Verkehrswende und rügen eine deutschlandweit verfehlte Verkehrspolitik.

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