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Rettet Peter Sunde

Der Herr, um den es in diesem Artikel geht, ist der Vater vieler guter Ideen. Für eine soll er jetzt ins Gefängnis gehen.
Das Problem ist nicht, dass ein Mensch nach einem fairen Verfahren hinter schwedische Gardinen muss, sondern – wer ahnt nicht, was jetzt kommt? – dass es sich bei dem Gerichtsverfahren vom letzten Monat um eine Farce handeln könnte.

Hat nichts zu lachen – Peter Sunde

Peter Sunde wird in einem Monat 34 und soll im Gefängnis den Großteil der Zeit bis zu seinem nächsten Geburtstag verbringen. Das oberste schwedische Gericht hat ein vorheriges Urteil nicht ausgehoben und im Groben die Strafzahlungen und Gefängnisstrafen bestätigt. Sunde programmierte und entwickelte maßgeblich für den Bezahldienst http://www.flattr.com .

Worum ging es?

Neben Peter Sunde sollten weitere Beteiligte in Form von The Pirate Bay Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen (die eigentlich Verwertungsrechtsverletzungen heißen müssen) geleistet. Über die genannte Seite gelangt man an eine Suchmaske und nach Eingabe eines Stichworts zu einem Downloadangebot.

Klingt aber nachvollziehbar. Gibt es denn einen Haken?

Der Verurteilte war offiziell Pressesprecher der Gruppe hinter „The Pirate Bay“. Ihm wird zur Last gelegt persönlich Hand angelegt zu haben und einen Server aufgesetzt zu haben über den das Angebot der website im Internet nutzbar gemacht wurde.
Dies sei nach der Lesart von Tim Pritlove (als DER deutschsprachige Podcaster bekannt) so nie passiert und als Begründung ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Nachhörbar unter http://logbuch-netzpolitik.de/lnp031-handwerkliche-fehler/ .
Die Frage ist weiterhin, worin das Verschulden der Verurteilten zu sehen ist. Ich konnte bisher nicht erkennen, dass die Beteiligten etwas Unrechtes getan haben. Letztlich wird über „The Pirate Bay“ von dem Genannten, in welcher Form auch immer, ein Tracker verwaltet. Gewissermassen ein Verzeichnis wo die Software des Nutzers nachsehen muss, um die gewünschte Datei abzurufen.

In Zeiten in denen viele Seiten sich nicht trauen Links in die Weiten des Internets zu setzen, man lese dazu den Artikel über das besagte Urteil bei der Süddeutschen, ist das Zurückweichen in dieser Frage ein Pfad, den wir nicht leichtfertig einschlagen sollten. Denn der Tracker, und damit das Übel schlechthin ;), kann zum besseren Verständnis als eine Linksammlung begriffen werden. Und über Links den Leser auf eine andere Sache aufmerksam zu machen sollte nicht strafbewehrt sein.

 

Was tun?

Wenn ihr auch der Meinung seid, dass Peter Sunde und seine Mitverurteilten nicht gegen lautere Gesetze verstoßen haben, dann schaut auch die Avaaz-Petition an und unterstützt sie gerne. Damit wird immerhin ein kleines Zeichen des Widerstandes gesetzt.

 

Weiterlesen auf:

The Pirate Bay: Peter Sunde stellt Gnadengesuch, Petition auf Avaaz

http://blog.brokep.com/

 

3 Kommentare zu “Rettet Peter Sunde

  1. Schon etwas entlarvend, dass dazu

    1. keinerlei Kommentare auflaufen und

    2. lediglich auf avaaz verwiesen wird.

    Dachte ich doch allen Ernstes die Freilassung von Sunde sollte eine zentrale Forderung der Piraten sein.

    • Hallo mdmd,
      Auf unserer Seite tobt keine Schlacht in der Kommentarzeile. Es gibt manchmal einen kleinen und feinen Austausch, aber eine rege Beteiligung zum Thema „Peter Sunde“ erwarte ich nicht.
      Bei den Piraten geht es wenig um „Köpfe“. Allerdings geht es um Ungerechtigkeiten.
      Die unterschiedlichen Piratenparteien arbeiten noch bei zuwenigen Themen zusammen. So ist es vielleicht erklärlich, dass wir nicht vernehmbar an einem Strang ziehen.

      Du hast aber meinen Artikel gelesen und mit mir 20-30 andere Menschen – eine kleine Bewegung.

  2. Martin Rieth

    Moin Moin David, ich verzweifele bald.
    Wir, die PIRATEN, stehen auch für Datenschutz. In diesem Artikel werden mit den Flattr-Buttons einfach aktive Webinhalte eingebunden und damit gegen geltendes Datenschutzgesetz verstossen, da wir nämlich nicht daraufhinweisen und die Genehmigung der User einholen. Die mangelnde Sensibilität gegenüber Themen wie dem Datenschutz bei (zu) vielen Piraten macht mir Sorgen.
    Darüberhinaus wie ist das mit der Transparenz? Mir ist völlig unklar, für wen dort Geld gesammelt wird? Falls der Kreisverband dafür Geld bekommt, haben wir evtl. ein weiteres rechtliches Problem, da die Webseite dann kommerziell wird/ist.

    MERKE: Muss man beim bloggen etc. irgendwo (ausser bei einem a-Tag also einem Link) ein http reinschreiben, dann begeht man wahrscheinlich gerade einen Datenschutzverstoß. :-7

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