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Piraten fordern Wechselunterricht für Berufsschulen in Corona-Pandemie

Die Piraten sprechen sich angesichts der Corona-Infektionslage dafür aus, keinen weiteren Präsenzunterricht mehr mit vollständiger Anwesenheitspflicht an den Berufsschulen durchzuführen. Stattdessen sollte den Schulleitungen selbst die Verantwortung übertragen werden, damit flexible Modelle mit wechselnden Anwesenheiten entsprechend der Infektionslage eingeführt werden können.

Das niedersächsische Kultusministerium unter Grant Hendrik Tonne scheint dazu nicht in der Lage zu sein. Eingaben und Hinweise aus den Berufsschulen blieben im Ministerium schon seit Monaten unbeantwortet. Der Minister ist mit seiner Aufgabe augenscheinlich vollkommen überfordert.
Schüler und Lehrer werden seit Monaten immer größeren Risiken ausgesetzt. Berichte über zu enge Klassenzimmer, schlechte Lüftungsmöglichkeiten und unzureichende Hygienekonzepte wurden schlichtweg ignoriert – und nicht zuletzt die vielen Berichte über die vollen Busse, in die die zum Präzenzunterricht gezwungenen Schüler sich zwängen müssen. Starrsinnig werden Berufsschüler schon seit Monaten wie kleine Kinder behandelt, deren Eltern sie nicht betreuen können.

Die Weigerung des Ministeriums, über wechselnde einwöchige Beschulungen an den Berufsschulen auch nur zu nachzudenken, löst bei den Piraten Kopfschütteln aus. Durch das starrsinnige Festhalten an unhaltbaren Zuständen verantwortet der Minister nicht nur immer mehr Infektionsfälle und riskiert eine Überlastung des Gesundheitswesens. Er leistet auch einen unverantwortlichen Beitrag dazu, die Lockdown-Maßnahmen, die der Gastronomie- und der Kulturbranche zusetzen, viel weiter als es nötig wäre in die Länge zu ziehen. Durch diese Untätigkeit werden ganze Wirtschaftszweige nach und nach in den Ruin getrieben.

Eine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Francisco Welter-Schultes im Rat der Stadt Göttingen ergab kürzlich, dass in einer Bildungsstadt wie Göttingen in den letzten Wochen die Corona-Infektionsraten unter den 15-34jährigen sichtbar höhere Werte aufwiesen als im Bundesdurchschnitt (Rat Göttingen, 13.11.2020, TOP Anfragen des Rates, dort Anlage 4). Bei noch genauerer Analyse der Göttinger Werte fiel hierbei insbesondere die Gruppe der 20-30jährigen als besonders hoch infiziert auf, alledings betraf dies offenbar nicht die Studierenden. Immer mehr Fälle werden an den Berufsschulen öffentlich bekannt [Göttinger Tageblatt, 17.11.2020, Seite 8]. Dringender Handlungsbedarf ist gegeben, die Schulpräsenzpflicht muss schnellstmöglich aufgehoben werden.

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