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Nachtrag Albaniplatz/Stadthalle: Lob für Veröffentlichung der Verkehrsdaten am 4.12.2018

Zwölf Tage nach der Bauausschuss-Sitzung vom 22.11.2018 und zwei Tage vor der nächsten wurden am 4.12.2018 von der Stadt die Verkehrsdaten des Darmstädter Gutachterbüros Durth Roos Consulting vom 25.10.2018 veröffentlicht.
Der Wunsch nach dem Vorlegen konkreter Verkehrsdaten wurde von Francisco Welter-Schultes (Piraten) am 22.11.2018 in der Bauausschuss-Sitzung vorgebracht. Diesem Anliegen kam die Verwaltung nun nach.

Es ist zu begrüßen, dass nun die notwendigen Daten bereitstehen, die das Planungsbüro zu dem Schluss veranlassten, die Variante 2a mit Verkehrsführung über den Albaniplatz direkt entlang der Schule als die aus fachlicher Sicht bevorzugte Variante zu bezeichnen.
Neben den beiden Beamer-Präsentationen, die nun im Ratsinformationssystem der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, wurde den Ratsfraktionen und Bauausschuss-Mitgliedern das gesamte 349seitige Gutachten mit allen erhobenen Daten zur Verfügung gestellt.

Damit liegt nun ein wichtiges Grundlagenwerk für die Entscheidungsfindung in der zukünftigen Gestaltung dieses wichtigen Platzes vor.
Großes Lob. Mehr Transparenz geht nicht„, so Francisco Welter-Schultes in einer Pressemitteilung vom 05.12.2018.

Eine kurze Analyse der für die Variantenabwägung wichtigsten Kernaussagen des Darmstädter Gutachtens wirft Fragen auf. Insbesondere die nach Punktevergabe getroffene Abwägung zwischen den Varianten 2a (Vorzugsvariante der Verwaltung, Straßenführung direkt am Zaun der Albanischule) und Variante 3 (bevorzugte Variante der Grünen, kein Kfz-Verkehr über den Albaniplatz) offenbart Schwächen.
Das Büro bewertete dabei sechs Kriterien und vergab jeweils 1-3 Punkte. Am Ende erhielt die Variante 2a 15 Punkte, die Variante 3 nur 13. Doch zwei dieser Kriterien (Verkehrsleistung, Sicherheitsaspekte) könnten sich bei näherem Hinsehen als Fehleinschätzungen herausstellen, und das knappe Endergebnis genau umkehren.

So beschrieb das Büro bei der Auswertung Verkehrsleistung große Umwege südlich des Untersuchungsgebiets für den Verkehr aus Osten (gemeint war Nordosten) – diese müssten in der Variante 3 Umwege über das Geismar Tor fahren. Dabei wurde weder berücksichtigt, dass der Verkehr aus dem Süden bereits heute ähnliche Umwege über den Friedländer Weg fahren muss – noch dass die Richtungsführungen der Einbahnstraßen geändert werden und ein Einfahren aus Nordosten weiterhin erlauben könnten. In der Summe hätte die Variante 3 diesbezüglich dann die höchste Punktzahl.

Auch in den Sicherheitsaspekten, wo die Variante 2a die Höchstpunktzahl zugesprochen bekam und bereits am 22.11.2018 im Bauausschuss heftiger Kritik von mehreren Seiten unterlag, ist die Bewertung des Gutachterbüros nach wie vor nicht nachvollziehbar. Das Büro schien bei der Bewertung der Gefährlichkeit einer schnurgeraden abschüssigen Straße vollkommen übersehen zu haben, dass Radfahrer, die in hoher Geschwindigkeit unmittelbar an einem Schuleingangstor vorbeifahren, schon allein aufgrund des langen Bremswegs für die Schüler eine enorme Gefahr darstellen. Auch hier müsste die Variante 2a zwei Punkte an die Variante 3 abgeben, welche dann in der Summe 17 Punkte hätte und mit Abstand aus fachlicher Sicht die Vorzugsvariante wäre.

Die Lektüre des Gutachtens offenbart weitere Einzelheiten. Das Büro rechnete wie vermutet nicht die Auswirkungen der zu erwartenden Reduktion des Parksuchverkehrs bei der geplanten Installation eines Parkleitsystems ein.
Dass die Stadt plant, Poller an den Einfahrten in die Fußgängerzonenbereiche zu installieren, um den unberechtigten Verkehr zu unterbinden, war dem Büro ebenfalls nicht bekannt.
Für die Wirkungsanalyse wäre dies jedoch bedeutsam gewesen. Dieser unberechtigte Kfz-Verkehr macht im Busring Kurze Geismar-Straße-Jüdenstraße bekannterweise mindestens die Hälfte des Kfz-Verkehrsaufkommens aus. Der zu erwartende Kfz-Verkehr würde sich an etlichen Stellen auch am Rand der Innenstadt reduzieren und auch die vom Büro berechneten Knotenpunktbelastungen noch einmal deutlich abschwächen.

Die Forderung nach einer lokalen Anpassung des Innenstadtleitbilds (Inhalt des Ratsantrags für den 14.12.2018) bleibt bestehen. Auch das Gutachten enthält in seiner Ablehnung der Variante 3 Hinweise auf Details im Innenstadtleitbild, die revidiert werden könnten.
So spricht das Büro auf Seite 12 der Ausarbeitung davon, dass die Öffnung der Kurzen Geismar Straße zwischen Hospitalstraße und Lange Geismar Straße eine Entwidmung der dortigen Fußgängerzone bedeuten würde, und dies nicht den Zielen des Innenstadtleitbilds entspräche.

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