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Lockdown in Göttingen: Freizeitverkehr am Kehr bricht alle Rekorde

Der Piraten-Ratsabgeordnete Francisco Welter-Schultes kritisiert Untätigkeit und Inkonsequenz bei den Corona-Maßnahmen der Stadt Göttingen.

Am Sonntag 10.01.2020 traten in Niedersachsen landesweit nochmals deutlich verschärfte Corona-Regeln in Kraft – gleichzeitig wurden am Kehr offenbar alle Besucherrekorde gebrochen. Der Parkplatz war hoffnungslos überfüllt, die Autos standen bis weit in die Waldwege. Volksfeststimmung und unbeschwertes Wintervergnügen. Auch am Kiessee hieß es: Ab ins Getümmel.

Während Straßen zu Wintersportzielen an immer mehr Orten in Deutschland konsequent gesperrt werden, hat in Göttingen das Freizeitvergnügen offenbar oberste Priorität. Warum allerdings mit einer genau gegenteiligen Begründung – der ausdrücklich gewollten Einschränkung der Freizeitaktivitäten – Gastronomie, Hotel- und Kulturbranche seit November schließen müssen, erschließt sich nicht. Zudem dort ganze Wirtschaftszweige in den Ruin getrieben werden, während am Kiessee und am Kehr eine Sperrung keinerlei wirtschaftlichen Schaden bewirken würde. Gerade in der Gastronomie wurden die Abstandsregeln viel besser eingehalten als unter den chaotischen Zuständen der völlig überlaufenen Naherholungsziele.

Völlig unverständlich zudem, warum innerhalb des Walls, wo die meisten Geschäfte inzwischen geschlossen sind, Maskenpflicht besteht, gleichzeitig aber am Kiessee und am Kehr ungestört die Menschenansammlungen toleriert werden. Offenbar sind die Menschen überzeugt, an der frischen Luft steckt man sich im Winter genauso wenig an wie im Sommer.
Auf dem Albani-Parkplatz, wo Maskenpflicht besteht, parken derzeit tagsüber etwa 20 Autos in großem Abstand. Am Kehr stehen über 200 Autos dicht gedrängt nebeneinander, Maskenpflicht besteht nicht.

Der schon seit Jahren zunehmende Pkw-Freizeitverkehr zum Kehr wurde nach Beginn der Corona-Pandemie Anfang März durch eine gegenüber dem Rat nicht angekündigte Erneuerung der Asphaltdecke von der Stadt noch zusätzlich gefördert.
Das ist, wie wenn man dem Fuchs auch noch das Loch im Zaun vergrößert, damit er noch besser in den Hühnerstall kommt – und dann in Schriftgröße 4 ein Schild hinstellt „Hühner stehlen verboten“. Eine Pandemie kann man mit einer solchen Strategie ganz bestimmt nicht bekämpfen„, so Welter-Schultes.

Eine Sperrung der Bismarckstraße wurde vom Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung in einer Pressemitteilung bereits am 18.03.2020 gefordert. Diese Forderung nach einer Absperrung der Bismarckstraße besteht nach wie vor, sie wäre die einzige wirksame und kontrollierbare Maßnahme. Auch die Parkplätze am Kiessee müssten abgesperrt werden, damit dort der Massentrubel wenigstens halbwegs reduziert werden kann.

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