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Kritische Anfrage zum Robert-Gernhardt-Platz

Eine kritische Anfrage für den Bauausschuss am 19.09.2019 von Francisco Welter-Schultes (Piraten) thematisiert die problematische bauliche Gestaltung des Robert-Gernhardt-Platzes und fragt nach Aufwertungspotenzialen [Bauausschuss 19.09.2019].

Der Robert-Gernhardt-Platz auf dem ehemaligen Stadtbad-Areal ist eine der modernsten Baukomplexe in der Innenstadt – und seit seiner Fertigstellung 2011 in weiten Teilen unvermietet. Kein Gastronomiebetrieb will sich ansiedeln, trotz bester gastro-betriebstechnischer Bedingungen und redlicher Bemühungen der Eigentümer. Stattdessen haben seit der Fertigstellung die sozialen Probleme im Stadtviertel erheblich zugenommen.
Bei Stadtführungen wird immer wieder die unattraktive bauliche Gestaltung des Komplexes als mitursächlich dafür genannt, dass der Platz von vielen nicht als einladend empfunden wird. Der moderne Beton-Baustil mit glatten hellen Fassaden fügt sich nicht in das historische Ensemble der mittelalterlich geprägten Innenstadt ein, der Platz wirkt wie ein Fremdkörper und präsentiert sich dem Betrachter zudem als eine kalte, leblose und ungemütliche Wüste.

Es fällt auf, dass in den Papieren der Verwaltung im Zuge der Sanierungskonzeption nördliche Innenstadt, in der die Defizite des Stadtviertels herausgestellt werden, der unattraktaktiv gestaltete Straßenraum am Robert-Gernhardt-Platz verschwiegen und die Betonierung am Leinekanal sogar als attraktive Gestaltung bezeichnet wird [Bauausschuss 08.02.2018 (Anlage Segment 003 Seite 90, Anlage 17)].

Die Anfrage hakt nach, ob urheberrechtliche Gründe dagegen sprechen, Konzepte auszuarbeiten, um den Platz aufzuwerten. So könnten die Fassaden begrünt werden, der betonierte Platz könnte durch mehr Grün aufgelockert werden und eine Fahrradrampe anstelle der steilen Treppe könnte bewirken, dass mehr Radfahrer den Platz beleben.

Die ideale Lösung für den Robert-Gernhardt-Platz wäre eigentlich, die Gebäude komplett wieder abzureißen und durch einen baulich attraktiveren Komplex zu ersetzen, der dem historischen Ensemble der Umgebung gerecht wird. Ratsfraktionen und Verwaltung verantworten hier eine der schwersten Bausünden der letzten Jahrzehnte. Jeder stellt fest, dass die Räume nicht vermietet sind, aber keiner fragt sich, woran das wohl liegt„, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Bauausschusses.

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