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Göttinger Piraten begrüßen Planungsstop für Logistikzentrum in Hebenshausen

Pressemitteilung des Kreisverbandes der Piratenpartei Göttingen 29.01.2020

 

Die Göttinger Piraten begrüßen die Entscheidung des Gemeinderates in Neu-Eichenberg, die Planungen für das umstrittene Logistikzentrum in Hebenshausen durch einen Planungsstop für ein halbes Jahr auf Eis zu legen. In dieser Zeit sollen alternative Nutzungskonzepte für die Fläche geprüft werden.

Bestes Ackerland für ein riesiges Logistikzentrum zu versiegeln wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Durch solche Investitionen entsteht immer mehr Lkw-Verkehr, die CO2-Belastungen nehmen immer weiter zu, das Klima wird noch schlimmer geschädigt als bisher und die CO2-Einsparungsziele verkommen zu hohlem Gerede. Landwirtschaftlich so gut nutzbares Land wie bei Hebenshausen muss nachhaltig bewirtschaftet werden. Für eine Zerstörung der eigenen Lebensgrundlagen gibt es keine Rechtfertigung„, so Werner Gundelach, Vorsitzender des Kreisverbandes der Piraten und Mitglied des Gemeinderats in Friedland, der Nachbargemeinde von Neu-Eichenberg.

Logistikzentren sind eine Voraussetzung dafür, dass immer mehr Waren über immer weitere Strecken immer kostengünstiger quer durch Europa transportiert werden können. Die Piraten kritisieren eine Verkehrspolitik, die unter jahrzehntelanger Führung von CSU und SPD in eine völlig falsche Richtung gesteuert wurde.

Wir müssen auch die Frage stellen, welche Waren heutzutage aus welchen Gründen in den Sattelschleppern transportiert werden. In Deutschland leben wir heute im selben Luxus wie vor 30 Jahren, aber das Lkw-Aufkommen hat sich unglaublich erhöht. Die Politik hat nicht die Aufgabe, der Nachfrage der freien Wirtschaft ungezügelt nachzugeben und alles zu ermöglichen, womit man Geld machen kann – sie hat auch die Aufgabe zu steuern und zu regulieren, insbesondere wenn es um die Zukunft unserer Kinder und unseres Planeten geht„, ergänzt Francisco Welter-Schultes, Zweiter Vorsitzender des Kreisverbandes.

Logistikzentren sind Zeichen einer verkehrspolitischen Entwicklung, die in den letzten Jahren völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Verkehrsministerien haben dem Markt freien Lauf gelassen. Bauteile werden für kleine Fertigungsschritte von einem Land in das andere und zurück gefahren, teils wegen Steuerersparnissen, teils wegen geringfügig niedrigerer Löhne und Nebenkosten. Ein Großteil der im Internet bestellten Waren wird versandkostenfrei geliefert – und danach wieder zurückgeschickt, oft auch vernichtet. Druckerzeugnisse werden hunderte Kilometer transportiert, weil immer mehr regionale Druckereien schließen. Auf die zurückgelegten Kilometer achtet niemand. Würde man diese vielen Kilometer mit entsprechend hohen Steuern belasten, würde sich das alles nicht mehr lohnen. Auch Logistikzentren an Orten wie Hebenshausen wären dann nicht mehr wirtschaftlich.

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